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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

334 
konnten aus dem gleichen Grunde aus Russland und Oesterreich so 
oillig exportiert werden, dass dadurch die Weltmarktpreise erheblich 
gedrückt wurden. In den Vereinigten Staaten beruht die wachsende 
Ausfuhr von Eisenwaren gerade auf den unverhältnismässig hohen 
Preisen im Inlande. durch welche die Produktion einseitig gesteigert 
wird. 
Spezifische Man hat bei den Zöllen zu unterscheiden zwischen spezifischen 
and Wertzölle.nnd Wertzöllen. Die Wirkung derselben als schützende Massregel 
wird natürlich eine sehr verschiedene sein, und es ist die eigentümliche 
Erscheinung, dass in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo 
Wertzölle überwiegen, die Schutzzöllner für einen Ersatz derselben 
durch spezifische Zölle eintreten, während umgekehrt die deutschen 
Schutzzöllner die allgemeinere Kinführung von Wertzöllen befürworten, 
um damit eine grössere Wirkung des Schutzes zu erreichen. Unzweifel- 
haft werden die Zölle, welche mit dem Werte der Gegenstände steigen 
und sinken, den Schutz gleichmässiger zu verteilen vermögen. Wird 
bei den spezifischen Zöllen der Zentner wollener Strickwaren mit 
(00 Mk. belegt, so wird dieses für die geringere Qualität geradezu 
prohibitiv wirken, während es für feinere Modewaren kaum ins Gewicht 
fällt. Die gröbere Massenware wird intensiv geschützt und verteuert, 
lie feineren teureren Fabrikate entbehren des Schutzes. Man ist des- 
1alb so weit gegangen zu meinen, dass gerade die frühere Kinbürge- 
rung der spezifischen Zölle in Deutschland die Produktion von „billig 
und schlecht“ übermässig gefördert hat. Indessen erscheint dies als 
sine wesentliche Ueberschätzung des Einflusses derartiger Massregeln. 
Ueberall kann man verfolgen, dass die natürlichen Kräfte der Produktion 
sinen grösseren Einfluss ausüben als jene künstlichen Ergänzungsmass- 
‚egeln; dass aber diese Richtung durch die spezifischen Zölle begün- 
stigt worden ist, während Wertzölle dieselbe bekämpft hätten, wird nicht 
zu leugnen sein. Denn die Abstufung der Zölle nach gewissen äusseren 
Merkmalen, um sie danach dem Werte in höherem Masse anzupassen, 
aat bei den fertigen Waren entschieden weniger Erfolg, als bei den 
Halbfabrikaten. Ein Vorteil der spezifischen Zölle liegt darin, dass 
sie um so wirksamer werden, wenn die Preise heruntergehen, also ge- 
rade dann am wirkungsvollsten sind, wenn der Schutz am nöütigsten 
ist, weil derselbe Zollsatz dann einen grösseren Prozentsatz des Wertes 
des Objektes ausmacht, also mehr ins Gewicht fällt. Demgegenüber 
liegt der grosse Nachteil der Wertzölle darin, dass sich ihre Wirkung 
ıbschwächt, wenn sie am wichtigsten ist, bei niedrigen Preisen; sich da- 
zegen in unnützer, oft geradezu schädlicher Weise steigert, wenn die 
Preise schon ohnehin sehr hoch und eventuell übermässige geworden 
ind. Beide Arten haben daher in der untersuchten Richtung ihre 
Vorzüge und Nachteile. Es kommen die besonderen Schwierigkeiten resp. 
Erleichterungen hinzu, welche bei ihnen bei der Erhebung zu Tage 
‚reten, die wir indess nicht hier, sondern in der Finanzwissenschaft 
aäher zu beleuchten haben. Wo es sich um sehr hohe Zölle handelt 
and bei Waren, bei denen die Wertverschiedenheit sehr erheblich ins 
Gewicht fällt, werden die Wertzölle für Schutzzwecke in höherem 
Masse am Platze sein; wo man sich dagegen mit einem mässigen 
Zolle begnügt, werden die spezifischen ausreichen und dann vorzuziehen 
sein. Sehr begreiflich daher, dass die letzteren in Deutschland bevor-
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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