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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 205 — 
Kräfte dem schwächeren Teile der Bevölkerung nach den verschie- 
densten Richtungen eine erhebliche Macht zur Vertretung der eigenen 
Interessen verschafft werden kann. Das ist der Fall erstens, um eine 
politische Bedeutung zu gewinnen, wobei die Kopfzahl besonders ins 
Gewicht fällt. Die Associerung kann ferner von Wichtigkeit werden für die 
Entfaltung des geistigen Lebens, durch Vereine mit Bildungszwecken, 
ganz besonders dann zur Erfüllung wirtschaftlicher Aufgaben. Diese 
letzteren sind wiederum in zwei Arten zu unterscheiden, die Ver- 
sicherungsgenossenschaften und die Erwerbs- und Wirt- 
schaftsgenossenschaften. Die KErsteren umfassen die Kranken-, 
Begräbnis-, Altersversorgungskassen mit mehr humanitärem Charakter, 
die zweiten Associationen bezwecken unmittelbar die Besserung der 
wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung und haben uns hier zunächst 
ausschliesslich zu beschäftigen. ÜUeberall kommt der Grundgedanke 
zur Geltung: Finigkeit macht stark. Für alle Associationen ist 
eine grössere Reife der Bevölkerung notwendig, um etwas zu er- 
reichen, die sich äussert in entwickeltem Gemeinsinn, Verständnis für 
die Zeitverhältnisse und die unmittelbaren Aufgaben, vor allem aber in 
Jem Geist der Eintracht und freiwilligen Unterordnung unter den Ge- 
samtwillen, resp. die Majorität. Ueberall ist eine gewisse Resignation 
in betreff der Vertretung der eigenen Anschauungen und mehr oder 
weniger Opferfreudigkeit verlangt. Es ist daher sehr begreiflich, dass 
diese Bestrebungen nicht zu allen Zeiten vorhanden gewesen sind, 
sondern sich erst auf einer höheren Kulturstufe zeigen, und es ist 
wiederum als ein Zeichen des Fortschritts anzusehen, dass man unsere 
Zeit als das Zeitalter der Association bezeichnet hat und bezeichnen 
konnte. 
Sind vereinzelt natürlich auch schon in früheren Zeiten Ver- 
einigungen einer grösseren Zahl von Personen aufgetreten, um gemein- 
sam wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen; — das ganze Zunftwesen ist ja 
von diesem Gedanken erfüllt, und die Zünfte haben den Associations- 
yedanken nach den verschiedensten Richtungen hin verwertet und aus- 
gebildet, — so ist doch in moderner Weise derselbe hauptsächlich 
angeregt. durch sozialistische Schriftsteller wie Saint-Simon und 
Enfantin, ganz besonders aber und allein mit unmittelbarer praktischer 
Bedeutung, von Robert Owen, der den Anstoss vor allen Dingen zu 
Versuchen mit Produktivassociationen aller Art, namentlich auf dem 
Lande, gab, dann aber den schon früher vorhandenen genossenschaft- 
lichen kleinen Kaufläden höhere allgemeinere Ziele steckte und ihnen 
dadurch zu einer besonderen Bedeutung verhalf. Dieser erste Auf- 
schwung des englischen Genossenschaftswesens fiel in der Hauptsache 
in die zwanziger und Anfang der dreissiger Jahre und erlosch zugleich 
mit der Chartistenbewegung, die andere Bahnen verfolgte. Erst in den 
vierziger Jahren stellte sich die Bewegung auf reale wirtschaftliche 
Grundlage und vermochte sich dann nachhaltig zu entfalten, wobei der 
Schwerpunkt auf die Konsumvereine gelegt wurde. In Frankreich 
ist die Bewegung in praktische Bahnen besonders von Buchez in den 
vierziger Jahren geleitet und gleichfalls zunächst in der Form kleiner 
Produktivgenossenschaften, während in der neueren Zeit die verschie- 
denen anderen Arten mehr in den Vordergrund getreten sind und eine 
hohe Bedeutung erlangt haben. In Deutschland sind die Anfänge 
Zrste prak- 
:äische Ver- 
suche.
	        

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Principes d’Économie Politique. Sirey, 1926.
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