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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

230 - 
Frankreich. 
Jahren, und als erste Errungenschaft derselben ist die Beseitigung der 
Koalitionsverbote im Jahre 1869 zu verzeichnen. Aber erst seit 1889 
bildet sich eine gewisse Einheitlichkeit in der Bewegung heraus, die in 
der Hauptsache von der sozialdemokratischen Partei ausging und sich 
allmählich von dem dort auftauchenden Anarchismus emancipiert hat. 
Auf einem Parteitage 1891 sprach man sich ausdrücklich für die gewerk- 
schaftliche Organisation der Arbeiterschaft aus, die dann im folgenden 
Jahre durch die Bildung einer besonderen Gewerkschaftskommission 
und die Stiftung eines eigenen Organs „Die Gewerkschaft“ eine prak- 
tische Stütze gewann. Beeinträchtigt wird die Bewegung durch die 
egensätze der Nationalität, insbesondere zwischen Tschechen und 
Deutschen. Vielleicht ist ihr auch die sehr strenge Zentralisation mit 
:hrem Sitz in Wien hinderlich. 1896 rechnete man die Mitgliederschaft 
jener Gewerkvereine auf gegen 100000. Die Ziele entsprechen denen 
ler Gewerkvereine überhaupt. Ein Hauptmoment bleibt die Unter- 
stützung der Strikebewegung zur Besserung der materiellen Lage. Neben 
den erwähnten in Rede stehenden giebt es in Oesterreich noch eine 
grössere Zahl Bildungsvereine, die aber jenen nicht anzureihen sind. 
In Frankreich wurden mit dem alten Zunftwesen im Jahre 
1789 die sonstigen Vereinigungen der Arbeiterschaft beseitigt. Der 
Grundsatz der Freiheit der Arbeit wurde so strenge aufgefasst, dass 
man keine Vereinigungen dulden wollte, welche das Verfügungsrecht 
des Einzelnen über seine Arbeitskraft irgend wie zu binden geeignet 
wären. Deshalb wurden fachgenossenschaftliche Vereine 1791 ausdrück- 
lich untersagt. Dieses Gesetz hat die Organisation der Arbeiterschaft 
is in die neuere Zeit hin wesentlich verhindert. Verschärft und ergänzt 
wurde dasselbe 1849 durch das Verbot jeder Koalition der Arbeitgeber 
zur Herabdrückung des Lohnes, wie jeder Vereinigung der Arbeiter 
zu gleichzeitiger Niederlegung der Arbeit und zu sonstigem gemeinsamen 
Vorgehen gegen die Arbeitgeber. 'Thatsächlich aber ist die Vereins- 
»ildung darum doch niemals vollständig verhindert gewesen, da die 
Behörden je nach den Zeitströmungen sie bald mehr bald weniger 
Jluldeten. Im Jahre 1864 wurde infolge der persönlichen Initative des 
Kaisers das Koalitionsverbot wesentlich beschränkt, und 1868 wurde 
lie Bildung von Fachvereinen der Arbeiter zur Wahrung ihrer Inte- 
zessen ausdrücklich gestattet, Hiernach entwickelten sich auch in der 
That eine grössere Zahl solcher Vereine; und auch die arbeiterfreund- 
.iche Regierung der dritten Republik, welche besonders der sozialdemo- 
zratischen Bewegung entgegenzutreten suchte, war nicht imstande die- 
jelbe wesentlich aufzuhalten. Im Jahre 1880 wurde auf einem Arbeiter- 
zongress in Havre versucht das Marxsche Programm zur Annahme zu 
oringen, wodurch eine Spaltung der Partei zwischen „Collectivisten,“ 
welche von den revolutionären Sozialdemokraten gebildet wurden und 
den „Syndikalen,“ welche praktische Ziele nach dem Vorbild der englischen 
Trade-Unions verfolgten, entstand. Allmählich ist die letztere gemässigtere 
Richtung immer mehr in die Minorität zurückgedrängt, obwohl sie selbst 
ihre Mässigung mehr und mehr fallen liess. 
Eine besondere Eigentümlichkeit entwickelte sich in Frankreich 
durch die Bildung und Vereinigung der Arbeiterbörsen. Ursprünglich 
waren sie einfache Stellungvermittlungsbureaus, die aber durch ihre stete 
Verbindung mit der Arbeiterschaft bald einen grossen Einfluss gewannen
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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