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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

120 
speicherfond von 3 Millionen, dann noch ausserdem von 2 Millionen 
ausgeworfen hat, um dahingehende Associationen durch Vorschüsse zu 
unterstützen, und seitdem sind bereits eine grosse Zahl von bedeutenden 
Kornspeichern meist mit Silos, — das sind hohe, turmartige Gelasse, in 
denen das Getreide nicht in dünnen Schichten ausgebreitet, sondern 
in hohen Säulen luftdicht abgeschlossen ist —, errichtet. In Bayern sind 
dagegen eine grössere Zahl kleinerer Lagerhäuser aufgeführt; ähnlich 
in Pommern, wo das mehr dezentralisierte System gegenüber dem 
zentralisierten in den übrigen preussischen Provinzen acceptiert ist. 
Die Kornlagerhäuser können naturgemäss eine hohe Bedeutung 
erlangen, indem sie 1. den Landwirten gestatten, darin unter ange- 
messener Behandlung ihr Getreide aufzubewahren, um es erst dann zu 
verkaufen, wenn angemessene Preise zu erzielen sind. 
2, indem die Landwirte anf Grund der deponierten Mengen 
Darlehen erhalten, um so leichter den Verkauf hinaus schieben zu 
können. 
3. und das ist der Hauptzweck, durch die Vereinigung grösserer 
Mengen gleichartigen Getreides den Absatz zu erleichtern und sich vom 
Zwischenhandel zu emanicipieren. 
4. Hofft man ferner von vielen Seiten, einen Einfluss auf die 
Preise durch Zurückhaltung überschüssiger Mengen auszuüben. Dieser 
letztere Punkt kann aber indessen nur erreicht werden, wenn ausser- 
ordentlich grosse Quantitäten beherrscht werden, das ist in Deutsch- 
land nun thatsächlich nicht der Fall. Selbst bei dem Roggen nimmt 
man an, dass nur von Deutschland etwa 5%, des in den Weltverkehr 
xommenden Quantums geliefert wird. Bei dem Weizen ist es ein noch 
viel geringerer Prozentsatz, so dass es völlig unwesentlich ist, ob hier- 
von ein Teil künstlich zurückgehalten wird oder nicht. Auf den 
Weltmarktpreis kann es jedenfalls einen Einfluss nicht ausüben, und 
ein einmütiges Zusammenwirken der Landwirte ist nicht einmal bei 
den Grossgrundbesitzern in Preussen zu erwarten, geschweige denn bei 
den Bauern in dem übrigen Deutschland. 
Das Grundprinzip der Kornspeicherassociation geht, wie erwähnt, 
dahin, das Getreide nur in Kommission zu nehmen zur Sammlung in 
grösseren Mengen, Gradierung nach Qualitäten . von gleicher Be- 
schaffenheit und Absatz auf Grund der Bestimmung des Besitzers. 
Dies wird aber nur angemessen durchzuführen sein, wenn das ein- 
zelieferte Getreide einigermassen gleichartig ist, um demnach eine 
tungible Waare zu erhalten, welche in die Masse hineingeworfen in 
aatura nicht wieder zurückzuverlangen ist, und für welche auf Quali- 
‚ätspreise verzichtet wird. Schon in Amerika schliesst dieses Miss- 
stände ein, da mitunter bis 30 verschiedene Qualitäten unterschieden 
werden müssen. In Deutschland liegen hier noch viel grössere 
Schwierigkeiten vor, da hier nicht wie dort auf eine Gleichartigkeit 
des Saatgutes in ganzen Distrikten geachtet wird, und die Behandlung 
des Getreides eine ausserordentlich verschiedene ist, namentlich wo der 
bäuerliche Besitz überwiegt. Da es sich nun als unmöglich erweist, 
jede verschiedene Qualität besonders zu lagern und zu behandeln, um 
für sie besondere Preise zu erlangen, so haben sich die grossen Korn- 
speichergenossenschaften vielfach genötigt gesehen, das eingelieferte 
Getreide seinem speziellen Werte nach zu schätzen und einfach dement-
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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