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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

- 112 
Gesamtheit damit nicht auferlegt werden. Die ganze Einrichtung pflegt 
sich in allen Hauptpunkten der der Landschaften anzuschliessen. 
Mehr beiläufig und der Vollständigkeit wegen ist noch auf die 
Landeskulturrentenbanken aufmerksam zu machen, welche sich in 
hohem Masse bewährt haben. 
Sie sind öffentliche Kreditinstitute, welche Landwirten, ev. auch 
Gemeinden Darlehen zur Durchführung von Meliorationen gewähren. 
Sie wurden zuerst 1861 in Sachsen, dann in Preussen, Bayern und 
Hessen gegründet. Bei der hohen Bedeutung, welche namentlich die 
Drainage für die Förderung der Erträge der Landwirtschaft hat, ist 
die Erleichterung, die dazu nötigen bedeutenden Summen unkündbar 
und billig zu erlangen, durch Gründung solcher Institute natürlich sehr 
wichtig. Es liegt freilich nahe, diese Aufgabe den Landschaften zu 
übertragen, und wir lernten ein solches Beispiel bei der Märkischen 
und Schlesischen bereits kennen. Auch sie geben zinstragende Inhaber 
papiere aus und beanspruchen naturgemäss eine verhältnissmässig starke 
Tilgung. Die Bürgschaft übernimmt in Preussen für die nach Ges. v. 
13. Mai 1879 errichteten Anstalten die Provinz. 
Hypotheken- 3. Die Hypothekenbanken sind, wie erwähnt, einfache kapi- 
banken. talistische Geschäftsunternehmungen. Sie treten damit in einen Gegen- 
satz zu den Interessen des Schuldners, der nicht nur zu den Land- 
wirten zu gehören pflegt, sondern meist in grösserer Zahl zu den 
städtischen Hausbesitzern. 
Man hat denselben deshalb die volkswirtschaftliche Berechtigung 
vollständig absprechen wollen, in der Meinung, dass sie dem Landwirte 
mehr schaden als nützen, da sie sich auf seine Kosten zu bereichern 
streben. Das ist indessen eine sehr einseitige Auffassung. Es wäre 
vielmehr undenkbar, dass sie eine so grosse Bedeutung in der Volks- 
wirtschaft auszuüben vermöchten, wenn sie nicht eine volkswirtschaft- 
liche Berechtigung besässen, indem sie den Landwirten Kredit gewähren, 
wo sie ihn von anderer Seite überhaupt nicht, oder nicht unter so 
günstigen Bedingungen, namentlich nicht unkündbar zu erlangen ver- 
mögen. Der Kaufmann, der mit dem Landwirt in Handelsbeziehung 
tritt, hat gleichfalls andere Interessen, wie jener und sucht seinen 
Gewinn auf Kosten des Landwirtes zu erhöhen. Gleichwohl nützt er 
ihm, und der Landwirt kann ihn gar nicht entbehren. Wohl suchen 
die Hypothekenbanken einen so hohen Zins als möglich zu erlangen; 
und. wo der Landwirt von anderer Seite billigere Darlehen zu erhalten 
vermag, wird er sich von den Hypothekenbanken ferne halten. Es ist 
daher wünschenswert, dass der Landwirt nicht allein auf sie angewiesen 
ist, sondern ihm noch andere Institute hierfür zur Verfügung stehen. 
Wo das aber nicht der Fall ist, oder dieselben nicht ausreichen, werden 
sie unzweifelhaft nützlich wirken, indem sie den Landwirt vor künd- 
oaren Individualhypotheken bewahren. Die Hypothekenbanken sind kauf- 
männische Unternehmungen, die auch geneigt sind, ein Risiko auf sich 
zu nehmen und deshalb höher beleihen können, als zum Beispiel die 
Pfandbriefinstitute. Mit vollem Rechte sind dieselben aber gesetzlichen 
Normativbestimmungen unterworfen, wie in Preussen schon durch die 
Gesetze von 1863, 67 und 93. Für das deutsche Reich ist ein beson- 
deres Hypothekenbankgesetz am 13. Juli 1899 erlassen, welches mit 
dem ‘Beginne des Jahres 1900 in Wirksamkeit getreten ist: ‚Hiernach
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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