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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 356 —- 
duktion und Konsumtion sind im großen Ganzen gemeinsam gedacht, 
wenn auch Ausnahmen nicht ausgeschlossen sind. Jeder ist ver- 
pflichtet, die Landwirtschaft zu betreiben und außerdem irgend ein 
Handwerk zu erlernen. Zum Betriebe der Landwirtschaft werden die 
nötigen Personen auf zwei Jahre kommanundiert, worauf sie in die Stadt 
zurückkehren und durch andere ersetzt werden. Jeder ist zur Arbeit 
verpflichtet, mit Ausnahme der Beamten und derjenigen, welche auf 
Empfehlung der Priester vom Volke dispensiert werden, um sich der 
Kunst und Wissenschaft zu widmen. Die Arbeitszeit ist auf 6 Stunden 
beschränkt. Das müsse hinreichen, wenn jeder Luxus verbannt, der 
Arbeit die möglichste Annehmlichkeit beigelegt wird und Müßiggänger 
nicht vorhanden sind. Niedere Arbeiten sollen, wie erwähnt, Sklaven 
vorbehalten sein; das sind Sträflinge und Kriegsgefangene, zu denen 
eventuell auswärtige Lohnarbeiter hinzugezogen werden, 
Die Produktion wird associationsweise durchgeführt, das Ergebnis 
ist an Staatsmagazine abzuliefern, aus denen den Haushaltungen das 
Nötige und natürlich völlig gleichmäßig zugeteilt wird. Die Regelung 
der Gütererzeugung und Güterverteilung im ganzen Lande hat der 
Senat zu leiten und zu beaufsichtigen. Auch die einzelnen Städte 
haben sich gegenseitig zu ergänzen und zu unterstützen. Der Handel 
mit dem Auslande wird auf ein Minimum reduziert. Reisen im Aus- 
lande sind verboten, dagegen ist Auswanderung überschüssiger Be- 
völkerung als notwendig anerkannt. 
Außerdem ist zu bemerken, daß unbedingte religiöse Toleranz 
ausgesprochen ist. Doch kann nur Beamter werden, wer an eine 
Seele und an eine Fortdauer nach dem Tode glaubt. Die Priester 
werden wie die anderen Beamten gewählt, 
Mit Recht sagt Robert von Mohl, daß für die damalige Zeit 
der Gedanke der Priesterwahl, Beseitigung der Stände einen größeren 
Gegensatz zu den allgemeinen Anschauungen ausmachte, als die Forderung 
des modernen Sozialismus auf Beseitigung des Privateigentums. Wesent- 
lich ist ferner die Unterdrückung des HErwerbstriebes, der ersetzt 
werden soll durch Arbeitszwang, was sich in jedem sozialistischen 
Staate als notwendig herausstellen muß, worüber aber die modernen 
Schriftsteller gerne stillschweigend hinfortgehen. Das Endergebnis ist 
wohl eine angemessene Fütterung der ganzen Bevölkerung, aber auch 
die größte Oede und Gleichförmigkeit, da es an jeder Abwechselung 
fehlt. „So wie jemand eine aus den Städten wohl gesehen und er- 
kannt hat, der kennet die anderen alle, also seien sie einander durch- 
aus gleich“. Morus hofft darüber durch Erziehung und Bildung 
Aller, welche die ausgedehnte Muße ermöglicht, hinforthelfen zu 
können. 
Sonnenstaat Der nächstfolgende Versuch, der für uns Interesse hat, ist der 
des Campa- des kalabresischen Dominikanermönches Campanella, der als Feind 
nella. ger spanischen Herrschaft 25 Jahre im Kerker schmachtete und dort 
die Schrift „Civitas solis, vel de rei publicae idea dialogus poeticus“ 
1630, zweite Ausgabe Paris 1637, verfaßte. Er schließt sich enger 
als Morus an Plato an und beschränkt den Staat auf eine Stadt. 
Er bekundet aber seinen geistlichen Standpunkt durch Einrichtung 
einer strengen hierarchischen Ordnung, alle geistliche und weltliche 
Gewalt ruht in den Händen eines gewählten Groß - Metaphysikers, 
unter dem Beamte als Vertreter der Weisheit, Stärke und Liebe 
fungieren. Auch er will völligen Kommunismus durchgeführt haben,
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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