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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

390 
durchschlagenden Erfolg, der noch größer im Auslande war, als in 
England selbst, wo das ganze Staatswesen bereits von einem freiheit- 
sicheren Geiste durchweht war. Ihm vor allem ist es zu danken, daß 
noch Ende des 18. Jahrhunderts das Interesse für wirtschaftliche 
Fragen ein allgemeines geworden ist, die Erörterungen auf einer ge- 
sunden Basis gepflogen wurden und gerade für jene Zeit eine segens- 
reiche Richtung nahmen. 
Man hat Adam Smith einseitigen Materialismus vorgeworfen, 
da er das ganze wirtschaftliche Leben auf den Egoismus zurück- 
führte und sein rücksichtsloses Walten als natürlich und notwendig an- 
erkannte. Der Vorwurf ist ungerechtfertigt und nur möglich, wenn 
man sein zweites großes Werk isoliert betrachtet, während es als eine 
Fortsetzung des ersteren und somit im Zusammenhange mit jenem auf- 
zufassen. ist. Dort hatte er in idealster Lebensauffassung die ethischen 
Aufgaben der Menschen auseinander gesetzt, die in der Vebung der 
Gerechtigkeit und Tugend zu sehen seien. Er geht auch davon aus, 
laß man die natürlichen Triebe des Menschen walten lassen sollte, denn 
den Menschen beseele eine natürliche „Sympathie“, der entsprechend der 
Mensch den christlichen Grundsatz als den allein richtigen Maßstab 
ansieht, den Fremden zu behandeln, wie man selbst behandelt zu sein 
wünscht, 
Wenn er in der Behandlung des wirtschaftlichen Lebens das Pri- 
vatinteresse als die natürliche Triebfeder überall voraussetzt, SO ver- 
steht es sich von selbst, daß dieses nur innerhalb der von ihm selbst 
aufgestellten Schranken der Gerechtigkeit vorausgesetzt wird, und 
daß der Egoismus überall als durch die Sympathie gemäßigt ange- 
a0mmen wird. 
Dagegen ist ihm mit Recht der Vorwurf zu machen, daß er viele 
Ausführungen zu unbestimmt gelassen hat, dadurch zu Mißverständ- 
nissen und schiefen Auffassungen Anlaß gab, um so mehr, als ihm 
mancherlei Widersprüche nachzuweisen sind. Wenn man aber erwägt, 
daß es sich um einen ersten Anlauf auf noch völlig ungeebneten Wegen 
handelt, so wird man das begreiflich finden. Er hat ferner unzweifel- 
haft den Staat in seiner Bedeutung und seinen wirtschaftlichen Aufgaben 
unterschätzt. In einer Zeit, wo es galt, den Uebergriffen der Staats- 
zewalt entgegenzutreten, war es geboten, diesem durch Ueberspannung 
des Bogens entgegenzuwirken, Er wirkte allerdings auf eine Atomisierung 
der Gesellschaft hin, indem er den Einzelnen mit seinen Lebensansprüchen 
in den Vordergrund stellte und Jeden sich selbst überlassen wollte. Aber 
auch dieses mußte in jener Zeit die erste Forderung sein, um normale 
Verhältnisse herbeizuführen. Er selbst zeigt durch die von ihm auf- 
gestellten Ausnahmen, daß er stets geneigt, den thatsächlichen Ver- 
hältnissen Rechnung zu tragen, und auf dem Boden der Gewerbe- 
freiheit würde er sicher auch dem Staate andere Aufgaben gestellt 
haben. Die ihm vorgeworfenen Einseitigkeiten treffen hauptsächlich 
3eine Schüler, die nach allen Richtungen hin über den Meister hin- 
ausgingen. 
Um aber die Wirkung des Smith’schen Werkes richtig zu ver- 
stehen, haben wir vor allem einen Blick auf die wirtschaftlichen Ver- 
hältnisse nach dem Erscheinen seines Werkes zu werfen.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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