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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

Länder der alten Kultur zu Grunde gegangen seien, weil der Boden 
an Ertragsfähigkeit abgenommen hätte und nicht mehr die bisherige 
Starke Bevölkerung zu ernähren imstande gewesen wäre. Die Ursache 
dieser Erscheinung sei aber in dem Raubbau zu finden, der zu allen 
Zeiten stattgefunden und die Landwirtschaft ruiniert habe. Persien 
und Mesopotamien, die Wiege der ältesten Kultur, welche lange 
Zeit eine äusserst dichte Bevölkerung beherbergt und ernährt habe, 
wie das alte Babylon, wo nach allen Berichten die üppigste Landwirt- 
schaft mit enormen Erträgen geherrscht hat, seien allmählich zurück- 
Scgangen und beherbergten jetzt nur eine dünne, arme Bevölkerung mit 
der dürftigsten Landwirtschaft und unzureichenden Ernten. In gleicher 
Weise sei die Macht und der Wohlstand Griechenlands und Roms 
gebrochen, da beiden Ländern der ausgesogene Boden mehr und mehr 
seine Gaben versagte. Spanien, welches unter den Mauriskos die 
blühendste Landwirtschaft besessen und eine sehr dichte Bevölkerung 
ernährt, wo das Land sich Jahrhunderte hindurch in höchstem Wohl: 
Stande befunden habe, weise jetzt im Innern des Landes weite öde 
Strecken und dürftige Weideflächen auf; die Bevölkerung wäre in 
den letzten Jahrhunderten enorm zurückgegangen, und hätte sich aus 
ihrer Verarmung noch nicht wieder zu erholen vermocht. 
. Liebig geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass auch 
in den modernen Staaten die Landwirtschaft in der Hauptsache auf 
Raubbau basiert sei, und dass, wenn dieser nicht abgestellt werde, der 
Verfall der jetzigen Kulturstaaten unvermeidlich sei, da die Erträge 
der Landwirtschaft abnehmen müssten, ja sogar, wie er nachzuweisen 
Sucht, bereits abgenommen hätten. Kein Wunder, wenn diese Aus- 
führungen von so hervorragender Seite eine allgemeine Beunruhigung 
berbeiführten. Es ist deshalb eine nähere Untersuchnng der volkswirt- 
schaftlichen Seite der Liebigschen Lehre notwendig. 
. Was zunächst die historische Begründung anbetrifft, so kann 
dieselbe nicht als richtig anerkannt werden. Alle Reisebeschreibungen 
Sind darin einig, dass in den erwähnten Ländern der Boden auch ar 
Sich noch heutigen Tages ertragsfähig ist, dass aber in den asiatischer 
Gegenden der alten Kultur, wie an der spanischen Küste in alter Zeit 
Cin vorzügliches Bewässerungssystem mit ausgedehntem Kanalnetz dem 
Acker die Feuchtigkeit bot, die er in jenem Klima zur Fruchttragung 
gebraucht. Die verheerenden Kriege, und die damit verbundene De- 
Zimierung der Bevölkerung, liessen die Kanäle verfallen, und damit 
Müsste der Boden seine Ertragsfähigkeit einbüssen. In der Ebene 
Von Capua werden aber noch heutigen Tages die reichsten Ernten 
Sewonnen, und zwar durch ausgedehnte Anwendung der Gründüngung, 
also durch Verwertung des natürlichen Bodenreichtums. Wenn in 
Griechenland erst. überall gute Wege angelegt sein werden, wenn in 
Spanien die Bevölkerung zu etwas grösserem Fleiss erzogen wird, 
Unterliegt es keinem Zweifel, dass auch dort die Landwirtschaft schnell 
Zu früherer Blüte gebracht werden kann, abgesehen vielleicht von 
inzelnen Landesteilen, wo infolge übermässiger Vernichtung der Wälder 
und ausschliesslicher Benutzung des Landes zu Weidetriften der Humus 
ZU sehr ausgebrannt und ausgewaschen ist, so dass er einer längeren 
Kultur zur Neubelebune bedarf. 
Kritik der 
historischen 
Begründung
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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