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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

10 
Ausdruck gelangen kann. Wenn der Mensch sich nicht nur damit 
begnügt, die Nützlichkeit des betreffenden Gegenstandes für seine 
Zwecke anzuerkennen, sondern dazu übergeht, zu untersuchen, wie groß 
der Nutzen ist, den er davon haben kann, also den Grad der Brauch- 
barkeit festzustellen, so unternimmt er es, das Gut nach seinem Werte 
zu schätzen. Das Ergebnis der Schätzung kann aber erst zum Aus- 
druck gebracht werden, wenn zugleich eine Vergleichung mit anderen 
Gegenständen durchgeführt wird, die als Maßstab dienen. Wenn der 
Mensch bei einer Getreideart entdeckt, daß sie zur Nahrung verwend- 
bar ist, so erkennt er sie als Gut an, baut er das Getreide an, so ist 
das Gewonnene ein wirtschaftliches Gut, geht er dazu über, zu unter- 
suchen, welche Quantität des Getreides genügt, den Tages- oder Jahres- 
bedarf zu decken, so wird er zur Erkenntnis der Bedeutung des Gutes 
für seine wirtschaftlichen Verhältnisse gelangen, das ist, ihm Wert 
beilegen. Zum Ausdruck aber kann er das Ergebnis seiner Schätzung 
nur bringen, wenn er feststellt, wie viel andere Nahrungsmittel ein be- 
stimmtes Quantum Getreide zu ersetzen vermag, also durch die Ver- 
gleichung der wirtschaftlichen Bedeutung mit jenen. So wird der Wert 
eines Centners Weizen gleich eventuell fünf Viertel Centner Roggen, 
anderthalb Centner Hafer oder 10 M. in Gold festgestellt. In der 
gleichen Weise vermag man wohl zu sagen, es ist in dem Zimmer heiß 
oder kalt; wie groß die Wärme, vermag man nur festzustellen nach 
der Einwirkung auf die Quecksilbersäule. Man kann ein Haus, einen 
Berg wohl hoch oder niedrig‘ nennen, die Höhe selbst ist nur durch 
Vergleichung mit einem Meterstabe oder dem menschlichen Fuß und 
dergl. zu bestimmen. Man wird die Eigentümlichkeit der Wertschätzung 
daher nur richtig erkennen, wenn man sich stets vergegenwärtigt, daß 
die Grundlage dabei die Vergleichung ist. 
Der Wert ist keine absolute Eigenschaft der Dinge, sondern 
wird denselben erst durch die Schätzung beigelegt; gerade so wie 
die grüne Farbe nicht eine der Tapete inhärente Eigenschaft ist, sondern 
nur den Eindruck bezeichnet, den die Oberfläche des Gegenstandes 
unter dem Hinzutritt des Lichtes auf die Netzhaut hervorbringt; und 
dieser. Eindruck ist bekanntlich auf die verschiedenen Menschen sehr 
ungleich. Es ist nur nötig, an die Farbenblindheit zu erinnern. Erst 
durch die Schätzung des Menschen wird dem Gegenstande der Wert 
beigelegt und je nach der individuellen Eigentümlichkeit des Menschen, 
je nach den Verhältnissen, in denen er sich befindet, wird sein Urteil 
über den Wert desselben Gegenstandes ein außerordentlich ungleiches 
sein. Wir haben daher die Motive näher zu untersuchen, welche das 
Urteil des Menschen bei der Wertschätzung beeinflussen. Zuvor in- 
dessen wollen wir näher betrachten, welche Arten des Wertes aufge- 
stellt werden können, resp. aufgestellt sind, da die Eigentümlichkeit des 
Wertbegriffes dadurch stärker hervortreten wird. 
Gebrauchs- Schon Aristoteles, dann Adam Smith haben den Wert in Ge- 
und brauchs- und Tauschwert (value in use, value in exchange) einge- 
Fauschwert. o;]t, Als Gebrauchswert ist die Tauglichkeit eines Gegenstandes zur 
Verwendung für den menschlichen Gebrauch bezeichnet, oder auch: „In 
der eigenen Wirtschaft ihres Besitzers verwendet zu werden“ (Böhm- 
Bawerk), während der Tauschwert die Bedeutung eines Gegenstandes 
im Verkehre zum Austausch anderer Gegenstände zum Ausdruck bringen 
soll. Thdessen schafft wohl die Bestimmung oder. die Art der Ver- 
wendung eines Gegenstandes nicht eine eigene Wertkategorie. Sonst
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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