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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

581)] Die Taxen und Tarife der Verkehrsanstalten. 
128 
in verschiedenen Ländern ist ebenso sehr durch diese verschiedenen Principien wie durch 
wirtschaftliche, technische, Angebots- und Nachfrageverhältnisse bedingt. 
Wir machen uns die thatsächlichen Verhältnisse am besten durch eine historische 
Erzählung klar. 
Es handelte sich in allen älteren Zeiten um kleine Schiffer, um Pilger, um 
Reisende und fürstliche Boten, um kleine Frachtfuhrleute, welche ieils im Nebenerwerb, 
teils berufsmäßig gegen Entgelt Briefe, Güter und Personen beförderten. Thaten sie 
es ursprünglich oft aus Gefälligkeit sehr billig, so nahmen sie doch bald, was sie er— 
halten konnten; das war sehr viel, wenn die Beförderung sehr wichtig, die Reise ge— 
fährlich und teuer war; für Waren mußte von Anfang an die örtliche Preisdifferenz 
entscheiden, fie bestimmte jedenfalls die äußerste Höhe des Entgelts; hochgeschätzte 
Güter, Kolonialwaren, feine Gewebe, die nicht sehr schwer, fern von ihrem Produktions⸗ 
ort 100—300 Prozent höher im Preise standen, kounten eine sehr hohe Fracht zahlen. 
Wo ein regelmäßiger Verkehr durch die Transportgeschäfte, die Boten und Schiffer 
entstand, machten sich so ziemlich überall folgende Umstaͤnde und Überlegungen geltend: 
1. Hatten die öffentlichen Gewalten und die Geschäftsleute, beide, ein gleichmäßiges 
Interesse an der Beförderung, an ihrer Sicherheit und Regelmäßigkeit; bei richtiger 
Ineinanderpassung der Diensie für Gemeinde und Private konnten weniger Personen, 
Pferde oder Schiffe dasselbe oder mehr leisten, als wenn man sich nicht zusammenthat. 
2. Benutzten die Befördernden öffentliche Wege, Brücken, Hafenanlagen; sie verurfachten 
so der Gesamtheit Kosten, an deren Aufbringung gedacht werden mußte. 8. War das 
Bedürfnis meist ein ungleichmäßiges, nach Jahreszeit, Ernten, politischen und wirkt— 
schaftlichen Ereignissen; die beförderuden Geschäfte und Personen hatten bald wenig, 
bald sehr viel zu thun, boten sich deshalb vald fast umsonst an, bald forderten sie über— 
mäßige Preise, wenn nicht eine gleichmäßige Taxe vorhanden war. 4. Fühlten sich die, 
welche die Transportdienste begehrten, naturgemäß verletzt, wenn ohne besondere Ursache 
dem einen viel, dem andern wenig für denselben Dienst abgefordert wurde, wenn der 
Schiffer dem einen feinen Dienst versagte, dem anderen nicht. Dem Nicht⸗Magdeburger 
auf der Fahrt zu Schiff nach Hamburg mehr abzunehmen als dem Stadtbürger, das 
fand man fsreilich noch 1780 jelbstverständlich; aber alle Gemeindegenofsen gleich zu 
behandeln, das war eine Forderung, die sich wohl seit Jahrhunderten in jedem socialen 
Körper, welcher einige Transportveranstaltungen besaß, fest eingebürgert hatte. 
Das Resultat war klar: die Schiffer, die Boten, die Frachtsfuhrleute wurden halb 
als Diener der Gesamtheit angesehen, zumal da, wo man in älterer Zeit lange alle 
vorhandenen Schiffe und Pferde für den öffentlichen Dienst, wenn es uötig schien, 
requiriert hatte. So wurden die Transportleute meist wie ein Offigzialgewerbe be— 
handelt, die man konzessionierte, aber auch in ihren Forderungen beaufsichtigte: ein 
Tarwesen je für halbe und ganze Jahre, für Sommer und Winter entstand teils aus 
Vereinbarungen der Benutzer und der Verfrachter, der Kaufmannschaft und der Schiffer— 
gilde, teils unter Vermuütelung und Autorilät der Behbrden Es bildeten sich ein 
Reihendienst der Beteiligten, fesle Abfahrtszeiten und Ähnliches. Jedenfalls seit dem 
—18. und 14. Jahrhundert bis in die erfte Hälfte des 19. treffen wir überwiegend solche 
Taren und, Einrichlungen, dielfach auch schon wie bei der Post — einen flaatlichen 
Großbetrieb mit ausgedildeten Preistarisen. Und wenn daneben da und dort zeitweise 
der ganz freie Betrieb der Einzelgeschäfte mit freier Preisbildung nicht fehlte, wie er 
4. B. auf der Elbe mit dem Kriege von 1756 an eintrat und bis 1775 dauerte, fast 
immer kehrte man zu den alten Einrichtungen zurück, sobald es ging; im angeführten 
aber typischen Falle, weil Schiffer und Kaufleute einsahen, daß die überhohen 
rachten 17386— 1764 und die derzweifelt niedrigen 17641775 ihnen beiden uleht 
hadeten, die lehteren die ganze Schiffahrt ruinerten. Nur in der Seeschiffahrt mt 
ihrer Vielgestaltigkeit wird stets mehr freie Bewegung und Preisbildung vorhanden 
gewesen sein. Ob auch sie nicht da und dort zu Taren kam, kann ich nicht entscheiden. 
ichni Fur die Höhe der Tarifsätze war stets maßgebend, daß die Verfrachter im Durch⸗ 
chnitt mindestens auf die Kosten kommen mußten. Man war von seiten der Obrigkeit
	        

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