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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

50 
durch sein eigenes Interesse aus Rücksicht auf seine Konkurrenten 
gezwungen sei, sich nur mit einem mäßigen Verdienste zu begnügen, 
während ebenso infolge der vielseitigen Nachfrage gleicher Interessenten 
die Kauflustigen gezwungen würden, einen. angemessenen Preis für die 
Ware, wie für Dienstleistungen zu zahlen. Gerade diese Auffassung, 
die von der Adam Smithschen Schule, so von David, Ricardo, 
Frederic Bastiat und der deutschen Freihandelspartei vertreten 
wurde, führte zu der Forderung, daß der Staat sich jeder Einmischung 
in das wirtschaftliche Leben enthalten müsse, daß es eine soziale Frage 
nicht geben könne, weil jeder Arbeitgeber durch ein Naturgesetz ge- 
zwungen sei, die Löhne zu zahlen, die den Verhältnissen angemessen 
seien, und mehr auch auf keinen Fall zahlen könne, wiederum unter 
dem Druck der Konkurrenz. Ebenso führe internationale Handels- 
ireiheit zur besten Entwickelung der Kultur aller Länder, weil dann 
jedes das produziere, wozu es am besten befähigt sei. 
Einseitigkeit Diese Lehre ist auf Grund der Erfahrung als falsch zu bezeichnen, 
in Sa wie gegenwärtig allgemein anerkannt wird. Sie wäre richtig, wenn in 
WACH LENFE, 30m wirtschaftlichen Leben sich überall die Parteien mit gleicher 
Macht gegenüberständen, wo dann allerdings ein normaler "Tausch mit 
zleichem Gewinne für beide Parteien das Ergebnis wäre. Diese Gleich- 
heit der Macht ist aber weder im Verkehre im Inlande, noch in dem 
internationalen Handel zu finden. Ein auf hoher Stufe stehendes In- 
Justrieland wird denselben Artikel billiger herstellen können, als ein 
Nachbarvolk mit geringem Kapital und wenig ausgebildeter Arbeits- 
kraft und schlechten Kommunikationsmitteln, Es wird deshalb nicht 
aur auf dem Weltmarkte, sondern auch im Inneren des letzteren Landes 
mit seiner billigeren Ware die heimische Industrie aus dem Felde 
schlagen und unterdrücken können; und beherrscht es den Markt hier- 
nach, so wird es sich übermäßige Preise zahlen lassen können, So 
hat in der That England eine lange Zeit durch seine industrielle Ueber- 
legenheit die anderen Länder auszubeuten vermocht, welche auf seine 
Produkte angewiesen waren. In der gleichen Weise sehen wir in der 
Gegenwart in Deutschland in der Textilindustrie den Handweber unter- 
Jrückt durch den Fabrikanten, den kleinen Schneider durch den 
zrößeren Unternehmer. Der Fabrikant, der 300 Arbeiter beschäftigt; 
kommt nicht in Verlegenheit, wenn auch mehrere Arbeiter ihm den 
Dienst kündigen, weil ihnen der Lohn zu niedrig erscheint, oder Leute, 
die Arbeit bei ihm suchen, auf seine Bedingungen nicht eingehen 
wollen. Er kann ruhig warten, bis sich Ersatz findet. Der einzelne 
Arbeiter dagegen wird nicht lange imstande sein, ohne Arbeit und 
Verdienst seine Familie zu ernähren. Er sieht sich nach kurzer Zeit 
zenötigt, sich den ungünstigen Bedingungen zu fügen, die er bisher 
‚erworfen hat, wenn nicht eine ähnliche Fabrik in der Nähe ist, die 
Arbeiter gebraucht; und wie häufig entlassen alle Fabriken derselben 
Branche massenhaft Arbeiter, wenn die Konjunkturen ungünstig sind. 
Sie sind in diesem Falle der stärkere Teil, ihm haben sich die ver- 
einzelten Arbeiter zu unterwerfen. Man weiß, wie auf solche Weise 
Ende des 18. und zu Beginn des 19, Jahrhunderts in England die 
Löhne herabgedrückt wurden, so daß sich vielfach die Behörden ver- 
__ anlaßt sahen, den Arbeitern Zuschüsse zu ihren Löhnen zu gewähren, 
U weil sie notorisch zu ihrem angemessenen Unterhalt nicht ausreichten, 
‚cr Konkur- SO finden sich. thatsächlich überall Ungleichheiten in der Macht der 
venten. sich gegenüberstehenden Parteien, wie sie durch die Verschiedenheit
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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