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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

Freie Wirt- 
schaft. 
ab, wobei eine sehr verschiedene Intensivität des Betriebes durch- 
geführt werden kann, wie ebenso die Nutzung eine sehr ungleiche ist. 
In Ländern wie England, Holland, Schleswig-Holstein, die für dieses 
System durch ihr feuchtes Klima prädestiniert sind, lässt es sich 
eine Reihe von Jahrhunderten zurückverfolgen. KExtensiv ist die 
Durchführung dort, wo nur wenig Sorgfalt auf das Land verwendet 
wird, das Wachstum des Grases künstlich wenig gefördert wird, 
und die Umackerung nur selten stattfindet. Wo die natürlichen Be- 
dingungen besonders günstige sind, kann auch dabei der Ertrag ein 
erheblicher sein. Zwischen Husum und Tondern an der schleswigschen 
Küste fanden wir nur einen sehr geringen Viehstand; Getreide- und 
Kartoffelbau nur in solcher Ausdehnung, als er für den Bedarf der 
Wirtschaft ausreichte. Dabei stand das Land sehr hoch im Preise, 
und die Bauern hatten bedeutende Einnahmen, weil sie damals, An- 
fang der siebziger Jahre, von Viehhändlern gegen bedeutende Zah- 
lung Vieh zur Mastweide übernahmen, welches dann nach sechs bis 
acht Wochen nach England verschickt wurde. So war bei wenig Auf- 
wand von, Arbeit und Kapital die Nutzung eine sehr hohe. Aeusserst 
intensiv wird das System in vielen Gegenden Englands durchgeführt, 
zum Beispiel auf den Sewagefarmen, wo der Kloakeninhalt der benach- 
barten Städte zur Berieselung der Grasfelder verwendet wird, der 
Grasboden, wenn er nach fünf bis sechs Jahren beackert werden soll, 
rayolt wird und, auch wenn das Land zum Graswuchse liegen bleibt, 
es von dem Farmer fortdauernd geebnet und gewalzt wird, um die 
Grasnarbe fest und gleichmässig zu machen. In den Wirtschaften von 
Mecchi in der Umgegend von London wurde sogar der flüssig ge- 
haltene Dünger aus den Stallreservoirs per Dampf auf die Felder ge- 
trieben und dort mittels einer Spritze je nach Bedarf an Feuchtigkeit 
ınd Dünger gleichmässig verteilt. Da hierzu naturgemäss ein be- 
Jeutender Viehstand gehört, so wird fortdauernd viel Arbeit und 
Kapital in der Wirtschaft verwendet. 
5. Schliesslich bildet die freie Wirtschaft die höchste Stufe der 
Kultur, wobei durchgreifende Bearbeitung des Bodens und sehr reich- 
üiche und häufige Düngung gestatten, die zu bauenden Früchte unab- 
hängig von den Wachstumsverhältnissen allein nach den Konjunkturen 
zu wählen, um damit den höchsten Geldertrag zu erreichen, namentlich 
durch Hineinziehung mannigfacher Handelsgewächse. Im Grossen er- 
reicht sie die grösste Intensität durch vorwiegenden Aufwand von 
Kapital, in der Form von Maschinen und künstlichen Düngemitteln, 
z. B. bei dem Rübenbau in Anhalt oder in der Provinz Sachsen. Zwar 
kann hier nicht beliebig jede Frucht gewählt werden, der Nutzen der 
Wiederkehr der Rübe auf demselben Felde hat erfahrungsgemäss eine 
Grenze, schon weil sich dadurch die Schädlinge der Rübe zu sehr ver- 
mehren und die Ernten vernichten, wie ebenso bei der Oelfrucht, aber 
doch kann von einem regelmässigen Fruchtwechsel abgewichen, z. B. der 
Roggen mehrere Jahre hintereinander gebaut werden, wenn es die Preis- 
verhältnisse wünschenswert machen. Auch die Einschiebung von Kümmel, 
Zwiebeln etc. ist dabei ermöglicht. Viel grössere Freiheit wird aber 
bei dem Kleinbetriebe erlangt durch vorwiegenden Aufwand von 
Arbeit, insbesondere durch die Spatenkultur. Dies ist bekanntlich am 
meisten ausgebildet in China und Japan, trotz geringer Viehhaltung
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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