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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

_— 226 — 
wo sich eine Ueberfüllung zeigte, oder es einen Strike zu unterstützen 
galt, und sie dorthin zu leiten, wo höhere Löhne zu erreichen waren. 
Eine Thatsache ist es, dass die grösseren Trade-Unions vollständige 
statistische Bureaus einrichteten, um sich über die Lohn- und Preis- 
verhältnisse in den verschiedenen Landesteilen zu orientieren und 
danach ihre Massregeln zu treffen. Insbesondere suchten sie vor dem 
Ausbruche eines Strikes, den ein Zweigverein ins Leben rufen wollte, sich 
zenau über die Konjunkturen der betreffenden Branche, sowie die Lage 
der in Rede stehenden Etablissements zu informieren, um festzustellen, 
ob eine Lohnerhöhung unter den vorhandenen Konkurrenzverhältnissen 
möglich und gerechtfertigt sei. Es ist vorgekommen, dass Delegierte 
von ihnen nach Deutschland, speziell. Westfalen geschickt wurden, um 
die dortigen Lohn- und Produktionsverhältnisse festzustellen und zu 
antersuchen, ob eine Erhöhung der Löhne in. England, wie es die 
dortigen Unternehmer behaupteten, es unmöglich machen würde, mit den 
deutschen Unternehmungen zu konkurrieren. Nur wenn auf Grund der 
Erhebungen ein Strike gerechtfertigt und Aussicht auf Erfolg vorhan- 
den zu sein scheint, giebt der Zentralvorstand seine Zustimmung und 
unterstützt die Feiernden durch Zuschüsse aus der Zentralkasse. Unter- 
nimmt ein Zweigverein die Arbeitseinstellung auf eigne Hand ohne Zu- 
stimmung der Zentralleitung, so verzichtet er damit auf jede Unterstützung 
derselben. Da nun die Zentralverwaltung dadurch eine grosse Verant- 
wortung auf sich nimmt, und die von ihr am unrechten Orte ausge- 
yebenen Summen anderen Unternehmungen entzogen werden, so ist sie 
natürlich zu grösster Vorsicht veranlasst und bestrebt, Strikes eher zu 
verhindern, als zu begünstigen. 
Ausser diesen erwähnten Aufgaben haben die Trade-Unions stets 
allgemeine Bildungszwecke verfolgt und sehr viel zur Errichtung von 
Lesehallen, Volksbibliotheken, Abhaltung von Vortragskursen, aber 
auch durch Einrichtung von Schulen gethan, sowohl von Elementar- 
schulen, so lange die Regierung dafür nichts that, als von Fachschulen. 
Ursprünglich waren die Trade-Unions nur den gelernten Arbeitern 
vorbehalten und umfassten daher gewissermassen nur die Aristokratie 
der Arbeiterklasse, wie ihnen das oftmals vorgeworfen ist. In der 
neueren Zeit hat sich dieses geändert. Schon Anfang der achtziger 
Jahre trat unter den Arbeiterinnen eine Bewegung hervor, sich in 
einer ähnlichen Weise zu organisieren, wie die Männer, und dies 
blieb nicht ohne Erfolg. Dieselben erfreuten sich besonderer Sym- 
pathien bei den Damen der hohen Aristokratie Englands, welchen 
dieselben mit erheblichen Mitteln und ihrer Autorität unterstützten, 
dann überzeugten sich allmählig auch die Vertreter der alten Trade- 
Unions, dass es sich hier um bedeutsame Bestrebungen handelte, die 
auch ihnen selbst nur zu Gute kommen konnten. Denn gelang es 
die Löhne der Frauen in die Höhe zu setzen, so wurde ihnen 
damit eine erhebliche Konkurrenz abgenommen. So haben sich diese 
weiblichen Frauenvereinigungen mehr und mehr herausgebildet und 
bereits zur Verbesserung der Lohnverhältnisse der Arbeiterinnen bei- 
getragen. In den Jahren 1888/89 gesellten sich zu den erwähnten 
Vereinen noch solche der ungelernten Arbeiter hinzu, indem nach einem 
grossen Strike der Dockarbeiter in London dieselben eine feste Organi-
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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