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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

120 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. (378 
französischen Städten Brottaxen, 1884 fiel ein Gesetzesantrag, der alle franzöfischen 
Brottaxen verbieten wollte. Auch in Deutschland find Taxen für Verkehrs- und 
Straßengewerbe, für Auktionatoren, Feldmesser, Wäger, Apotheker beute noch erlaubt 
und üblich. 
Das Urteil über das ganze ältere obrigkeitliche Taxwesen wird kein einheitliches 
sein können, weil die Institution so ganz verschieden angewandt wurde. Man kann 
durch Taxen natürlich nicht in einer Hungersnot oder Revolution, wie 1793 -1794 
in Frankreich durch das sogenannte Maximum, billiges Brot schaffen, Man kann 
durch Taxen nicht ein entwerletes Papiergeld auf den Parikurs heben, in einem kapital⸗ 
Irmen Lande den Zinsfuß nicht von 10 oder 6 auf 5 oder 83 Prozent herabdrücken. 
Und doch ist Derartiges oft versucht worden. Wohl aber kann man durch Taxen, 
welche auf die Produktionskosten und einen billigen Gewinn der Verkäufer Rücksicht 
nehmen, innerhalb der Grenzen, welche Angebot und Nachfrage als äußerste bestimmen, 
den Preis etwas höher oder niedriger setzen; man kann so gewisse Schwankungen be— 
eitigen, vor allem Übervorteilungen, Ausbeutungen und Machtmißbrauch in einzelnen 
Fällen und gegen ganze Klassen hindern, ohne daß damit eine falsche Entwickelung der 
Produktion, des Handels, der Einkommensverteilung herbeigeführt würde. Natürlich 
war stets die Vorfrage, ob die taxierenden Behörden kundig genug waren, auf Grund 
oon Vernehmung aller Beteiligten vorgingen, ob sie für die Interessen der einen oder 
inderen Seite, der Verkäufer oder Käufer, der Unternehmer oder Arbeiter voreingenommen 
waren. Endlich war die Maßregel leichter, je einfacher die Technik, je geringer die 
Arbeitsteilung, je kleiner und abgegrenzter der Markt war, je mehr man die Preise 
eines Produktes, wie Brot oder Bier, nach den Rohstoffpreisen (Weizen, Roggen, Malz) 
in schematischer Weise abstufen, diese Rohstoffpreise in sicheren Durchschnitten, auf kleinen 
Märkten fassen konnte, je mehr auch noch alle Produzenten den gleichen gesellschaftlichen 
Schichten angehörten und mit einem bekannten jährlichen Durchschnittsgewinn zufrieden 
waren. Die Taxen waren, selbst unvollkommen, doch da dringend nötig, wo die Kon— 
kurrenz und die Hffentlichkeit noch fehlte, wo ohne Taxen die Konsumenten einzelnen 
monopolistischen Produzenten oder Händlern ausgeliefert waren. 
Fast alle diese Punkte haben sich in den letzten Menschenaliern geändert: statt 
lokaler nationale und Weltmärkte, statt einfacher eine komplizierte Technik und Arbeits⸗ 
eilung, statt gleicher die verschiedensten Betriebsfformen und Produktionsbedingungen, 
statt mangelnder große Konkurrenz und Offentlichkeit. Die alten Methoden und obrig— 
keitlichen Taxbehörden wurden teils überflüssig, teils versagten sie; sie lieferten Resultate, 
die sich nicht bewährten, die ungünstige Folgen hatten, vielfach umgangen wurden. 
Dazu kam der theoretische Glaube der Zeit an das Unberechtigte aller obrigkeitlichen 
Taten und der Wunsch der Geschäitsleuse, in ihren egoistischen Gewinntendenzen nicht 
geniert zu werden. 
Aber es ist mit der gewerbefreiheitlichen weitgehenden Befeitigung der früheren 
Taxen und ihren Folgen nicht der Beweis geliefert, daß nicht Ahnliches wie früher, 
wenn auch in anderer Form, sich neu bilde. Es scheint vielmehr, daß in breiter Weise 
die moderne Volkswirtschaft wieder zu gewissen Preisfestsetzungen kommt, die nicht aus 
dem Feilschen von Käufern und Verkäusern, sondern aus der Thätigkeit gesellschaftlicher 
Organe hervorgehen, die für bestimmte Märkte, bestimmte Zeit, bestimmte Leistungen 
und Waren die Käufer und Verkäufer binden. Diese Festsetzungen beziehen sich nun 
nicht mehr in erster Linie auf Brot, Fleisch und Bier, sondern auf Löhne, Gehalte, 
Rohstoff- und Halbstoffpreise, auf die gesamten Verkehrsdienste; sie können die individuali— 
fierlen Waren und Arbeitsdienste so wenig wie früher erfassen, sondern nur typische, 
in Tausenden von gleichen Fällen sich wiederholende; aber ihr Gebiet ist doch groß und 
täglich wachsend. Sie suchen sich auf die Mitwirkung der beteiligten Käufer und Ver⸗ 
käufer zu ftützen, überall die iechnisch und kaufmännisch Sachverständigsten heran— 
uziehen; sie beruhen teilweise auf freier Vereinbarung gesellschaftlicher Gruppen und 
Korporationen, aber oft auch und in steigendem Maße auf der Mitwirkung von Schieds— 
richtern und öffentlichen Behörden. Zumal wo große Monopole entstehen, wird deren
	        

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