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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 308 — 
Dies ist natürlich wiederum in verschiedenen Gewerbsbranchen sehr 
ungleich. Wo jene Schwankungen mit Regelmässigkeit wiederkehren, 
wie bei den sogenannten Saisonarbeitern, ist die Ausgleichung durch 
entsprechend höheren Lohn schon mehr bewirkt, als im Maschinenbau, 
in der Textilindustrie u. dergl. Bei Maurern und Zimmerleuten, Kon- 
fektions- und sonstigen Modearbeitern haben sich Arbeitgeber und 
Arbeitnehmer in höherem Masse auf dieselben eingerichtet, aber auch 
auf ganz anderen Gebieten sehen wir wenigstens in einer Anzahl 
Unternehmungen, dass in richtiger Erkenntnis der Aufgaben und, der 
wo nicht wirtschaftlichen so doch sozialen Rücksichten Unternehmer 
den Hauptstamm der Arbeiter das ganze Jahr hindurch gleichmässig 
lohnen, auch dann, wenn eine gleichmässige Beschäftigung nicht möglich 
war, Wir entsinnen uns, bei einem Besuch einer Kattundruckerei in 
Elberfeld dies konstatiert zu haben, wo nur die Hälfte der Arbeiter 
beschäftigt werden konnte, während die Gesamtheit der Arbeiter den 
Durchschnittslohn weiter ausgezahlt erhielt, und dies eine Reihe von 
Wochen hindurch geschah. 
Nach dem Ausgeführten dürfte cs gerechtfertigt sein, eine genaue 
Statistik laufend über die in den Unternehmungen beschäftigten 
Arbeiter, sagen wir am Schlusse jedes Monats einzufordern, um eine 
Uebersicht zu gewinnen, welche Zahl von Arbeitern beschäftigt wurde, 
um daraus die Schwankungen ersehen zu können, und für jeden Arbeiter, 
der nicht das ganze Jahr hindurch beschäftigt wurde, eine Extrazablung 
in die Versicherungskasse zu verlangen. Damit würde ein Druck aus- 
zeübt, eine mehr gleichmässige Beschäftigung durchzuführen, und wenn 
durch die ausnahmsweise Heranziehung von mehr Kräften die Unter- 
nehmer einen besonderen Gewinn haben, so wird es ihnen auch leicht 
sein, davon eine Abgabe zu Gunsten der zu erwartenden Arbeitslosen 
zu zahlen. Eine solche Massregel würde ausserdem darauf hinwirken, 
dass sich verschiedene Unternehmungen verwandter Art vereinigen, um 
ihre Arbeiter gegenseitig je nach Bedarf auszutauschen, wodurch gleich- 
falls die gewünschte Ausgleichung zu crzielen wäre. Nach derselben 
Richtung würde es günstig wirken, wenn die Unternehmungen für jeden 
entlassenen Arbeiter an die Versicherungskasse eine Zahlung zu leisten 
hätten. Doch schliesst dieses den Nachteil in sich, dass man dem 
Arbeitgeber in dem Momente Lasten auferlegt, wo sie für ihn besonders 
drückend sind, da seine Einnahmen sich vermindert haben. Das erstere 
Verfahren wäre deshalb vorzuziehen. 
Vielleicht führt dieses auch zu einer Verlängerung der Kontrakte 
und der Kündigungsfrist, wodurch der Arbeiter mehr Beamtenstellung 
erlangen würde, was nach den verschiedensten Richtungen günstig wirken 
müsste, Freilich sträubten sich die Arbeiter bis jetzt selbst noch 
dagegen. Wir erkennen durchaus an, dass in Deutschland noch eine 
viel grössere Rücksicht auf die Arbeiterklasse in unserer Unternehmer- 
welt vorliegt, als z. B. in England oder den Ver. Staaten von Nord- 
amerika, wo die Schwankungen in der Zahl der beschäftigten Arbeiter 
weit grösser sind, die Entlassung weit rücksichtsloser stattfindet. Dafür 
ist dort der Lohn weit höher. Aber auch bei uns greift dieses mehr 
und mehr um sich, und es dürfte richtig sein, dem energisch entgegen- 
zuwirken.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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