Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

5303 
„ältnissen vor. Bei den primitiven Völkerschaften aber befindet sich 
neist die Gesamtheit im Zustande grösserer Dürftigkeit, die sich oft 
;n wirkliche Hungersnot verwandelt. Selbst in den tropischen Gegen- 
len, wo die Natur ihre Gaben auf das Reichlichste spendet und nur 
sehr wenig Arbeit erforderlich ist, um den Unterhalt zu beschaffen, 
treten öfters elementare Ereignisse ein, welche die gewöhnlichen 
Nahrungsquellen versiegen lassen; Mangel an Regen, Heuschrecken- 
schwärme, heftige Orkane sind bekanntlich auch in den sonst gesegnet- 
sten Gegenden die Ursachen ausgedehnter Not. Gerade weil die 
Mehrzahl der Menschen auf der gleichen Stufe stehen und unter den gleichen 
Verhältnissen leben, erfasst solche Notlage auch die grosse Masse der- 
selben in gleichmässiger Weise, und die dadurch angerichteten Ver- 
heerungen sind weit umfassender als dort, wo eine Ungleichheit in 
Lebensstellung und Besitz vorhanden ist. Es ist daher ein grosser 
Irrtum zu meinen, dass Armut erst eine Folge der Ausbildung des 
Privateigentums und der Ungleichheit des Besitzes ist. 
Im Mittelalter befand sich in Mitteleuropa ein übergrosser Teil 
der Bevölkerung im Zustande äusserster Bedürftigkeit. Aus jedem 
Jahrhundert wird uns über Zeiten allgemeiner Hungersnot berichtet, 
welche die Bevölkerung dezimierte. Noch im Beginne des vorigen 
Jahrhunderts war das Elend der unteren Klassen und die Zahl. der 
Hilfsbedürftigen weit grösser als jetzt. Hierfür nur einzelne Beispiele, 
Aus Wien wurden vor der Belagerung durch die Türken, als die Ge- 
samtbevölkerung kaum 40—50 000 umfasst haben kann, nach Berichten 
7000 Bettler ausgewiesen; in Köln zählte man am Ende des 18. Jahr- 
4underts 12 000 Bettler, in Schottland wurden zur selben Zeit in einem 
Jahre 200000 Vagabunden aufgegriffen. In ganz England zählte man 
dagegen in den letzten Jahren keine 40 000. 
Hat sich so der Zustand der Armut unzweifelhaft vermindert, so 
wird man das kaum von dem der Bedürftigkeit sagen können, weil 
dieselbe ein relativer Begriff ist und mit der Erhöhung unserer Lebens- 
ansprüche und durch die gesteigerte Humanität schon weit früher Be- 
Jürftigkeit angenommen wird als in älterer Zeit, wo die gleichen Be- 
friedigungsmittel, die jetzt als unzureichend angesehen werden, noch 
als völlig auskömmliche galten. Daher kommt die eigentümliche Er- 
scheinung, dass gerade in wohlhabenden Gegenden die Zahl derjenigen, 
denen man aus öffentlichen Mitteln Unterstützung zuerkennt, grösser 
ist als dort, wo notorisch die allgemeinen Verhältnisse viel ärmlicher 
sind, und es wäre ausserordentlich falsch, nach der Statistik der als 
hülfsbedürftig Anerkannten die Wohlhabenheitsverhältnisse verschiedener 
Gegenden und Länder beurteilen zu wollen. Die grosse Zahl der in 
England aus öffentlichen Mitteln Unterstützten ist nicht ein Zeichen 
dortiger Armut, sondern nur der grossen Humanität, der Leichtigkeit, 
nit der Mittel zu solchen Zwecken flüssig zu machen sind, und dafür, wie 
hoch der „standard of life“ gestiegen ist. Einen gewissen Anhalt hierfür 
gyewinnt man durch die Untersuchung, was für eine Beköstigung in den 
Gefängnissen verabreicht wird, wo nur der notwendigste Lebensunter- 
halt geboten werden soll. In dem grossen Gefängnis für schwere 
Verbrecher in London „Milbanks“ erhielten (als wir dasselbe schon 
im Jahre 1875 besuchten) die für längere Zeit Internierten viermal in 
der Woche so bedeutende Portionen Fleisch, wie sie bei uns in dem 
Sehr ver- 
yreitete Be- 
Jürftigkeit in 
Gegenwart.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.