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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

- 342 —. 
visherige Quantum an Kohlen von England zu beziehen. Sie fürchten 
vielmehr, dass dieses nur zu einer Steigerung der Kohlenförderung in 
Deutschland, Frankreich und den anderen in betracht kommenden 
Staaten führen dürfte. Natürlich werden die grossen Hafenorte des 
Kontinentes nach wie vor ihren Vorteil darin finden, englische Kohlen 
auf dem billigen Wasserwege zu beziehen, aber eine weitere Hineinsendung 
in das Binnenland wird durch eine Preissteigerung erschwert. Schon 
eine geringe Verminderung des Absatzes würde aber einen Preisrück- 
schlag in England und eine entsprechende Reduktion der englischen 
Kohlenförderung bewirken. Bei einer rückläufigen Bewegung des Be- 
larfs wird das Letztere unzweifelhaft zu Tage treten, bei einem all- 
gemeinen Aufschwung der Industrie und Zunahme des Gesamtbedarfs 
das erstere. Im Momente scheint die Furcht vor der Massregel hei 
den deutschen Importeuren geringer zu sein als bei den englischen 
Bergwerksbesitzern und Kohlenarbeitern. Die Wissenschaft kann für 
dieses Experiment nur in hohem Masse dankbar sein, sie wird aus der 
genauen Verfolgung der Wirkung der Zölle auf die Preise entschieden 
zu lernen Gelegenheit haben. 
Dass auch heutigen Tages Ausfuhrzölle als Kampfmassregeln 
ihre Bedeutung haben können und ihre Wirkung nicht verfehlen, ist 
aus einzelnen Beispielen ersichtlich. Die Vereinigten Staaten be- 
zogen aus Canada bedeutende Quantitäten von rohem Holz, um es in 
Bretter zu sägen und zu Bauten zu verwenden. Als man in Canada 
dann anfing, die Bäume an Ort und Stelle zu zersägen und Bretter 
über die Grenze zu schicken statt der Bäume, legte die Union einen 
bedeutenden Zoll auf Bretter. Canada antwortete mit einem Ausfuhr- 
zoll auf Bäume und Balken und paralysierte dadurch die Wirkung jener 
Massregel. Ebenso bezog Deutschland eine lange Zeit Fournierhölzer 
aus Russland, namentlich aus dem Kaukasus und zersägte sie für die 
heimische Tischlerei. Mit Erfolg legte dann Russland einen Ausfuhr- 
zoll auf das Rohmaterial, und die Folge war, dass ausländische Firmen 
im Kaukasıs Sägemühlen ‚anlegten, um fertiges Fournierholz mit weit 
zrösserem Vorteile als bisher das Rohholz zu exportieren. Es wäre 
deshalb einseitiger Doctrinarismus, die Ausfuhrzölle als für unsere Zeit 
unbedingt verwerflich hinzustellen. 
Wirkung des Kine Eingangsabgabe als Schutzzoll soll den betreffenden Ge- 
“ingangszolls. werben im grossen Ganzen höhere Preise sichern, als sie bei freier 
Konkurrenz des Auslandes zu erwarten wären. Es ist dieses die Vor- 
aussetzung der Massregel, und nur um einen falschen Schein zu er- 
wecken, wird diese Wirkung geleugnet und verschleiert. Aber natür- 
lich können auch hier ebenso wie bei dem Ausfuhrzoll Eventualitäten 
eintreten, welche die Wirkung des Schutzzolles abschwächen und selbst 
aufheben. Fürst Bismarck führte in einer seiner berühmten Reden 
im Jahre 1879 aus, ihm würde fortdauernd der Beweis geliefert, dass das 
Ausland den Zoll trage, denn so bald ein anderes Land eine Erhöhung 
des Zolles eingeführt hätte, werde er von den deutschen Fabrikanten 
bestürmt, seinen Einfluss geltend zu machen, um diese sie schädigende 
Massregel zu inhibieren. Er führte das Beispiel an, dass bei Erhöhung 
des Zolles auf Leder in Spanien die deutschen Gerber erklärt hätten, 
dass die deutsche Gerberei dadurch in hohem Masse geschädigt würde. 
Dieselben Klagen ertönten von den Brauereien, sobald in irgend einem
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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