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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

29 
Bedürfnis- 
steigerung. 
Eooismus. 
nötige Arbeitsgelegenheit geboten werden können. Jede Hebung der 
Lebensbedingungen der unteren Klassen stellt an die Arbeitskraft des 
Landes die gewaltigste Anforderung, und eine Grenze für diese Ent- 
vickelung ist kaum abzusehen, 
Auf niederer Kulturstufe ist dagegen die Weckung der Bedürf- 
nisse das erste Erfordernis zur Hebung des Fleißes. Das Unbehagen 
lurch die Nichtbefriedigung desselben muß größer sein als das Be- 
hagen bei dem sich der Trägheit Hingeben. Der Neger beginnt erst 
zu arbeiten, wenn in ihm das Streben wachgerufen ist, sich bunte 
Zeuge, Schmucksachen, alkoholische Getränke zu verschaffen, und dieses 
Streben so stark ist, daß er lieber die Anstrengungen der Arbeit auf 
sich nimmt, um sich das Nötige zu verdienen, als träge hin zu vege- 
tieren. So lange der russische Bauer sich bei seinen geringen Bedürf- 
nissen völlig wohl fühlt, ist er für einen Kulturfortschritt nicht reif. 
Erst wenn er darnach strebt, sich mehr Mittel zu verdienen, wird er 
auch geneigt sein, etwas zu lernen, um seine Leistungsfähigkeit zu er- 
höhen, es ist die erste Anregung, um sich auch geistig höher zu bil- 
den, Die Trägheit ist aber überall in der Menschheit verbreitet, und 
es bedarf eines Anstoßes, um sie zu überwinden. Der Reiz, sich mehr 
Genüsse zu verschaffen, ist am meisten geeignet, die natürliche Träg- 
heit zu überwinden, 
Die Steigerung der Bedürfnisse ist aber nicht unter allen Um- 
ständen förderlich. Sie kann auch über das richtige Maß hinaus- 
zehen. Das wird der Fall sein, wenn die Entwickelung der Leistungs- 
fähigkeit nicht mit der der Bedürfnisse Hand in Hand gegangen ist, 
und dadurch die Gefahr erwächst, daß die angeregten Bedürfnisse 
keine Befriedigung finden, wodurch Unzufriedenheit entstehen muß. 
8 10. 
Das Privatinteresse als wirtschaftliches Agens. 
% „Schmotler, Volkswirtschaftslehre, -methode, Handwörterbuch der Staatswissen- 
schaften. 
Menger, Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften, Wien 1883. 
Dietzel, Beiträge zur Methodik der Wirtschaftswissenschaft, Jahrb. f, National- 
jkonomie. N. F., IX, 1884, 
4. Wagner, Grundlegung, 1. Buch. Leipzig 1894, 
Der Mensch ist aber nicht nur in Bezug auf seine Bedürfnisse 
;roßen Wandlungen unterworfen, sondern auch in seinen Begriffen 
ron Recht und Sitte, wodurch auch die Thätigkeit zur Befriedigung 
ler Bedürfnisse, also die ganze Volkswirtschaft große Modifikationen 
arfahren muß. - Die Adam Smithsche Schule ging davon aus, daß das 
Privatinteresse, der Egoismus, die wirtschaftliche Thätigkeit hervorrufe 
ınd leite, und gewiß ist dieses richtig. Sie ging aber noch einen 
Schritt weiter und sah dieses Privatinteresse als bei allen Menschen 
zleich an, so daß dadurch die wirtschaftliche Thätigkeit überall in der 
zleichen Weise beeinflußt würde. Sie glaubte daher allgemein wirt- 
zchaftliche Naturgesetze aufstellen zu können und sah in der Auffin- 
Jung derselben die Aufgabe der Wissenschaft. Das ist indes nicht 
richtig, Der Egoismus, wie er hier in Betracht kommt, ist offenbar 
aufzufassen als das Streben, in sich das Gefühl der Zufriedenheit her- 
zustellen. Bei dem Eintreten des Gefühls des Hungers, also auf Grund 
des Nahrungsbedürfnisses, wird der Mensch allgemein darnach streben, 
durch Verschaffung von Nahrungsmitteln und Genuß derselben sich
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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