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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 386 — 
Auffassung 
der wirt- 
schaftlichen 
Natur- 
yesetze, 
auf, wobei ihnen die nötige Uebersicht fehlte und sie zu unhaltbaren 
Ergebnissen kamen. Es ergab sich daraus die Notwendigkeit, größere 
Sorgfalt auf das historische Studium zu verwenden. Es hatte daher 
diese historische Richtung ihre unbedingte Berechtigung. Dasselbe 
ergab sich aus der Kritik des Sozialismus. Unzweifelhaft hat die 
sozialistische Schule ihre außerordentlichen Verdienste, wie schon 
früher hervorgehoben, sowohl für die praktische Sozialpolitik, wie für 
die Wissenschaft. Schärfer als von irgend einer anderen Seite ist von 
den sozialistischen Schriftstellern die Einseitigkeit des Smithianismus 
nachgewiesen, und sind die Bedenken des Prinzips „Laissez faire, laissez 
passer“ hervorgehoben. Aber ihre ganze Bedeutung lag eben in der 
Kritik. Die Smith’sche Schule setzte sich völlig über den historischen 
Entwickelungsgang hinfort und wollte das ganze Wirtschafts- und Staats- 
Jeben auf eine völlig neue Basis stellen, ohne an die bisherigen Zu- 
stände anzuknüpfen, Sie zeigte sich daher noch mehr unhistorisch als 
die Smithsche Schule, Auch dem gegenüber war es nötig, auf die 
Geschichte hinzuweisen, die allein zunächst eine Gesundung in den 
Anschauungen herbeiführen konnte. 
Die alte Schule glaubte allgemein gültige wirtschaftliche Natur- 
zesetze gefunden zu haben. Die Beobachtung ergab, daß jene soge- 
jannten Gesetze nur Regeln waren mit Geltung für eine bestimmte 
Zeit und einen bestimmten Boden. Der ältere Sozialismus trug wesentlich 
Jazu bei, diese Auffassung zu erschüttern, und setzte klar auseinander, 
daß viele der als gesetzlich angenommenen Vorgänge nur einer be- 
stimmten Klassenherrschaft entsprängen und daher wohl beseitigt 
werden könnten. Er ging darin aber wiederum zu weit, als willkür- 
lich anzusehen und die Beseitigung zu verlangen, wo es sich um In- 
stitutionen handelte, die einmal der menschlichen Natur analog sind 
und dann, wie sich aus der Geschichte erweisen läßt, als Grundlage 
unserer gesamten Kultur acceptiert werden müssen, wie das Privat- 
eigentum und die individuelle Freiheit. Infolgedessen erwies es sich 
als notwendig, die Natur des Menschen selbst näher zu studieren, die 
psychologischen Momente genauer zu berücksichtigen. Das ist nun in 
der neueren Zeit sowohl von der Wiener wie von der Berliner Schule 
anerkannt, und die Arbeiten speziell von Schmoller zeigen, welch 
gründliches Studium er gerade der Philosophie zugewendet hat. Sein 
neuestes Werk behandelt in dem bis jetzt nur vorliegenden ersten Teil 
die Grundlagen der Volkswirtschaft, gleichwohl wird es durch die Ver- 
tiefung der Untersuchung und gerade die philosophisch - historische 
Durchführung, sowie die besonders von Bücher erfolgreich begonnene 
Heranziehung ethnologischer und anthropologischer Forschungen, als 
ein bedeutsamer Fortschritt unserer Wissenschaft zu bezeichnen sein, 
Ein abschließendes Urteil, ob es ihm gelingt, ein neues Gebäude auf- 
zurichten, muß nach Vollendung des Werkes vorbehalten bleiben. Er 
tritt hauptsächlich in die Fußstapfen von Knies, geht aber weit über 
ihn hinaus, 
Durch die neuere vermittelnde Richtung ist zu allgemeiner Aner- 
kennung gebracht, daß es die Aufgabe unserer Wissenschaft nicht ist, 
allgemeine Naturgesetze in dem Wirtschaftsleben zu ermitteln. Denn 
dasselbe ist viel zu kompliziert, überall wirken eine so große Zahl von 
Faktoren zusammen, daß die Isolierung nur ganz vereinzelt möglich 
ist. Auf der anderen Seite ist die Grundlage desselben, der Mensch 
mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten, fortdauernd solchen Ver-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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