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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

496 -—- 
Das beste Mittel zu solcher Konzentration ist die Kolonisation, 
indem die Ansiedler in Kolonien in politischer Beziehung und in einer 
gewissen Abhängigkeit vom Mutterlande verbleiben. 
Wesen der Unter Kolonisation überhaupt versteht man die Ansiedlung von 
<olonisation. Bevölkerungsteilen an einem entlegenen Ort unter anderen Verhältnissen 
und einer anderen Nationalität, oder doch unter einer anderen Be- 
völkerungsart. Man spricht auch von innerer Kolonisation, wenn 
g. B. aus Süddeutschland sich Bauern in grösserer Anzahl in Nord- 
deutschland in konzentrierter Weise ansiedeln, um dort in den nord- 
östlichen Landesteilen, sei es unter Polen oder Norddeutschen, eigene 
Gemeinden zu bilden, die ihre Eigenart, wirtschaftliche Methode u. s. w. 
dort erhalten und fortsetzen. Sobald die Ansiedler ihre Eigenart oder 
gar ihre Nationalität verlieren, hört natürlich der Begriff der Kolonie 
auf. Kolonien im weiteren Sinne des Wortes brauchen daher nicht 
politisch mit dem Mutterlande verbunden zu sein, wohl aber ist dieses 
im engeren Sinne die Voraussetzung, und so werden wir in dem Folgen- 
den die Kolonien auffassen und behandeln. 
\eltere Zeit, Die Kolonisation geht bis in die vorhistorische Zeit zurück. Sie 
erhielt historisch nachweisbare Bedeutung im Altertum, wo die Phö- 
nizier und die Griechen an entlegenen Orten Ansiedelungen er- 
richteten, die schliesslich grösseren Umfang als das Mutterland erlangten. 
Das römische Reich in seiner Blüte umfasste eine ganze Anzahl 
von Kolonialgebieten. Der Eroberungszug der Normannen nach 
England unter Wilhelm dem Eroberer endete mit einem umfassenden 
Kolonisationswerk, wie ebenso das des deutschen Ritterordens in dem 
alten Preussen, den Gebieten der jetzigen Ostseeprovinzen in Russland 
u. 8. w. Das Vorrücken des Germanentums und die Verdrängung der 
Slaven zur Hohenstaufenzeit ist gleichfalls hierauf zurückzuführen. 
In grossartigstem Massstabe ist die Kolonisation dann bekanntlich 
nach der Entdeckung Amerikas vor sich gegangen; zunächst vor allem 
durch die Spanier in Mexiko und Peru, wo sie sich allerdings nicht, 
der nur vereinzelt als Ansiedler niederliessen, sondern mehr durch 
Beamte die eroberten Länder einseitig auszubeuten trachteten. Nicht 
nur, dass alle fremden Nationalitäten von den Kolonien möglichst fern 
gehalten wurden und selbst der Schiffsverkehr und Handel anderer Natio- 
nalitäten mit den Kolonien verboten war, sondern es wurde auch die 
Einwanderung und Niederlassung von Spaniern rigoros beschränkt, und 
zeit Karl V. von einer ausdrücklichen Erlaubnis der spanischen Regie- 
rung abhängig gemacht. Auf demselben Ausbeutungsprinzipe beruhte 
las Vorgehen Portugals in seinen Kolonien. Nicht mit der gleichen 
Strenge und Exklusivität ging Holland im Kapland, in den ostindischen 
Kolonien, Batavia u. s. w. vor, aber auch dort handelte es sich um 
eine ausschliessliche Ausbeutung der Kolonien, wenn auch nicht durch 
ein privilegiertes Beamtentum, sondern durch mit besonderen Privilegien 
ausgestattete Handelsgesellschaften, welche unter Kontrolle der Regie- 
sung sich und ihr Mutterland auf Grund von Handelsmonopolen be- 
reicherten, 
Eine grosse Ausdehnung gewann in dem 17. Jahrhundert die 
französische Kolonisation in Nordamerika, welche sich eine lange 
Zeit über weit grössere Territorien erstreckte als die englische, all- 
Neuere Zeit,
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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