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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

„85 
Auf der anderen Seite zeigte es sich, daß durch die Kontingen- 
tierung des Notenumlaufs gerade in den Zeiten der wirtschaftlichen 
Krisen die Banken nicht imstande waren, ihre Aufgabe ausreichend 
zu erfüllen, so daß man noch in den Jahren 1847, 57 und 66 sich 
genötigt sah, die Peels-Akte zu suspendieren und eine erweiterte Aus- 
gabe von Noten zu gestatten. Bis aber die Suspendierung durch das 
Parlament ausgesprochen wurde, war übermäßig viel Zeit verloren und 
der Moment verpaßt, wo durch erweiterte Darlehen Hilfe geleistet 
werden konnte, Je mehr sich die Notenemission der Grenze näherte, 
um so mehr steigerten sich die Anforderungen an. die Notenbanken, 
indem Jeder noch etwas zu erhalten suchte, bevor die Leistungsfähig- 
keit der Banken erschöpft war, die sich dadurch zu einer extremen 
Steigerung des Diskonts genötigt sahen, welcher bis zu 10 "/ gelangte. 
Nur in einem so konservativen Lande wie England war es möglich, 
ein Gesetz bis zur Gegenwart unverändert zu erhalten, das sich wieder- 
holt als gänzlich unpraktisch erwiesen hat, Mit vollem Rechte ist 
deshalb das deutsche Reich diesem Beispiele nicht gefolgt. Es hat 
aber der Currencyrichtung, ebenso wie OÖesterreich-Ungarn die Kon- 
zession. gemacht, einen Druck auf die Notenemission durch eine Steuer 
auszuüben, die bei Ueberschreitung des kontingentierten Betrages an 
ungedeckten Noten 5%, beträgt. Die von dieser Maßregel befürch- 
tete übermäßige Steigerung des Diskonts in Zeiten großer Ansprüche 
an die Banken ist nicht eingetreten, und bis in die letzten Jahre kam 
eine Kontingentsüberschreitung nur äußerst selten vor. In den letzten 
Jahren ist sie indessen immer häufiger eingetreten, so daß eine Er- 
weiterung des Kontingents auf 450 Mill. unvermeidlich wurde. Für 
die unter Staatsleitung stehenden Banken erscheint eine solche Be- 
schränkung überhaupt durchaus unnötig, und die Beseitigung der Be- 
stimmung wünschenswert, sobald nur noch solche Banken existieren. 
Eine weitere wesentliche Maßregel zur Sanierung des Noten- Verbot klei- 
wesens besteht‘ in der Ausschließung der kleinen A points. Es ist ner Noten. 
die allgemeine Beobachtung, daß die Umlaufszeit der Noten um so 
größer wird, je kleiner die Summe ist, auf welche sie lauten, weil die 
kleinen Noten in die Hand des größeren Publikums, namentlich auch 
auf das Land gelangen, also in Kreise, die nicht in der Lage sind, 
dieselben den Banken zur Einlösung zu präsentieren, wodurch die 
Noten sich als allgemeines Zahlungsmittel im Umlauf erhalten. Die 
größeren Noten bleiben dagegen hauptsächlich der Geschäftswelt vor- 
behalten, welche sie nach kurzer Zeit in die Banken wieder zurück- 
liefert. Die Bank von England rechnet darauf, daß eine ausgegebene 
Tausendpfundnote bereits nach 8 Tagen ihr wieder präsentiert wird, 
die Hundertpfundnote erst nach 6—8 Wochen. 
Vor 1875 gaben eine Menge deutscher Banken 'Thaler- und 
Guldennoten aus, die sich außerordentlich lange bei der Arbeiter- 
bevölkerung in Zirkulation erhielten. Mehrere kleine Banken griffen zu 
allerhand Mitteln, um ihre Noten auch in entfernten Gegenden in Um- 
lauf zu bringen, indem sie sie z. B. an kleine Bankiers zur Unter- 
bringung gegen Gebühr versendeten, die ihrerseits besonders Vieh- 
händler dazu benutzten, die Scheine auf dem Lande unterzubringen, 
Yon wo sie natürlich erst nach Ablauf längerer: Zeit wieder in die 
Bank zurückkehrten. Dadurch war es möglich, mehr Noten im Umlauf 
zu erhalten, als Bedarf dafür vorlag. Es war deshalb eine sehr heilsame 
Maßregel des preußischen Bankgesetzes von 1875. Noten unter 100 MI.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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