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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

253 
ins Stocken und Handel und Gewerbe zur Krisis. Wir fanden aber 
auch ein Beispiel, wo gerade überreiche Ernten zu einer so bedeutenden 
Preissenkung führten, daß sie gleichfalls zu einer allgemeinen Kala- 
mität wurden, Bedeutsam ist es nun, daß die letzte große Krisis be- 
reits völlig unabhängig von den Ernteverhältnissen gewesen ist, und 
daß in den letzten Jahren sogar trotz der agrarischen Depression ein 
bis dahin kaum dagewesener Aufschwung von Handel und Industrie 
in Deutschland eingetreten ist. Der Einfluß der agrarischen Verhält- 
nisse hat sich also enorm abgeschwächt, obgleich noch heutigen Tages 
der Ernteausfall für den Volkswohlstand sehr maßgebend sein kann, 
zumal derselbe nicht mehr immer wie in früheren Zeiten in umge- 
kehrtem Verhältnis zu den Preisen steht, vielmehr reiche Ernten mit 
hohen Preisen, Mißernten mit niedrigen Preisen Hand in Hand gehen 
können. Aber gleichwohl zeigt es sich, daß heutigen Tages die Volks- 
wirtschaft in einem höheren Maße von der Industrie beherrscht wird, 
daß nicht mehr der größte Teil des Bedarfes die Nahrungsmittel be- 
trifft, und am wenigsten die der heimischen Landwirtschaft entnommenen 
Rohprodukte. Vielmehr besteht der größte Teil des Nationalertrages 
aus den Produkten der übrigen Gewerbe, und diese müssen damit das 
Wohl und Wehe der Volkswirtschaft in einem höheren Maße be- 
stimmen als die Landwirtschaft, 
Zwei Momente sind es nun, welche in der neueren Zeit auf Ursachen der 
Handel und Industrie einen besonderen Einfluß ausüben können, um Preisschwan- 
Schwankungen in den Preis- und Absatzverhältnissen herbeizuführen. ““ngen. 
Das eine Moment ist die Ausbildung der technischen Hilfsmittel infolge 
der großartigen Erfindungen der Neuzeit, welche die Leistungsfähig- 
keit fast jedes Industriezweiges in der gewaltigsten Weise gesteigert 
hat, so daß mit Hilfe der Dampfkraft, der Maschinen etc. in kurzer 
Zeit in den verschiedensten Branchen mehr produziert werden kann 
als Bedarf vorliegt. Dies wird durch das zweite Moment unterstützt: 
die Ausbildung der Kreditwirtschaft, welche die Konzentrierung von 
Kapital zur Erweiterung der Produktion in kurzer Zeit und in extremem 
Maße ermöglicht. Durch beides kantı auf den verschiedensten In- 
dustriegebieten die Produktion in der kürzesten Frist vervielfältigt 
werden, und es liegt die Möglichkeit vor, mehr Waren zu liefern, als 
abzusetzen sind, d. h. eine Ueberproduktion zu erzielen, die notwendig 
ainen erheblichen Preisrückgang zur Folge haben muß. Da nun zu- 
gleich die wirtschaftliche Kulturwelt sich in der neueren Zeit gewaltig 
arweitert hat, die in der gleichen Weise zu produzieren vermag, so ist 
damit die Gefahr der Ueberproduktion in bedeutendem Maße ver- 
schärft, während auf der anderen Seite die Nachfrage nach Industrie- 
produkten naturgemäß weit größeren Schwankungen unterworfen ist, 
als die nach landwirtschaftlichen Produkten. Dazu kommt ferner, daß 
bei der bedeutenden Ausbildung der Arbeitsteilung und danach der 
Spezialisierung der Arbeit in den einzelnen Etablissements, welche die 
ganze Einrichtung nur für die Herstellung ganz bestimmter Waren ge- 
signet macht, der Uebergang zu einer anderen Thätigkeit außerordent- 
lich erschwert ist. Der Handweber kann ev. von der Baumwolle zur 
Wolle übergehen und die verschiedensten Arten von Zeugen herstellen, 
während die heutigen Maschinen nicht nur sehr verschieden für jede 
Art des Rohmaterials hergestellt sind, das sie verarbeiten, sondern 
auch nur für ganz bestimmte Arten von Zeugen und Mustern, so daß 
sie zum Stillstand gebracht werden, wenn die Nachfrage gerade nach
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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