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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

ka Fn 
mehr lokalisiert blieb, wie sie auch lokale Ursachen hatte. Wie 30 
Jahre vorher die Gebrüder Pereire, so hatte 1879 Eugene Bontout 
durch die Gründung eines „Credit mobilier“, der „Union generale“ einen 
extremen Gründungsschwindel veranlaßt, indem ihm zur Bekämpfung 
der Rothschildgruppe und des Judentums überhaupt von den katholischen 
Parteien Frankreichs und auch des Auslandes sehr bedeutende Summen 
zur Verfügung gestellt wurden, die er eine Zeit lang mit hohen Divi- 
denden honorierte, bis auch ihn 1882 das Schicksal ereilte, und die 
Union g6enerale zur Einstellung der Zahlungen genötigt ward. Enorme 
Summen gingen dabei verloren. 
Wieder folgten mehrere Jahre großer Geschäftsstille, die Ende 
der achtziger Jahre einer unbedeutenden Bewegung Platz machte, um 
Anfang der neunziger Jahre wieder der früheren Lethargie zu verfallen, 
Nur fälschlich hat man in dieser Zeit von einer industriellen Krisis 
gesprochen. Thatsächlich handelte es sich um eine längere Depression, 
also nicht um einen Jähen Rückschlag der Verhältnisse, sondern nur 
um einen schleichenden Gang des ganzen. Geschäftslebens. 
Es wäre hier noch die neuere Agrarkrisis zu erwähnen, die aber 
einen akuten Charakter längst nicht mehr hat und kaum als eigentliche 
Krisis aufzufassen ist, sondern mehr als eine nachhaltige Depression 
infolge eines erheblichen Rückganges der Preise landwirtschaftlicher 
Produkte. Die Ursachen sind an anderer Stelle bereits dargelegt, und 
wir fanden sie in der wachsenden Konkurrenz entlegener Länder, die 
durch die Verbesserung der Kommunikationsmittel dem Weltverkehre 
neu erschlossen sind. 
Seit dem Jahre 1898 haben nun Handel und Industrie in der ganzen 
zivilisierten Welt einen außerordentlichen Aufschwung genommen, der 
gleichfalls über das richtige Maß hivausging. Besonders in Deutsch- 
land bewirkte er, daß eine ganz außerordentliche Geldknappheit ent- 
stand, die 1899 in der Erhöhung des Diskonts der Reichsbank auf 
7%, zum scharfen Ausdruck kam. Auch die englische Bank erreichte 
6%, was seit den Kriegsjahren nicht dagewesen war. Der Rückschlag 
trat bereits Ende 1900 ein, und man fürchtete eine starke Krisis. In- 
dessen haben nur wenige Geschäftsbranchen erheblich gelitten. Die Bank- 
zusammenbrüche, die in Deutschland vorkamen, hatten mit den allge- 
meinen Konjunkturen nichts zu thun. Sie waren allein auf extreme 
Spekulation einzelner gewissenloser Direktoren zurückzuführen. Es hat 
vielmehr den Anschein, daß die Geschäftswelt doch aus den früheren 
Vorgängen gelernt hat, sich in Schranken zu halten, während die 
großen Banken das Ihrige gethan haben, um durch rechtzeitige Dis- 
konterhöhung der Spekulation entgegenzutreten und später durch reich- 
liche und billige Darlehn die Zahlungsstockungen überwinden zu helfen, 
Im Winter von 1901/2 sind auch Arbeiterentlassungen eingetreten, aber 
nicht in solcher Ausdehnung, daß sie zu einer allgemeinen Kalamität 
führten, und im Frühjahre 1902 scheint die Arbeitslosigkeit in der 
Hauptsache gehoben zu sein. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß 
nicht später noch wieder tiefgreifendere Krisen infolge zu weit gehender 
Produktion und Spekulation eintreten werden, doch erscheint die 
Hoffnung begründet, daß sie seltener und weniger verheerend auftreten 
werden.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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