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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

3592 
schwert der Beseitigung des Zolles und damit eines Sinkens des Rein- 
ertrages, Erfahrungsgemäss wird aber diese Gefahr bei dem Gutskauf 
in der Regel nicht genügend berücksichtigt, und die spätere Generation 
hat deshalb unter der Massregel zu leiden. Aus dem Gesagten ergiebt 
sich, dass der Zoll in der Hauptsache nur dem Grundbesitz, nicht aber 
der Landwirtschaft selbst entsprechend zu gute kommen. Der momen- 
tane Pächter, der vor der Auflegung des Zolles die Pachtsumme fest- 
zestellt hatte, wird natürlich für die Pachtzeit gleichfalls den Vorteil 
von dem Zolle haben, wie derjenige, der vorher das Gut angekauft hat. 
Alle diejenigen aber, die unter dem Eindrucke der Zollerhöhung oder 
Neuauflegung gepachtet oder gekauft haben, geniessen nur einen ver- 
‚ingerten Vorteil. Aehnliches kann allerdings auch in der Industrie 
vorkommen. Haben unter dem Druck der niedrigen Preise eine Anzahl 
Unternehmer Bankrott gemacht, so werden die neuen Unternehmer, ev. 
die Aktionäre, welche die Aktien zu einem niedrigen Preise über- 
ı10mmen haben, die Preisreduktion sehr wohl zu überstehen vermögen. 
Steigt jetzt durch die Einführung eines Zolles der Preis der Waren, so 
haben sie den Vorteil davon, wie ebenso die Inhaber der Aktien. Eine 
Verminderung dieses Vorteils kann aber jeden Augenblick eintreten, 
wenu eine Anzahl Fabriken derselben Branche auftauchen und durch 
eine Ueberproduktion der Preis wieder gedrückt wird. Niemand ist 
daher sicher, einen dauernden Nutzen von den Zöllen zu haben, 
daher verringert sich hier die Gefahr der Kapitalisierung, die nur 
ausnahmsweise stattfindet, erheblich. Die Fabriken und sonstigen ge- 
werblichen Einrichtungen nutzen sich ausserordentlich schnell ab, ihr 
Wert ist gegenüber dem Betriebskapital nur ein geringer, und sie 
werden im allgemeinen nur nach den Herstellungskosten taxiert, nicht 
nach dem Ertrage, den das Gewerbe zu liefern vermag. Sie können 
wohl erheblich unter dem Werte zum Verkauf kommen, nicht aber 
eine wesentliche Kaufpreissteigerung erfahren, wie dieses bei den länd- 
lichen Grundstücken der Fall ist. Bergwerke natürlich stehen in dieser 
Hinsicht da wie die Landgüter. 
Nach allem wird bei den Agrarzöllen eine ungleich grössere Vor- 
sicht erforderlich sein als bei den Industriezöllen. Die Nachteile fallen 
empfindlicher ins Gewicht, die Vorteile dagegen sind nur bedingte. 
Nach beiden Richtungen hin wird es günstig wirken, wenn die Agrar- 
zölle nur als vorübergehende angesetzt werden, und der Landwirt 
laher beständig auf die Beseitigung derselben gefasst sein und sie in 
Rechnung ziehen muss. Die Steigerung des Grundwertes, die als eine 
wesentliche Last für die Landwirtschaft anzusehen ist, wird dadurch 
vermindert, wo nicht beseitigt. 
Allgemeine Je allgemeiner das Schutzzollsystem durchgeführt ist, um so all- 
Verteuerung gemeiner werden damit alle Gebrauchsgegenstände verteuert und somit 
der VO die ganze Lebenshaltung erschwert. Je nach den mit einem Zoll be- 
“"8- Jegten Artikeln werden nun die verschiedenen Bevölkerungsklassen un- 
gleich herangezogen. Wo die gewöhnlichen Lebensmittel, die allgemeinen 
Nahrungmittel oder Kleiderstoffe ete. einen Zoll zu tragen haben, 
werden die unteren Klassen davon am meisten betroffen, der Standard 
of life wird dadurch herabgedrückt. Wo dagegen mehr die entbehr- 
lichen und Luxusgegenstände die eigentliche Last tragen, sind es die 
besser situierten Kreise, die dadurch getroffen werden. Hierauf ist es
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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