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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

vos 
00 
Bestimmungen zulässig, durch welche namentlich die Uebertragungsbe- 
schränkung ausgesprochen ist, um auf diese Weise die Beteiligung der 
kleinen Leute von der Aktienspekulation auszuschließen. In früheren 
Zeiten, besonders in England und Amerika, sind Aktien zu einem 
Pfund Sterling zur Ausgabe gelangt. Gegenwärtig ist in England eine 
Begrenzung der Höhe der Aktien nicht normiert. In Frankreich ist 
der Mindestbetrag der unteilbaren Aktien bei Gesellschaften mit einem 
Grundkapital bis zu 200000 Fres, 25 Fres., bei größeren Gesellschaften 
100 Fres, Es unterliegt keinem Zweifel, daß die deutsche Bestim- 
mung sehr viel richtiger ist. 
2, Das deutsche Gesetz verlangt Einzahlung von mindestens ein 
Viertel des Betrages des Aktienkapitales zur Gründung, und dieses 
ist auch von den meisten anderen Ländern acceptiert, nur für die 
kleineren Aktien wird z. B. in Frankreich bei Aktien von 25 Fres. 
volle Einzahlung verlangt. Man hat gemeint, durch den Anspruch 
der vollen Einzahlung die leichtsinnige Gründung von Aktiengesell- 
schaften erschweren zu können und ihnen eine größere Sicherheit zu 
bieten. Das ist indessen illusorisch; dagegen erschwert man dadurch 
solide Gründungen und führt sie in die Hand der großen Geldmänner 
resp. der Credits mobiliers. Wollen z. B. eine Anzahl Gutsbesitzer 
eine Zuckerfabrik gründen, so ist es für sie eine wesentliche Erschwe- 
rung, sofort bei der Gründung das Aktienkapital von 300000 Mk. 
bar zusammenzubringen, während sie zunächst zum Beginne des Baus 
nur vielleicht 50—100000 Mk. gebrauchen, den Rest erst in viertel- 
jährlichen Raten während einer Zeit von anderthalb Jahren, wo es 
ihnen leicht ist, allmählich die Summe zusammenzubringen. Durch 
den Anspruch der vollen Einzahlung sehen sie sich möglicherweise 
genötigt, die Vermittelung einer Bank in Anspruch zu nehmen, der 
es natürlich leicht ist, die betreffende Summe im Momente zu depo- 
nieren, Nimmt aber eine solche Bank die Gründung selbst in die 
Hand, so beherrscht sie auch die Generalversammlung, die sie aus 
Strohmännern, d. h. aus Personen zusammenberufen kann, die sie mit 
den nötigen Aktien ausrüstet und die von ihr völlig abhängig sind. 
Diese Generalversammlung wählt auch das Direktorium und den Auf- 
sichtsrat oder das erstere durch den zweiten, wodurch die ganze 
Verwaltung in der Hand der Gründerbank sich befindet und für die 
spätere Handhabung keine Sicherheit geboten ist. Um. hier eine ge- 
wisse Erschwerung des nachhaltigen Einflusses der Gründer herbeizu- 
führen, ist mitunter bestimmt, daß die erste Wahl nur für ein Jahr 
Gültigkeit hat, was Beachtung verdient, 
3. Von der größten Wichtigkeit ist nach den gemachten Erfah- 
rungen die Bestimmung des Gesetzes von 1884 in Deutschland, daß 
die Vorgänge bei der Gründung, welche von irgend welcher Bedeutung 
für die Beurteilung des Unternehmens sind, bei der Eintragung in das 
Handelsregister niedergelegt und damit der Kenntnisnahme der Inter- 
essenten zugänglich gemacht sind, und zweitens, daß die Gründer 5 
Jahre hindurch für die Richtigkeit der gemachten Angaben haften, 
sowie für Schäden, welche durch die Verletzung der gesetzlichen Be- 
stimmungen den Aktionären erwachsen, einzustehen haben. Hierher 
gehören vor allen Dingen alle Scheingeschäfte, und. die Gerichte haben 
weitgehende Befugnisse über die Auslegung des Begriffes eines Schein- 
geschäftes. Diese Bestimmungen sind besonders durch die Erfahrungen 
der Gründerperiode Anfang der siebziger Jahre veranlaßt, indem die
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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