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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

543] Die Erhaltung der heimischen Münze. Die Währung. 858 
wir einen der wichtigsten Punkte noch nicht ins Auge gefaßt, die Währungsfrage und 
Währungspolitik. 
167. Die Gold-, Silber- und Doppelwährung. Das Problem 
und das ältere Nebeneinandercirkulieren von Gold- und Silber— 
münzen. Wir haben oben schon bemerkt, daß die Erklärung eines Geldes zum ge— 
setzlichen Zahlungsmittel das Wesen der Währung ausmache. Man pflegt daher 
heute die drei eben genannten Währungen zu unterscheiden und kurz und populär zu 
sagen: Bei der Doppelwährung ist Gold- und Silber⸗, bei der Gold- nur Gold-, bei 
der Silberwährung nur Silbermünze gesetzliches Zahlungsmittel. Das ist nun, ganz 
roh betrachtet, für die Gegenwart richtig. Aber das Wesentliche ist die feinere Unter⸗ 
scheidung. In gewissem Sinne haben ja auch die Silberländer in der Regel Gold— 
münze, alle Goldländer haben regelmäßig Silbermünze; beides aber in anderer Art 
und mit anderem Recht als in den Ländern der Doppelwährung. 
Suchen wir uns also die technisch⸗wirtschaftlichen Voraussetzungen und die historische 
Gestaltung des Nebeneinanderbestehens von mehreren Münzarten aus verschiedenem 
Metall, hauptsächlich von Gold- und Silbermünzen klar zu machen. 
Wir sahen, daß ursprünglich eine Anzahl von verschiedenen Gütern als Zahl— 
mittel nebeneinander fungierten; sie konnten das, so lange das Wertbewußtsein so roh 
und so stabil war, daß jeder für gewöhnlich die gleiche Quantität dieser Güter zu 
gleichem Werte nahm. Mit der höheren Ausbildung des Wertbewußtseins und des 
Verkehrs schieden nach und nach die übrigen Güter aus der Reihe der Tausch- und 
Zahlmittel aus, weil sie dazu weniger taugten als Edelmetall und Münze, hauptsächlich 
weil sie weniger wertbeständig waren. Es blieben aber meist mehrere Metalle, als 
Barren oder in Munzform, Eisen, Kupfer und Bronze neben Silber, Kupfer und Silber 
neben Gold als regelmäßige und rechtlich anerkannte Zahlmittel übrig. Und fie konnten 
es in dem Maße leichter, als der Wert aller dieser Metalle und Münzen nicht leicht 
und rasch große Schwankungen zeigte, als bei wenig ausgebildetem Handelsgeist noch 
rohe Gleichsetzungen lange und in weiter Verbreitung sich erhielten. Der Verkehr 
bemerkte früher kleine Wertschwankungen von Kupfer zu Silber oder von Silber zu 
Gold nicht so leicht; und man war nicht geneigt und nicht fähig, teilweise schon der 
Transportkosten wegen, kleine Werterhöhungen des einen Metalls dadurch zu nützen, 
daß man es aus dem Verkehr zog und an andere Länder, wo es höher galt, au ver⸗ 
kaufen trachtete. 
Es ergaben sich also, je unentwickelter der Verkehr war, desto weniger Schwierig⸗ 
keiten aus der gleichzeitigen Anwendung mehrerer Metalle zu Münzen. Sie erschien 
überdies von praktischem Gesichtspunkt aus überall bequem, ja unentbehrlich. Die 
Eisen- und Kupfermünzen dienten dem kleinen Verkehr, das Silber dem größeren. Wo 
Gold ursprünglich fehlte, wurde es mit der Ausbildung erheblicher interlokaler Zahlungen 
wegen seiner leichten Versendbarkeit herbeigezogen. In gewissem Umfang entschied stets 
das Vorkommen und die Leichtigkeit oder Schwierigkeit des handelsmäßigen Bezugs 
darüber, welche Metalle zuerst, welche später an jedem Orte als Zahlmittel gewählt 
wurden. Überall aber trat mit höherer wirtschaftlicher Kultur Eisen, Kupfer und Bronze 
zurück, das Gold dagegen in den Vordergrund. So gewöhnte man sich fast überall 
daran, zwei oder mehr Metalle zugleich als Münze zu verwenden; Sitte und technisches 
Münz- und Verkehrsbedürfnis forderten gebieterisch die Kombination. 
Aber ebenso allgemein hat man verlangt, daß die nebeneinander zugelassenen 
Metalle in ihren Münzen ein einheitliches System darstellen, daß 1 Gramm gemünzten 
Silbers zu so viel Gramm gemünzten Kupfers oder Goldes in einem ganz bestimmten, 
von Sitte oder Recht fixierten Wertverhältnis stehe. Wo das Verkehrsbedürfnis zu 
kiner neuen Silber- neben der Kupfer-, zu einer neuen Gold- neben der Silbermünze 
ührte, da suchte man diesem Bedürfnis zu genügen. Der neue Goldgulden des 183. 
Jahrhunderts wurde zuerst so geprägt, daß er einem Pfund oder 240 Pfennigen, der 
werthaler des 16. Jahrhunderts, daß er einem Goldgulden entspräche, die Pistole 
oder der Friedrichsdor des 18. Fabhrhunderts so, daß er fünf Silberthaler darfielle.
	        

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