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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

42Q 
wieviel von den versicherten Gebäuden durchschnittlich im Jahre ab- 
brennen, wie hoch ungefähr der zu ersetzende Schaden anzunehmen ist, 
welcher Prozentsatz von dem Werte als Jahresprämie zu erheben ist, 
um «die Entschädigungssumme immer zur Verfügung zu haben, Für 
den Einzelnen, der sein Leben versichert hat, ist es ganz ungewiss, 
wann sein Tod eintreten wird, cs kann schon in demselben Jahre ge- 
schehen, wenn er mit 20 Jahren eintrat, eventuell aber auch erst nach 
50, 60 Jahren. Für die Versicherungsgesellschaft dagegen ist durch 
die Wahrscheinlichkeitsrechnung dieses Zufällige beseitigt, und mit einer 
viel grösseren Sicherheit, als bei den Bränden, kann man voraus be- 
°echnen, welche Zahl von den mit dem 25. Jahre der Versicherung 
beigetretenen 10000 Personen schon nach ein, zwei, fünf, zehn, zwanzig 
Jahren sterben werden, für welche daher die versicherten Summen 
auszuzahlen sind. Auch hier entspricht es allein dem Prinzip, dass bei 
Selbstmorden, die mit klarer Veberlegung ausgeführt werden, die Aus- 
zahlung nicht geschieht, so traurig dieses auch für die Hinterbliebenen 
;ein mag. Höchstens eine Rückzahlung der eingezahlten Summen 
zönnte gerechtfertigt erscheinen, damit das Unternehmen nicht davon 
nen zu hohen Profit hat. 
Aus dem Dargelegten ergiebt sich, dass nur da von Versicherung 
gesprochen werden kann, wo die Zahl der herangezogenen Fälle gross 
zenug ist, um eine Ausgleichung zu bewirken, damit die Zufälligkeit 
verschwinden, dagegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung zur Geltung 
kommen zu lassen; und dass alle Versuche, eine Versicherung durch- 
zuführen, wo eine Wahrscheinlichkeitsrechnung fehlt, dem Prinzipe 
widersprechen und mehr oder weniger in der Luft schweben. Deshalb 
konnte die Hypothekenversicherung, nach vielen Richtungen die Vieh- 
versicherung bisher noch keinen festen Boden gewinnen, und auch in 
vielen Gegenden die Hagelversicherung nicht, wo es an dem nötigen 
Beobachtungsmateriale fehlte, und in jedem Jahre alle bisherigen An- 
nahmen über den Haufen geworfen werden können. Die Hagelver- 
sicherung steht aber in anderer Hinsicht gerade am vollkommensten da, 
weil das Eintreten der Eventunalität sich jeder Einwirkung durch den 
Versicherten entzieht, Bei der Viehversicherung gegen die gewöhn- 
lichen Krankheiten und Unglücksfälle durch grössere Gesellschaften 
stellen sich dagegen die Schwierigkeiten als unüberwindlich heraus, in 
dem einzelnen Falle zu eruiren, ob ein Verschulden oder willkürliches 
Eingreifen des Versicherten stattgefunden hat oder nicht. 
Gemeinsames Bei den meisten Versicherungsarten wird der Zweck erreicht durch 
‚Sparen für gemeinsames Sparen für den Eintritt der betreffenden Eventualität, es 
ine bestimmtes; nd nur wenige, bei denen dieses nicht zutrifft, wie bei der Erwerbung 
Eventualität, M x ’ is . 
einer Altersrente durch Einzahlung eines Kapitales ete., während in 
anderen dieses gemeinsame Sparen sogar das allein charakteristische 
ist, wie bei der Versicherung für den Lebensfall, bei einer Aussteuer- 
kasse etc., wo durch jährliche Einzahlung von dem Versicherungs- 
beginne an ein Kapital für den Fall erworben wird, wo die betreffende 
Person das 20. oder 25, Lebensjahr erreicht. Dieses gemeinsame Sparen 
liegt aber bei jeder gewöhnlichen Lebensversicherung auf Kapital vor, 
wie bei der Krankheits- und Unfallversicherung, bei der Feuer-, Hagel-, See- 
versicherung etc, Ueberall treten Tausende von Personen zusammen, 
um in jedem Jahre kleine Summen als Spareinlagen bei der Ver-
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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