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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

178 
Wirkung der Der volkswirtschaftliche Einfluß dieser Kursschwankungen ist nun 
Kursschwan- ejn äußerst nachteiliger, zunächst auf den internationalen Handel und 
kungen. dqj;g Produktionszweige, welche mit diesem in Zusammenhang stehen. 
Ein niedriger Kurs des Papiergeldes wirkt naturgemäß wie ein Schutz- 
zoll. Das Ausland kann seine Waren im Inlande nicht mit Nutzen 
verkaufen, weil es entwertetes Papier dafür erhält, und die Einlösung 
in Gold zur Benutzung im Exportlande Verluste in sich schließt. Die 
heimische Produktion hat dagegen zunächst einen Vorteil durch den 
niedrigen Stand der Papierwährung. Was der heimische Producent im 
Auslande absetzt, wird mit Metall bezahlt, wofür im Inlande größere 
Summen in Papier zu erlangen sind; während zunächst die heimischen 
Preise und Löhne noch unverändert bleiben. Deshalb ist bei einer Ent- 
wertung der Papierwährung zunächst vielfach eine Anregung der hei- 
mischen Produktion beobachtet, weshalb deutsche Agrarier, wie nord- 
amerikanische Farmer und Fabrikanten für die Papierwährung schwärm- 
ten. Umgekehrt wird dann ein Steigen des Kurses den Schutzzoll 
wie die Ausfuhrprämie vermindern. Als Anfang der 60er Jahre der 
Kurs der österreichischen Gulden sehr niedrig stand, machte es sich be- 
zahlt, Mastrvieh aus Böhmen und Mähren nach England zu exportieren; 
und einige Zeit hindurch gingen regelmäßig in der Woche einige Züge 
mit Mastvieh nach Bremen. Als sich der Kurs des Guldens hob, ging 
der Nutzen dieses Kxports verloren, und die Ausfuhr mußte aufhören. 
Die Kursschwankungen aber, die bei Papierwährung unvermeid- 
lich sind, machen den Verkehr mit dem Auslande und die heimische 
Arbeit für den Export so gefahrvoll, daß sie dabei nicht nachhaltig 
zu gedeihen vermögen. Jede solide kaufmännische Spekulation hört 
auf, und es tritt die Börsenspekulation an die Stelle, die bald auf das 
Sinken, bald auf das Steigen der Kurse rechnet und davon Gewinn 
zu ziehen sucht. Sind auf Grund eines niedrigen Kurses Fabriken 
entstanden, die exportieren wollen, oder unter jenem Schutze die Kon- 
kurrenz des Auslandes nicht zu fürchten brauchen, so kann ein nach- 
haltiges Steigen des Kurses sie vollständig ruinieren. Es ist deshalb 
die allgemeine Beobachtung gemacht, daß die Papierwährung die 
solide Produktion beeinträchtigt, dagegen eine allgemeine Spekulations- 
wut im Lande groß zieht. In richtiger Erkenntnis dieser Verhält- 
nisse suchte England in Indien den Kurs der Silberrupie, der ebenso 
schwankend war, als der des Papierrubels, 1893 künstlich im Werte 
zu fixieren. Und Rußland hat Ende der 90er Jahre große Summen 
aufgewendet, um durch Aufkauf und Verkauf der Papierrubel den 
Kurs gleichmäßig zu halten, bevor man zur Metallzahlung übergehen 
konnte. 
Wir geben in den folgenden Tabellen eine Uebersicht der Kurs- 
schwankungen des Papiergeldes verschiedener Staaten. 
Statistik. 
Das Agio ’n Oesterreich‘): 
Jahr 
1848 
1849 
1850 
‘851 
1852 
1853 
‚854 
Waximum 
17,00 
27,00 
50,00 
34.00 
25,00 
16,75 
16.50 
Minimum 
1,00 
5,00 
11,00 
16,75 
10,00 
7,75 
14,75 
1) Lexis im Handwörterbuch, 2. Aufl. „Papiergeld“.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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