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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

97 
dadurch im Werte niedrig stehen, in die Gegenden höheren Bedarfs 
und erhöht deshalb den Wert derselben. Dasselbe Quantum Kohle 
oder Getreide hat durch eine angemessene Verteilung im Lande eine 
erhebliche Werterhöhung erfahren. Derselbe Vorrat hat im Lande weit 
größere wirtschaftliche Bedeutung gewonnen, der Volkswohlstand ist 
dadurch wesentlich erhöht. Der Handel wirkt in der gleichen Weise 
auch ohne Transport, indem er die Gegenstände in die Hände über- 
führt, welche einen besseren wirtschaftlichen Gebrauch davon machen 
können. Wenn zwei Gutsnachbarn die aufgezogenen Tiere ihrem Be- 
darf entsprechend austauschen, indem der eine zu viel Kühe, der andere 
zu viel Pferde hat, und jeder von dem anderen bezieht, was ihm zur 
Komplettierung seines Inventares fehlt, so haben durch den Tausch 
jene Tiere sowohl für die Privatwirtschaften, welche sie empfingen, wie 
für die ganze Volkswirtschaft einen höheren Wert erhalten. Durch den 
Tausch fand eine Wertproduktion statt. Der Handel ist in dieser Weise 
ebenso produktiv wie die Industrie. Er liefert ein Mittelglied oder den 
Schluß des. Produktionsprozesses, und ist als ein Teil desselben auf- 
zufassen, der erst beendigt ist, wenn der Gegenstand in der Hand des 
Konsumenten seine Bestimmung der Bedürfnisbefriedigung erreicht hat. 
Ein Unterschied zwischen dem Außen- und dem Innenhandel ist hierbei 
nicht anzuerkennen, 
Die Verkennung der Bedeutung des Handels und die vielfach 
ihm entgegengebrachte Mißachtung ist auf die Beobachtung zurück- 
zuführen, daß der Handel auch unproduktiv auftritt. Das kann der 
Fall sein, wo eine künstliche Preissteigerung durch Spekulation oder 
durch Monopolisierung herbeigeführt wird, ohne zugleich eine Wert- 
steigerung zu erzielen. Es handelt sich dann allein um eine Wert- 
verschiebung, und der Kaufmann bereichert sich auf Kosten des Produ- 
zenten oder Konsumenten, ohne der Volkswirtschaft zu nützen. Aber, 
weil eine Spekulation unproduktiv und einseitig auf die Ausbeutung 
des Publikums gerichtet sein kann, ist, wie später zu zeigen sein wird, 
nicht jede Spekulation unproduktiv. Weil eine Anzahl Kolonialwaren- 
aändler, Cigarrenläden u. s. w. überflüssig sind, sind nicht alle ent- 
behrlich. Weil in einer kleinen Stadt durch Ringbildung die Kaffee- 
preise zu hoch geschraubt sind, ist nicht die Preiserhöhung durch den 
Detailhandel überhaupt ungerechtfertigt und der Zwischenhandel ent- 
behrlich und unproduktiv. Unberechtigte Preissteigerung wird ebenso 
mitunter mit Recht dem Fleischer, wie dem Fabrikanten vorgeworfen. 
Es giebt ebenso zeitweise einen Ueberfluß an Bäckern, Schuhmachern, 
wie Bierbrauereien, Papierfabriken u. s. w., deren Thätigkeit in Zeiten 
der Ueberproduktion als unproduktiv bezeichnet werden muß. Bei 
übermäßiger Bodenzersplitterung in reinen Agrargegenden, wo die 
Arbeitskraft der Bevölkerung nicht genügende Verwendung findet, ist 
ebenso ein Ueberfluß an Landwirten zu beklagen, wie bei dem obigen 
Beispiele an Kolonialwarenhändlern. Wenn der Landwirt eine ver- 
fehlte Melioration durchführt, wenn er eine falsche Fruchtfolge einführt, 
eine den Verhältnissen nicht entsprechende Tierrasse hält und ev. noch 
anrationell ernährt, so ist auch seine Thätigkeit eine unproduktive, welche 
den Volkswohlstand nicht hebt, sondern schädigt. Wie aber deshalb nicht 
die ganze Landwirtschaft unproduktiv ist, so auch nicht der Handel, Das mensch 
Eine Werterhöhung kann aber, abgesehen von dem Handel, noch 55 "ca 
durch eine andere Aenderung des Verhältnisses zwischen dem urteilen- Wer er- 
len Menschen und dem beurteilten Objekte stattfinden, das ist der zeugend,
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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