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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 9218 — 
seine Leistungsfähigkeit selbständig und zu seinem eigenen Nutzen, 
nicht aber behindert durch Andere und in der Hauptsache für Andere 
aufwenden will. Daher ist es so ausserordentlich schwer, für solche 
Versuche tüchtige Kräfte zur Leitung zu gewinnen, weil diese sich 
dazu nicht hergeben mögen, und die Unternehmungen unter mittel- 
mässiger Leitung natürlich keine Bedeutung zu gewinnen vermögen. 
Fabrik-Prod.- Wenn schon hier die Produktivassociationen eine weitere Be- 
Assoc, und deutung nicht zu erlangen vermochten, wieviel weniger wird dieses bei 
A Un Fabrikunternehmungen und bei dem landwirtschaftlichen Grossbetriebe 
urchführbar- © 7. . er . x . . . 
keit, Möglich sein. In gänzlicher Verkennung der Schwierigkeit der Betriebs- 
leitung und den Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit, welche für die 
Leitung eines grossen Unternehmens erforderlich ist, meinte allerdings 
Lassalle und meinen noch jetzt eine grosse Zahl der sozialistischen 
Führer, dass der Arbeiter selbst die Geschäftsführung in die Hand 
zu nehmen vermöge. Hat doch vor wenig Jahren Liebknecht in einer 
Arbeiterversammlung erklärt: „Wir brauchen die Herren Stumm und 
Genossen nicht, wir können ohne sie fertig werden.“ Die Verstän- 
Jdigeren unter ihnen erkennen natürlich an, dass die Führung grosser 
Unternehmungen eine besondere Fachbildung und aussergewöhnliche 
Geschäftsumsicht verlangt, die der einfache Arbeiter nicht haben kann. 
Der Gedanke liegt nahe, hierfür Direktoren zu wählen, wie das bei den 
Aktiengesellschaften geschieht. Wir haben oben bereits auf die Be- 
denken dagegen hingewiesen. Genau ebenso liegen die Sachen in der 
Landwirtschaft. Das Streben, auch dort die Produktivassociationen zu 
verallgemeinern, wie Kautsky, Oppenheimer und andere es thun, ent- 
springt einer Unterschätzung der Bedeutung des landwirtschaftlichen 
Kleinbetriebes, welcher gerade durch die neuere volkswirtschaftliche 
Entwicklung wesentlich in den Vordergrund gestellt ist. Es ist viel- 
mehr als die Aufgabe anzusehen, vor allem bei uns in Deutschland, 
Bauerngüter herzustellen, die durch Associationen zur Anwendung von 
Maschinen, edlem Zuchtmaterial, Beschaffung gleichartiger Saat und 
gemeinsamer Verarbeitung der Rohprodukte sich die Vorteile des Gross- 
oetriebes aneignen, was natürlich etwas ganz anderes ist und von 
Gschwind in Oberwil in Baselland in interessanter Weise versucht ist. 
‘:Herkner, Arbeiterfrage, 2. Aufl., S. 195.) 
Die Beschaffung des erforderlichen Kapitals wird natürlich stets 
eine erhebliche Schwierigkeit für die Gründung von Produktivgenossen- 
schaften bilden. Wäre jedoch von denselben wesentliches zu erhoffen, 
so würde die Forderung Lassalles eines Staatsvorschusses durchaus 
nicht von der Hand zu weisen sein. Aber diese Aussichten sind, wie 
wir nachzuweisen suchten, ausserordentlich gering. Zu den erwähnten 
Gefahr un- Schwierigkeiten treten noch die der schwankenden Konjunkturen, die 
zünstiger Kon-sg viele Bankrotte herbeiführen. Lassalle setzte sich über dieselben 
kankturen, ;n der Art Münchhausens hinweg, indem er behauptete, dass der Ver- 
lust des einen Unternehmens nur durch die erfolgreiche Konkurrenz 
anderer herbeigeführt werde; sobald nun die verschiedenen Unterneh- 
mungen derselben Branche unter einen Hut gebracht würden, so gleiche 
sich dieses aus, wie ein grosses Schiff, das zugleich zwei Meereswogen 
durchschneide, den Schwankungen der Wellen überhoben sei. Seit der 
Zeit der Wirksamkeit Lassalles sind nun die Schiffskörper in ausser- 
ordentlicher Weise vergrössert, gleichwohl haben sie die Schwankungen
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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