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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

252 
Verschie- 
dene Arten 
der Krisen. 
Ursachen. 
8 76. 
b) Volkswirtschaftliche Bedeutung der Krisen. 
Der von uns gegebene historische Ueberblick über die Krisen 
der Jetzten beiden Jahrhunderte hat eine große Verschiedenartigkeit 
der Ursachen wie des Verlaufes derselben gezeigt, und man wird 
danach die im Eingange aufgestellten verschiedenen Kategorien zu 
unterscheiden vermögen. In erster Linie sahen wir Krisen entstehen 
Jurch gewaltige Spekulationen an der Börse, enorme Kurssteigerung, 
der die reale Unterlage fehlte, und auf die ein Rückschlag eintreten 
mußte, da eine Seifenblase sich dauernd nicht erhalten kann. Die 
Folge davon ist überall während des Aufschwunges übermäßiger Luxus 
bei den plötzlich reich gewordenen Personen, wodurch verschiedene 
Industriezweige begünstigt, eventuell neu groß gezogen werden, während 
sie nach einiger Zeit bei Rückgang der Kaufkraft jener Kreise in sich 
zusammenfallen und einem erheblichen Teile der Bevölkerung sehr 
bedeutende Verluste bringen. In der Hauptsache spielt sich der Vor- 
gang an der Börse ab, und von ihr übertragen sich die Folgen auf 
weitere Kreise, so daß daraus sich eine allgemeinere Kreditkrisis ent- 
wickeln kann, wenn die Kapitalsverluste sehr bedeutende Dimensionen 
angenommen haben. Solche Krediterschütterungen können aber auch 
auf andere Weise herbeigeführt werden, wie durch Münzverschlechterung, 
übermäßige Papiergeldausgabe, zu ausgedehnte Notenemissionen durch 
Privatbanken etc. Diesen erwähnten Krisen stehen, wie ausgeführt, 
2, die Handelskrisen gegenüber, die in Stockungen des Warenver- 
kehrs bestehen, die daher auch Absatzkrisen genannt werden, weil 
ein Teil der produzierten Ware keine Abnehmer zu finden vermag. 
Diese können von seiten der Konsumenten ausgehen, deren Kaufkraft 
durch Kriege, durch Mißernten oder sonstige wirtschaftliche Verluste 
in besonderer Weise gelitten hat, oder auch von Seiten der Produzenten 
infolge einer zu ausgedehnten Produktion, welche den Bedarf überschritt. 
Diese Erscheinung ist mehrfach verschärft, durch einen ausgedehnten 
Gründungsschwindel, der nur an der Gründung von Aktiengesellschaften 
gewinnen wollte damit eine Ueberproduktion förderte und zugleich 
massenhaft unsichere Papiere auf den Markt warf, wodurch wiederum 
lie Ueberspekulation an der Börse gefördert und so von verschiedenen 
Seiten auf eine Krisis hingearbeitet wurde. Die Folge war dann 
sowohl eine Absatz- wie Börsenkrisis. 
Die Ursachen dieser Erscheinungen sind damit in der Hauptsache 
jereits angegeben. Allgemein eigentümlich ist denselben ein plötzlicher 
Rückgang der Preise und Kurse, nachdem vorher eine außergewöhn- 
‚iche Erhöhung derselben stattgefunden hatte. Die Ursachen wiederum 
dieser Preis- und Kursschwankungen sind, wie sich ergab, sehr ver- 
schiedenartig. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts stehen sie 
unzweifelhaft in engem Zusammenhange mit den Ernteverhältnissen. 
Die Landwirtschaft überwog mit ihrem Einfluß auf das ganze wirt- 
schaftliche Leben, wenigstens auf dem europäischen Kontinent, gegen- 
über Handel und Industrie, Hatte der Bauer Geld, so hatte es die 
ganze Welt. Reichliche Ernten erhöhten die Kaufkraft der Bevölkerung, 
animierten Handel und Industrie, nachdem durch die erweiterte Nach. 
frage die Warenpreise gestiegen waren. Dies führte zu einer Ueber- 
produktion, worauf ein Rückschlag unvermeidlich wurde. Umgekehrt 
verminderten Mißernten die Kaufkraft, brachten deshalb den Absatz
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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