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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

326 - 
die künstliche Verteuerung der Lebensmittel beschloss, und der dann 
gegründete grosse Agitationsverein nahm den Namen „Antikornlawleague“ 
an, und hatte seinen Sitz in Manchester. Gewaltige Mittel wurden in 
kurzer Zeit aufgebracht, um durch Wanderredner wie durch Broschüren 
im ganzen Lande die Bevölkerung über die Nachteile des bisherigen 
Zollsystems aufzuklären, Petitionen um Beseitigung an das Parlament zu 
cichten und schliesslich bei den Wahlen nur Freihändler zu berück- 
sichtigen. Unter dem Drucke dieser Bewegung sah sich der neuer- 
nannte Minister Robert Peel als Führer der Torypartei veranlasst, 
allmählich den Reformbestrebungen Konzessionen zu machen, um sie, 
als ihr Erfolg eklatant zutage trat, vollständig zu den seinigen zu 
machen und mit aller Energie zur Realisation zu bringen. 
Im Jahr 1842 fand eine wesentliche Umgestaltung des ganzen 
Zolltarifes statt, in welchem man bestrebt war, die Rohstoffe nur mit 
5%, die Halbfabrikate mit 10%, die Fabrikate mit einem durchschnitt- 
lichen Satze von 20%, des Wertes zu belasten. Die Einfuhr von 
Fleisch und Vieh, welche bis dahin verboten war, wurde fortan gegen 
niedrige Sätze zugelassen. Für Getreide behielt man die Skala bei, 
ermässigte sie indessen, so dass die Weizenpreise in England von 
1842—45 nur noch 14%, im Durchschnitte höher als in Frankreich 
standen. Bei einem Preise von 51 Sh. pro Qu. oder darunter wurden 
20 Sh. Zoll gefordert, mit jedem Sh. der Preissteigerung sank der Zoll 
um einen Sh., bis bei 73 Sh. nur noch ein Sh. Zoll entrichtet wurde. 
Da seit 1842 sich der gesamte Geschäftsgang in ausserordentlicher 
Weise hob, und auch die Landwirtschaft, die begonnen hatte, von dem 
Getreidebau zur intensiven Graskultur und ausgedehnten Viehhaltung 
iberzugehen, nicht wie man es in sichere Aussicht gestellt hatte, verfiel, 
sondern im Gegenteil aufblühte, gewann die Anticornlawleague in allen 
Kreisen der Bevölkerung mehr und mehr Anhang, zumal sie unter der 
anergischen Leitung Cobdens durch ihre Erfolge nicht veranlasst 
vurde, in ihren Anstrengungen nachzulassen, sondern im Gegenteil mit 
Aufwendung immer grösserer Mittel die Agitation in alle Kreise des 
Landes zu tragen. Als dann Robert Peel selbst die Reform als das 
zeeignetste Mittel erkannte, die politische wie wirtschaftliche Macht 
Inglands zu heben, folgten dann in den Jahren 1845 und 1846 die Ge- 
setze, welche eine prinzipielle Aenderung in dem Zollsystem herbei- 
:ührten. Schon am 8. Mai 1845 wurden die meisten Rohstoffe von 
jedem Zoll befreit, Das berühmte Gesetz vom 26. Juni 1846 ermässigte 
abermals die Skala für Weizenzölle und fixierte vom 1. Februar 1849 
ab den Weizenzoll auf einen Sh. pro Qu, etwa 45 Pf. pro 100 Kilo, 
der für die übrigen Getreidearten sofort auch eingeführt wurde, Gleich- 
zeitig fielen die Zölle auf Vieh, Fleisch, Kartoffeln und andere Nah- 
rungsmittel, und die Schutzzölle auf Fabrikate wurden im grossen 
Ganzen auf 10%, des Wertes ermässigt. Im Jahre 1849 wurden 
die noch bestehenden Schiffahrtsbeschränkungen bis auf geringe 
Reste aufgehoben und auch den Kolonien volle Verkehrsfreiheit ge- 
währt. Ende der vierziger Jahre waren die Getreidepreise in England 
nur noch um etwa 9%, höher als in Frankreich. 
Uebergang Nachdem man sich so auf die abschüssige Bahn begeben hatte, 
zum Frei- gelangte man schnell zu dem endgültigen Ziele der Handelsfreiheit, 
handel. Durch Gesetz vom 20. August 1853 wurde prinzipiell die Zollfreiheit 
Reform der 
zierziger Jahre
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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