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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

BETT 
ist es möglich, immer mehr Gegenstände des allgemeinen Unterhaltes 
in den Verkehr zu ziehen. Das war allerdings. schon im alten Rom 
der Fall, wo sich ein ausgedehnter Getreidehandel, namentlich mit 
Sizilien, entwickelt hatte. Am weitgehendsten ausgebildet ist dieses in 
England, welches an dem Brotgetreide in manchen Jahren über die 
Hälfte und auch an den übrigen Lebensmitteln, wie Butter, Kier, aber 
auch Fleisch fortdauernd einen sehr bedeutenden Prozentsatz vom Aus- 
lande bezieht. 
In der gleichen Weise beginnt der Verkehr mit dem Detailhandel 
und bildet sich erst allmählich auf Grund einer hoch entwickelten 
Industrie zum Grosshandel aus. 
Die Durchführung des Handelsbetriebes hat im Laufe der Zeit 
gewaltige Wandlungen erfahren. Ursprünglich begleitet der Kaufmann 
seine Ware selbst. Er betreibt einen Wanderhandel, d. h. er zieht mit 
einem Lager von Waren zu Schiff oder zu Wagen von Ort zu Ort. 
Dies entwickelt sich allmählich zu dem grossen See- und Karawanen- 
handel. In der neueren Zeit hat sich dieses mehr und mehr umgestaltet, 
indem die modernen Hilfsmittel, die Sicherung, Beschleunigung und 
Verbilligung des Transportes es dem Kaufmann ermöglichen, ohne seinen 
Sitz zu verlassen, von seinem Bureau aus die Waren aus den ver- 
schiedensten Gegenden heran zu dirigieren und sie nach allen Rich- 
tungen hin wieder zu verteilen. Er braucht nur ein geringes Lager 
zu halten, der Verkauf wie der Ankauf vollziehen sich immer all- 
gemeiner auf Grund von Proben und Mustern. Der Handel wird da- 
durch in immer höherem Masse zum Spekulationshandel und konzen- 
triert sich für gleichartige, daher leicht vertretbare, wie der technische 
Ausdruck lautet, fungible Gegenstände an den Börsen. 
Eine weitere Modifikation, die sich vor allem bei uns in Deutsch- 
land zeigt, liegt in der zunehmenden Ausschliessung des Engroszwischen- 
handels in dem Binnenverkehr, der, wie schon an anderer Stelle an- 
gedeutet, durch Handlungsreisende ersetzt wird, welche unmittelbar 
zwischen Produzenten und Detailhändler resp. Fabrikanten, Handwerkern 
und selbst Konsumenten Beziehungen anzuknüpfen suchen. Der Vor- 
teil dieses Verfahrens liegt darin, den Profit des Zwischenhandels zum 
grossen Teile dem Produzenten zugänglich zu machen. Auf der anderen 
Seite ist die grosse Gefahr damit verbunden, mit der Produktion ein 
grösseres Risiko zu verknüpfen, zumal die grosse Konkurrenz zu einer 
übermässigen Kreditgewährung geführt hat. Um ein Beispiel heraus- 
zugreifen: der englische Kattundrucker legt seine Muster einzelnen 
Grosshändlern vor, welche darauf Bestellungen machen. Zum grössten 
Teile liefern sie auch die Zeuge, welche zu bedrucken sind und er- 
halten sie im fertig gefärbten Zustande wieder zurück. Der Fabrikant 
arbeitet nur auf Bestellung so lange und so weit ihm solche vor- 
liegen. In Deutschland haben viele Kattundruckereien dagegen ihre 
Reisenden, soweit sie für das Inland, zum Teil auch für das Ausland 
arbeiten, die mit ihren Mustern in den Städten die Detaillisten besuchen 
and gleichfalls ihre Bestellungen in Empfang nehmen, die natürlich erst 
allmählich und in kleinen Posten einlaufen. Es erschwert dies die 
Kontinuität der Arbeit, die deshalb auch auf eigenes Risiko des Fabri- 
kanten ausgedehnt wird, also durch Arbeiten auf Vorrat in kleineren 
und grösseren Posten. Er kanft die Zeuge in der Hauptsache selbst 
Verdrängung 
les Engros- 
Zwischen- 
handels.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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