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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

231 
und dieselbe fester zu organisieren vermochten, so dass sie allmählich 
den grössten Einfluss auf die Arbeiter auszuüben vermochten. 1892 
yab es 14 Arbeiterbörsen; die erste war die in Paris, welche 1886 
gegründet wurde. Die Vereinigung der Börsen hat ihren festen Sitz 
in Paris und einen ständigen besoldeten Schriftführer und bildet den 
Zentralpunkt für die Arbeiterhewegungen Frankreichs. 
Im Jahre 1884 wurde den Vereinen auch die Möglichkeit ver- 
schafft, die Korporationsrechte zu erlangen. Dieses führte dazu, den 
Vereinen praktische Aufgaben zu stellen, und besonders machten die 
kleinen Landwirte davon Gebrauch, welche massenhaft wirtschaftliche 
Vereine gründeten, die wiederum untereinander in Beziehung traten und 
dadurch ein ganz neues Leben in die Jandwirtschaftlichen Kreise brach- 
ten, während die reinen Arbeiterkreise hiervon weniger Gebrauch 
machten, als man es hätte erwarten sollen. Im Jahre 1897 rechnete 
man die in Vereinen organisierten Arbeiter auf 431000 Mitglieder, das 
wären etwa 10%, der betreffenden Arbeiterbevölkerung, doch ist diese 
Statistik keineswegs als eine genaue anzusehen. 
Ueberblicken wir das Gesagte, so wird das Ergebnis dahin zu- 
sammenzufassen sein, dass in der neueren Zeit in den in Betracht 
kommenden Ländern allgemein das Streben nach einer Organisation 
der Arbeiterschaft zu "Page tritt, und dieses ist unzweifelhaft als ein 
wesentlicher Fortschritt anzuerkennen. Nur durch eine Vereinigung ist 
die Arbeiterklasse imstande, ihre Lage zu verbessern. Nur geschlossen 
kann sie den Unternehmern ebenbürtig gegenübertreten und von ihnen 
die Vorteile erlangen, die ihnen von jenen freiwillig im grossen Ganzen 
niemals eingeräumt werden, auch wenn ihre Verhältnisse ihnen dieses 
gestatten. Der Kampf zwischen beiden Klassen ist heutigen Tages 
unvermeidlich, als Ergebnis der aufsteigenden Kultur in den Arbeiter- 
kreisen, und ist in dem damit verbundenen Wachsen ihrer berechtigten 
Ansprüche begründet, während der enorm steigende Volkswohlstand reich- 
lich dazu die Mittel bietet. Dieser Kampf wird durch die Organisierung 
der Arbeiterschaft aber erst zu einem regelrechten, der der modernen Civi- 
lisation entspricht. Rudolf Gneist sagte einmal auf einem Kongress 
des Vereins für Sozialpolitik in Eisenach schon Anfang der siebziger 
Jahre ungefähr Folgendes: Der Interessenkampf der unorganisierten Ar- 
beiter gleicht dem der Franetireurs, die aus jedem Hinterhalt dem Gegner 
in den Rücken fallen, der ein Kampf auf's Messer wird, weil ınit ihnen 
nicht zu paktieren ist. Erst wenn man mit ihnen einen nachhaltigen 
Frieden schliessen kann, und die Garantie vorliegt, dass alle dazu ge- 
hörigen sich dem Pakte anschliessen und sich ihm nachhaltig unterwerfen, 
wird es ein Friedensschluss zwischen geregelten civilisierten Heeren. — 
So steht zu hoffen, dass die Arbeiterbewegung durch die erweiterte 
Organisierung der Massen allmählich in der Besserung der Lage der 
Arbeiterschaft wachsenden Erfolg haben und sich zugleich in ange- 
messenen Grenzen halten wird. Freilich ist dabei die Voraussetzung, 
dass der sozialdemokratische und damit revolutionierende Charakter 
derselben mehr und mehr schwindet, und der Kampf sich auf wirt- 
schaftliche Fragen konzentriert. Darüber kann aber kein Zweifel sein, 
dass es die Aufgabe der Zeit ist, der Arbeiterklasse in dem Koalitions- 
rechte voll und ganz ihr gutes Recht zu geben und es in keiner Weise 
zu verkümmern. Denn nichts wird als eine grössere Ungerechtigkeit 
Schlussbe- 
:rachtung.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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