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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 540 — 
lie Arkeitslosigkeit grössere Dimensionen annimmt, und dadurch die 
Arbeiternot in bedeutendstem Masse gesteigert wird, ist es unumgäng- 
Private ich notwendig, andere Wege einzuschlagen. 
Organisation Vor allem haben die Arbeitervereine, wie besonders die Trade- 
der Arbeits- . « x " . 
sermittelung, Uhions in England, aber auch einzelne Fachvereine in Deutschland 
zentralisierte Nachweisbureaus errichtet, die in den grossen, fest organi- 
sierten, über das ganze Land verbreiteten Vereinen sehr wohlthätig ge- 
wirkt haben. Je kleiner aber die Vereine sind, je weniger Fühlung 
sie mit den verschiedenen Landesteilen haben, um so unzureichender 
müssen ihre Leistungen sein. 
Für das Handwerk sind naturgemäss die Innu ngen die gegebenen 
Organe für den Arbeitsnachweis, der ausdrücklich nach dem deutschen 
Gesetz vom 18. August 1881 als Aufgabe in die Statuten mit auf- 
genommen ist. Die Stellen suchenden Mitglieder sollen sich an den 
Ausschuss für-das Gesellen- und Herbergswesen wenden, und ebenso 
sollen die Gesellen in den Herbergen entsprechenden Nachweis er- 
halten. Indessen wird darüber geklagt, dass von beiden Seiten der 
Einrichtung nicht das nötige Interesse entgegengebracht wird, und in- 
folgedessen das Gesamtergebnis wenig befriedigend ist. 
Freiwillige Vereinigungen von Arbeitgebern zu demselben Zwecke 
sind mitunter erfolgreicher gewesen. Hier ist wohl vor allem an die „Con- 
sordia“ in Köln zu erinnern, welche lange Zeit ein eigenes Organ herausgab, 
ınd sich: den Arbeitsnachweis zur besonderen Aufgabe machte. Aehnliche 
sind in Hamburg, Berlin, Dresden und anderen Orten in Wirksamkeit. 
Eine solche Organisation gemeinnütziger Natur ist bereits 1865 in 
Stuttgart als Bureau für Arbeitsnachweis von verschiedenen gemein- 
aützigen Vereinen gegründet. Hier ist gleichfalls der Berliner Zentral- 
verein für Arbreitsnachweis zu nennen, der seit 1883 in Funktion ist, 
and alljährlich vielen Tausenden zu einer angemessenen Stelle verhilft. 
Hierher gehören auch die Schutzvereine für entlassene Ge- 
fangene, die unter verschiedenen Namen in Deutschland vertreten sind 
und überaus segensreich den Unglücklichen zur Seite stehen, an denen 
ain Makelhaftet, und die deshalb besonders schwer Beschäftigung finden. 
Ein wichtiger Schritt auf diesem Gebiete ist neuerdings gethan, indem im 
Februar 1898, sich ein „Verband deutscher Arbeitsnachweise“ gebildet 
nat, der die bisherigen provinzialen und Landesverbände zu zentrali- 
zieren und damit zu höherer Wirksamkeit zu bringen sucht. Der Ver- 
band hat ein eigenes Organ in der von Professor Jastrow herausge- 
Kommunale gebenen Monatsschrift „der Arbeitsmarkt“. 
Staatliche Aber alle diese Versuche haben doch niemals Aussicht etwas 
ATERST: A sreichendes zu leisten. Sehr erfreulich ist es daher, dass endlich 
Ende der achtziger Jahre eine neue Bewegung zu verspüren ist, die 
immer allseitiger und energischer die Hilfe der kommunalen und 
staatlichen Organe verlangt, um in umfassenderem Massstabe dieser 
grossen Aufgabe näher zu treten. 
In erster Linie sind hier die „Arbeiterbörsen“ in Frankreich: zu 
nennen, von denen die erste 1887 errichtet wurde. Der Gemeinderat 
stellte den Arbeitern die entsprechenden Lokalitäten zur Verfügung, 
um dort Arbeitsvermittlungsbureaus einzurichten, ausserdem aber auch 
Versammlungen abzuhalten etc, Zwar hat der Gemeinderat sich die 
ÖOberaufsicht vorbehalten, thatsächlich hat sie aber keine Bedeutung.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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