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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

jenigen sind, bei welchen man sich weitaushebende und zeitraubende 
Produktionsumwege gestatten kann“, wodurch die gegenwärtigen Güter 
sine höhere Bedeutung in der Produktion als die künftigen, die noch 
nicht als Hilfsmittel verwendet werden können, haben. Wir vermögen 
lie Argumentation nicht zu acceptieren. Der Rentier wünscht vielfach 
die Rückzahlung eines sicher angelegten Kapitals gar nicht und be- 
dingt sich eventuell aus, daß die Hypothek ihm vor zehn Jahren nicht 
zurückgezahlt werden darf, verlangt aber doch und mit Recht einen 
Zins. Das Getreide ist bekanntlich bald nach der Ernte billiger als 
am Schluß des Erntejahres, und Aehnliches findet sich sehr häufig in 
der Volkswirtschaft. Jene Erklärung des Zinses erscheint aber auch 
in den zutreffenden Fällen sehr gekünstelt, während sie sich nach An- 
arkennung der Produktivität des Kapitals von selbst ergiebt. 
Wenn der Schneider, der bei unserem Beispiele sich eine Näh- 
maschine borgt, damit in der halben Zeit einen Anzug fertig stellt, 
als bisher mit der Hand, so ist ein Wertüberschuß thatsächlich vor- 
handen, denn er ist in der Lage, sich für die Herstellung des Anzuges 
denselben Preis zahlen zu lassen als bisher, und thatsächlich ist zu- 
nächst dieser Verdienst höher, als die Abnutzung der Maschine be- 
trägt. Wenn nun allmählich die Nähmaschinen allgemeiner zur An- 
wendung gelangen, so wird dieser Ueberschuß durch die Konkurrenz 
allmählich mehr und mehr herabgedrückt, und thatsächlich kommt es 
vor, daß er schließlich verschwindet, ja unter die Herstellungskosten fällt, 
aber dies kann nur vorübergehend sein, denn dann hört die Benutzung 
der Maschine auf, wie das eine Zeit lang bei den Maschinen in der Schuh- 
fabrikation in Deutschland der Fall war, gegen welche die Handarbeit 
aine lange Zeit die Konkurrenz erfolgreich durchführte. Dann hört 
patürlich auch entsprechend die Herstellung von solchen Maschinen auf, 
denn sie erfolgt nur, wenn sie mit Vorteil, d. h. unter Erzeugung 
eines Wertüberschusses bewirkt werden kann, so lange irgend ein Pro- 
duktionszweig existiert, in dem das Kapital einen Ueberschuß erzeugt; 
las wird aber in jeder aufblühenden Volkswirtschaft der Fall sein. 
Ueberall liegt die Möglichkeit vor, durch Unterstützung der Arbeits- 
kraft durch Kapital die Leistung zu erhöhen, sei es in der Landwirt- 
schaft durch Meliorationen, Erweiterung oder Verbesserung des Vieh- 
standes etc., in der Fabrikation durch Beschaffung besserer Maschinen, 
durch Vergrößerung des Betriebes, in dem Handel durch erweiterten 
Einkauf im Großen etec., so daß überall eine größere Nachfrage nach 
Kapitalien vorliegt, als Vorrat an denselben vorhanden ist. Infolge- 
dessen hat der Inhaber von Kapital stets einen Vorzug vor demjenigen, 
welchem dasselbe nicht zur Seite steht, und da das Kapital durch die 
Uebertragbarkeit in Geld fungiblen Charakter annimmt, und leicht aus 
ainer Anlage in eine andere übergehen kann, so zieht es sich dort 
zurück, wo es keinen Ueberschuß erlangt, und wendet sich dort hin, 
wo ein solcher zu erzielen ist, und findet nur da eine Anwendung, 
Im großen Ganzen können daher die Preise der Produkte so hoch ge- 
halten werden, daß sie nicht nur die Unkosten decken, d. h. den 
Arbeitslohn und den Ersatz für das aufgewendete Kapital, sondern 
auch noch einen Ueberschuß liefern, das ist die Kapitalsrente, Die 
Hauptursache also ist in der werterzeugenden Kraft des Kapitals zu 
sehen, die sowohl in den Maschinen, wie in den Fabrikgebäuden ete., 
auf der anderen Seite in der Nutzbarkeit der Gegenstände liegt wie 
in Wohngebäuden ete., welche natürlich in dieser Hinsicht völlige den
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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