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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 249 — 
gab. Diese Krisis übertrug sich auch auf England, wo die Unsicher- 
heit der Banken infolge der freien Notenemission klar zu Tage trat, 
Im Jahre 1847 kam eine neue Krisis zum Ausbruch infolge aus- 
gedehnter Mißernten, sowohl an Getreide, wie auch besonders an Kartoffeln 
nach Ausbruch der Kartoffelkrankheit, welche die Zahlungsfähigkeit 
der Bevölkerung gewaltig schwächte. In den Vorjahren hatte sich außer- 
dem eine ausgedehnte Eisenbahnspekulation entwickelt, welche eine 
übermäßige Festlegung von Kapitalien mit sich brachte und eine Geld- 
knappheit veranlaßte. Die Krisis ging von England aus und ver- 
oreitete sich von dort nach Frankreich, den Niederlanden, aber auch 
nach Amerika und Deutschland, wo besonders Frankfurt heimgesucht 
wurde, In den folgenden 10 Jahren entwickelte sich ein gewaltiger 
Aufschwung des Wirtschaftslebens, indem in dieser Zeit die Wirkung 
des erweiterten Eisenbahnnetzes und der Dampfschifffahrt zur Geltung 
kam, und die Entdeckung der Goldlager in Kalifornien große Mengen 
der Edelmetalle in Umlauf brachte. In. Frankreich regte der neu- 
gegründete Credit mobilier zu vielen großen Unternehmungen, an und 
auch in Deutschland herrschte ein sehr reges industrielles Leben, bis 
sich auch da ein Rückgang in den übermäßig in die Höhe getriebenen 
Kursen der Bank- und Eisenbahnaktien unerläßlich zeigte, und infolge 
einer Ueberproduktion die Preise der Waren in bedeutendem Maße 
3anken. Zuerst mußte in Amerika eine größere Zahl von Häusern 
die Zahlungen einstellen, darauf in England, und die Krisis dehnte sich 
auch auf den europäischen Kontinent aus. 
So war im vorigen Jahrhundert fast regelmäßig alle 10 Jahre eine 
Krisis eingetreten, und auch im Jahre 1866 fehlte eine solche nicht, 
als durch den Zusammenbruch einer der bedeutendsten Citybanken in 
London eine allgemeine Panik und Kreditunsicherheit entstand. Diese 
regelmäßige Wiederkehr gab zu der Konjektur Veranlassung, die 
namentlich der englische Nationalökonom Jevons vertrat, daß die 
Krisen hauptsächlich auf Mißernten zurückzuführen seien, die allerdings 
bei vielen eine erhebliche Rolle spielten, und die Mißernten wiederum 
auf die Sonnenflecken zurückzuführen seien, die sich mit ziemlicher 
Regelmäßigkeit alle 10 Jahre in bedeutenderem Maße zu zeigen 
pflegen. Indessen schon das Angeführte ergiebt, daß nicht immer 
genau das Dezennium eingehalten wurde, und die hauptsächlichsten 
Ursachen mehrfach anderer Art waren als Ernteausfälle. Seit 1866 
haben sich dann die Krisen ganz anders gestaltet, so daß jene Annahme 
seitdem als endgiltig beseitizat angesehen werden kann. Die nächste 
Krisis ließ nämlich nicht 10 Jahre auf sich warten, sondern brach be- 
reits den 3. Mai 1873 aus und nahm Dimensionen an, wie sie das 
Jahrhundert noch nicht aufzuweisen gehabt hatte. Der Hauptnährboden, 
auf dem sie sich entwickelte, war unzweifelhaft Deutschland, wo nach 
der glorreichen Beendigung des Krieges und der Konstituierung des 
Jeutschen Reiches eine Unternehmungslust Platz gegriffen hatte, wie 
zie bis dahin noch nicht annähernd dagewesen war. Seit 1866 hatte 
das Land unter einer großen Depression gelitten, weil man allgemein 
einen neuen Krieg erwartete; sehr bedeutende Summen waren deshalb, 
da sie im Inlande keine Verwertung fanden, in das Ausland gewandert; 
aun glaubte man auf einen langen Frieden rechnen zu können; überall 
stellte sich Mangel an Waren aller Art heraus. Die Preise stiegen 
und stellten reiche Gewinne in Aussicht. Die Löhne wurden in außer- 
ordentlicher Höhe bewilligt, so daß die Kaufkraft auch der unteren 
1847. 
1866. 
1873.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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