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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

373 
und leicht dem Verderben ausgesetzte Waren, besonders Lebensmittel 
feilhält. 
Eine grosse Ausdehnung hat in früheren Zeiten der Marktver- Marktverkehr, 
kehr gehabt, der eine lange Zeit den grössten Teil des Umsatzes be- 
wirkte. Es lag in der Natur der Sache, dass bei der ersten Entwicklung 
des Tauschverkehrs an einzelnen Brennpunkten zu ganz bestimmten 
Zeiten sich Handwerker und Kaufleute zusammenfanden, um ihre 
Waren feilzubieten, und dieses waren zunächst die Orte und die Zeiten, 
an denen sich zu kirchlichen Festen und Feiern die Bevölkerung in 
grösserer Menge aus der Umgegend und entlegneren Orten zusammen- 
fand, wie sich das hier und da bis in die Gegenwart hinein erhalten 
hat. Der noch jetzt vielfach gebräuchliche Ausdruck „Ablass“ für 
solche Krammärkte, die an den Tagen gehalten werden, wo die Spen- 
dung des Abendmahls und die Absolutionserteilung die Bevölkerung aus 
weiteren Kreisen zur Kirche führt, deutet klar darauf hin. 
Hieraus entwickelten sich an den verschiedenen Orten die Jahr- 
märkte, die an bestimmten Tagen des Jahres regelmässig wiederkehrten, 
und wo die Kaufleute aus fernen Gegenden, wie Handwerker aus den 
umliegenden Ortschaften, ihre Waren zusammentrugen, um sie an die 
zusammengeströmte Bevölkerung abzusetzen. Dies waren die Tage, an 
denen die Bevölkerung in der Lage war, sich von den heimischen Zünften 
zu emanzipieren, denen hier von ‘anderer Seite Konkurrenz gemacht 
wurde. Im Laufe der 'Zeit haben die Jahrmärkte immer mehr an Be- 
deutung verloren, je mehr es erleichtert war, sich aus anderen Himmels- 
gegenden mit der benötigten Ware zu versehen, und je mehr durch 
erleichterte Reisen das Publikum Einkäufe an anderen Orten machen 
konnte. Sie sind deshalb im allgemeinen gegenwärtig ohne jede höhere 
Bedeutung und haben sich in den dicht bewohnten Gegenden überlebt. 
Dasselbe ist von den sogenannten Messen zu sagen, die sich von den 
Jahrmärkten darin unterscheiden, dass hier der Umsatz en gros ge- 
schieht. Die bedeutendste war in Deutschland die Leipziger Messe, 
welche besonders durch Privilegien gefördert wurde, welche der Stadt 
vom Kaiser Maximilian 1507 gewährt wurden und die in dem acht- 
zehnten Jahrhundert geradezu ein Zentralpunkt nicht nur Deutschlands, 
sondern selbst Mitteleuropas geworden war. Daneben waren die Messen 
von Frankfurt a. M. für die Vermittlung von Nord- und Süddeutsch- 
land, und Frankfurt a. d. O. für den Verkehr mit dem Osten mass- 
gebend. Auch diese sind während des ganzen letzten Jahrhunderts 
mehr und mehr zurückgegangen. Die Fabrikanten ziehen es vor, durch 
Reisende in unmittelbare Verbindung mit den Kaufleuten zu treten, 
denen Muster vorgelegt werden, nach denen sie ihre Bestellungen 
machen; und die Kaufleute ihrerseits haben dadurch die gleiche Aus- 
wahl, als wenn sie eine Messe besuchen. Kisenbahn, Post und "Tele- 
graph erleichtern es, Bestellungen direkt an der Quelle zu machen, 
und das Nötige direkt zu beziehen. 
In einer anderen Weise sind die alten Wochenmärkte, auf denen 
das Publikum der Städte seinen laufenden Bedarf an Lebensmitteln ein- 
kaufte, wenigstens in den grossen Städten durch die Markthallen 
beseitigt, in welchen die teils aus der nächsten Umgebung, teils auch 
von weit her bezogenen Lebensmittel aufgespeichert und täglich in be- 
stimmten Stunden dem Detailverkauf zugänglich gemacht sind, während 
\Tessen.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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