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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 324 
Zollsystem über und acceptierte 1892 einen neuen Generaltarif mit 
wesentlich höheren Sätzen. Der Weizenzoll wurde auf 7 Fres. gesetzt. 
Die Einfuhr fremder Waren in die französischen Kolonien hat denselben 
Zoll zu tragen wie die Einfuhr nach Frankreich selbst, während die 
ranzösischen Waren in den Kolonien zollfrei eingeführt werden. Die 
aauptsächlichsten Produkte der Kolonien haben im Müutterlande nur 
lie Hälfte des gewöhnlichen Zolles zu tragen. Noch heutigen Tages 
nält Frankreich an diesem scharfen Schutzzollsystem fest. 
In England hat sich .der systematische Zollschutz in der zweiten 
Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelt. Den Ausgangspunkt bildeten 
lort Getreidezölle, welche 1689 noch durch Ausfuhrprämien für Ge- 
reide und Malz unterstützt wurden. Für Fabrikate bestand noch ein 
ıusgedehntes Prohibitivsystem neben einer grossen Zahl hoher Zölle. 
Die Ausfuhr von Wolle war unter den höchsten Strafen verboten. 
Aber auch damit begnügte man sich nicht. Die Auswanderung 
der. Arbeiter war verboten, wie die Ausfuhr von Maschinen, was erst 
1853 aufgehoben ist (Lexis). Unterstützt wurde dieses ganze Prohi- 
oitivsystem durch die Monopolisierung des Schiffsverkehrs, wie sie 
Cromwells Navigationsakte in der rücksichtslosesten Form ausgesprochen 
hatte. Nicht nur, dass die fremden Schiffe in den englischen Häfen den 
yrössten Beschränkungen unterworfen waren, indem sie nur heimische 
Ware nach England bringen durften, sondern es war auch den fremden 
Kaufleuten der selbständige Handel auf englischem Boden verwehrt. 
Sie mussten sich englischer Makler für ihre Einkäufe und Verkäufe 
dedienen. Noch während des ganzen 18. Jahrhunderts standen die 
Zölle auf ausserordentlicher Höhe und betrafen‘ auch die hauptsäch- 
.ichsten Rohstoffe. Dagegen schaffte man allmählich die Ausfuhrzölle 
bis auf diejenigen auf Metall, Kohle und einige andere ab. Dagegen 
unterstützte man die Fabrikation durch sehr erhebliche Ausfuhrprämien 
ınd gewährte für die Ausfuhr aus dem Auslande bezogener Waren eine 
Rückzahlung des Zolles, „Drawback“. Auf Grund eines Handelsver- 
;rages mit Frankreich wurde 1786 eine erhebliche Milderung des Schutz- 
zollsystems herbeigeführt, woran sich eine wesentliche Vereinfachung 
des ganzen Zollwesens durch den konsolidierten Tarif von 1787 anschloss. 
Durch den Einfluss der freihändlerischen Lehren und anerkannter 
Massen durch das Vorgehen Preussens in dem Tarif von 1818 und 1822 
wurde durch den Minister Huskisson in den Jahren 1824, 25, 26 das 
Zollsystem in freihändlerische Bahnen gelenkt. Insbesondere war es der 
Generaltari£f vom 5. Juli 1825, der eine sehr bedeutende Ermässigung 
des Wertzolles, namentlich für die Produkte der Textilbranche in sich 
schloss; während der Tarif von 1826 die Zölle auf Rohstoffe reduzierte. 
Zugleich wurde die Erweiterung des "Teritoriums durch die Zollunion 
mit Irland 1823/24 bewirkt, und fielen allmählich die Beschränkungen 
des Verkehrs zwischen dem Auslande und den Kolonien, 
Während so in bezug auf die Industrie eine freihändlerische 
Richtung sich geltend machte, blieb der agrarische Schutzzoll noch in 
vollster Blüte und seine Entwicklung verlangt eine besondere Be- 
irachtung. 
Getreidezölle, Schon Ende des 18. Jahrhunderts ‘hatten die Grossgrundbesitzer 
erhebliche Getreidezölle durchgesetzt, die im Jahre 1815 geradezu Prohi- 
bitivcharakter annahmen, indem die Einfuhr einfach verboten wurde.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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