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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 345 — 
Die gleichen Anschauungen vertritt Karl Ludwig von HallerL.v.Haller. 
a Auch er steht mit seinen ganzen Anschauungen auf 
em Boden des Mittelalters, idealisiert die damaligen Zustände in 
Jurchaus unhistorischer Weise und bekämpft die neuere Entwickelung 
und vor allem den modernen Industriestaat. Deshalb wünscht er in 
seinem „Handbuch der allgemeinen Staatenkunde“, 1808 vor allem durch 
Fideikommisse die großen Grundherrschaften für alle Zeiten festzulegen 
und ebenso mit allen Mitteln den Bauernstand zu sichern. Den Ge- 
meinden sollen weitgehende Rechte und große Selbständigkeit ein- 
geräumt werden, um der lästigen Vielregiererei von oben entgegen zu 
wirken. Gewerbefreiheit sei nicht zu dulden, den Gemeinden sei zu 
überlassen, wen sie als Bürger aufnehmen und welche Beschäftigung 
sie ihm gestatten wollen, Daß Haller bei dem geringen Verständnis 
für die neue Zeit keinen tiefen Eindruck machen konnte, liegt auf 
der Hand. 
& 103. 
ce) Friedrich List. 
Lowis Katzenstein, Fr. List, Berlin 1896, 
LZudw. Haüsser i.d. Vorrede zur Gesamtausgabe von Lists Werken. Tübingen 1850. 
K. Th. Eheberg, Histor.-krit, Einl. z, 7. Aufl, Fr. List’s Nationales System der 
pol. Oek. Stuttg. 1883 
Die beiden soeben besprochenen Gegner Smiths standen zu sehr 
auf veraltetem Standpunkte, um positiv einen Fortschritt in unserer 
Wissenschaft zu erzielen und anders als durch ihre Kritik zu wirken. 
Ganz anders steht der jetzt zu betrachtende Mann da, der mit klarem, 
praktischem Blick die neuere Zeit richtig erfaßt und zugleich die 
Einseitigkeit des Smithianismus erkannt hat. Er wollte nicht das 
moderne Zeitalter zurückschrauben, sondern trat begeistert für dasselbe 
ein und untersuchte, wie die modernen Förderungsmittel am besten 
zu verwerten seien. Auch er trat dem Smith’schen Kosmopolitismus 
entgegen und verlangte den Ausbau der einzelnen Nationen zu selb- 
ständigen Organismen mit eigener Geschichte und besonderer Eigen- 
tümlichkeit. Daher hat man das von ihm aufgestellte System das 
„nationale“ genannt. Er sah aber in dem Staat nicht wie Ad. Müller 
den Selbstzweck, sondern nur das Mittel, um dem Einzelnen gerecht 
zu werden. Er entfernte sich damit nicht von Ad. Smith, wurde 
aber dadurch sein Gegner, daß er dem Staate ganz andere wirtschaft- 
liche Aufgaben stellte. Hatte Smith den Wohlstand hauptsächlich 
in den Befriedigungsmitteln gesehen, so List in den Produktions- 
kräften des Landes, die, allseitig zu entfalten und in ihrer nachhaltigen 
Leistungsfähigkeit zu erhalten, die. Aufgabe des Staates sei, welche die 
Einzelnen nicht genügend durchzuführen vermöchten. Auch er erkennt, 
daß die Smithsche Lehre hauptsächlich für englische Verhältnisse 
geschaffen und aus Beobachtungen auf englischem Boden erwachsen ist, 
aber er sieht sie auch für verwertbar an, um zu beurteilen, wie die 
Volkswirtschaft des Kontinents entwickelt werden müsse, um der eng- 
lischen Suprematie entgegen zu wirken, Zugleich vermochte er seine 
ganzen Lehren in ein geschlossenes System zu bringen, das nicht frei 
von Einseitigkeiten ist, aber bis auf die Gegenwart hin in der Haupt- 
sache seine Bedeutung bewahrt hat. 
Es ist nun von besonderem Interesse, zu verfolgen, wie er auf 
rein emPpirischem Wege und als Autodidakt zu seinen Anschauungen 
Stellung zu 
A. Smith.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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