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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

211 — 
Jie Mitglieder abzusetzen. Es gehörte zu den ersten Versuchen, welche 
ler Kreisrichter Schulze in Delitzsch unternahm, die Schuhmacher des Ortes 
zu einem solchen Verein zusammen zu thun, um gemeinsam die Leder- 
oinkäufe durch einen Vertreter besorgen zu lassen, dadurch bei dem 
Einkauf im Grossen Rabatte zu erzielen und diese durch erweiterte 
Barzahlung zu erhöhen. Durch die Solidarhaft der Mitglieder war es 
ihnen leicht, die nötigen Summen gegen einen niedrigen Zinsfuss zu 
arlangen, um den Einkauf ganz oder zum grössten Teile gegen Bargeld 
bewirken zu können, oder bei den Engroshändlern ohne Kosten einen 
arheblichen Kredit zu erlangen. Das Verfahren zeigte sich als ebenso 
erspriesslich für die Handwerker wie für die Lieferanten und gewann 
eine Zeit lang bei den Handwerkern eine gewisse Ausdehnung, um 
dann aber ins Stocken zu geraten und in engen Grenzen stehen zu 
oleiben. So zählte man in Deutschland 1899 nur 82 gewerbliche Roh- 
stoffgenossenschaften. Gerade in der neusten Zeit ist dagegen die 
Aufmerksamkeit der Landwirte darauf gerichtet, so dass in demselben 
Jahre bereits 1193 landwirtschaftliche Rohstoffgenossenschaften exis- 
tierten, um gemeinsam für die grösseren und kleineren Landwirte 
Düngestoffe, Futtermittel, Saatgetreide womöglich auf Grund beson- 
derer Begutachtung durch wissenschaftlich geleitete Versuchsstationen 
zu beziehen, und dadurch die Garantie vorzüglicher Qualität zu er- 
halten, was für den Einzelnen unausführbar bleiben muss. Dieselben 
3aben wesentlich dazu beigetragen, auch den Bauern zur Verwendung 
der erwähnten Hülfsmittel zu bewegen und damit den Aufschwung 
der Landwirtschaft erheblich zu unterstützen, 
Die hohe Bedeutung von Genossenschaften kleiner Handwerker, Magazinge- 
um gemeinsame Magazine einzurichten und zu beschicken, um dem nossenschafts 
Publikum, wie es jetzt allgemein verlangt wird, Gelegenheit zu grösserer WR. 
Auswahl zu bieten, und es dem Handwerker zu ermöglichen, in den 
Zeiten, . wo ihm Bestellungen von den Kunden nicht vorliegen, auf 
Lager zu arbeiten, liegt so auf der Hand, dass es geradezu unbegreif- 
lich erscheint, dass dieselben sich nicht in einem höheren Masse ein- 
bürgern konnten, indem man 1899 nur 67 Magazingenossenschaften 
vewerblicher Art zählte, gegen 106 landwirtschaftliche, zu denen wohl 
hauptsächlich die Kornhäuser gehören, die in der neueren Zeit eine 
besondere Beachtung gefunden haben. 
Der Grund, weshalb die Handwerker sich nur so selten zu den 
beiden letzterwähnten Associationen entschliessen, liegt in dem Kon- 
kurrenzueid und dem grossen Misstrauen der Handwerker gegen- 
einander. Ist jemand mit dem Einkauf von Ware betraut, so stellt 
sich zu leicht Unzufriedenheit mit der Ware ein und eine Anzahl der 
Mitglieder glaubt selbst den Einkauf besser bewirkt haben zu können. 
Bei der Verteilung der Ware meint der Eine oder der Andere benach- 
teiligt zu sein und schiebt dieses auf persönliche Rancune, Das ge- 
meinsame Magazin wird der Reihe nach von den Mitgliedern besorgt, 
die wöchentlich oder monatlich wechseln. Der Beauftragte hat es in 
der Hand, seine eigenen Waren und die seiner Freunde, z. B. Möbel- 
stücke mehr in den Vordergrund zu stellen, die übrigen mehr zurück- 
zuschieben. Unzulängliche Arbeit einzelner Mitglieder, die z. B. Stühle 
der Kommoden für eine Zimmereinrichtung zu liefern haben, diskre- 
ditieren das Ganze. Dadurch entstehen Streitigkeiten um so leichter, 
Conrad. Grundriss d. polit. Oekonomie. IT. Teil. 3. Aufl,
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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