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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

589) Die Nachfrage nach Nährmitteln, Getreide. 131 
sätzen genügt, weil ihre Zusammensetzung die nötigen stickstoffhaltigen und stickstofflosen 
Sloffe nicht ganz, aber annähernd enthält. Die Physiologen fordern heute für einen 
arbeitenden Mann täglich 130 —150 Gramm Eiweiß-, 60 —90 Gramm Fettstoffe, 800 
his 600 Gramm Kohlehydrate; zwei Pfund Brot haben etwa 62 Gramm Eiweiß-, 
4Gramm Fettstoffe, 500 Gramm Kohlehydrate; die leichter zu beschaffende, aber ge— 
ringere Ernährung der niedrigen Rassen durch Sago- und Dattelpalme, Banane und 
Brotfruchtbaum hat eine viel üngünstigere Zusammensetzung, fordert in größerem Umfang 
den Zusatz anderer Nährmittel; sie hat nirgends Menschen höherer Kultur, wie Getreide 
und Brot erzeugt. Der Übergang zur Getreide- und Brotnahrung wurde schon in 
rüher Zeit als großer Fortschritt empfunden. Homer setzt den energielosen Lotosessern 
die Männer gegenüber, die die Früchte des Halms genießen; erstere vergäßen jedes 
Auftrags und jeder Pflicht. Die Verbreitung, in welcher die Menschen heute über— 
viegend von Mais in Amerika und am Mittelmeer, von Durha oder Hirse in Afrika, 
von Reis in Ostasien (750 Mill. Menschen) und von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer 
in Europa und Amerika und ihren Kolonien (ca. 600 Mill. Menschen) leben, entspricht 
teils gewissen Natur- und klimatischen Bedingungen, noch mehr der Kulturarbeit der 
Völker, die langsam tastend nach dem Passenden suchten, von den geringeren zu den 
besseren Getreidearten sich emporgearbeitet haben, soweit sie Boden und Klima lieferten. 
Der Reis hat fast so wenig Eiweiß und Stickstoff wie die Kartoffel; aber er liefert in 
China, Japan u. s. w. sehr große Ernten und ist mit Fischen, Bohnen, Erbsen und 
Kaͤse eine erträgliche Nahrung. Die Kartoffel erlaubte auf gleicher Fläche viel mehr 
Menschen zu ernähren als Getreide; sie wurde in vielen Teilen Europas zum Haupt— 
nahrungsmittel der Armen; um die nötigen Eiweißstoffe und Kohlehydrate zu be— 
kommen, mußte die Person aber täglich fünf und mehr Kilogramm Kartoffeln genießen, 
was die Iren, auch viele Deutsche physiologisch herunterbringen, Magen und Darm 
überfüllen mußte. So gefund 280—500 Gramm Kartoffeln für den erwachsenen, thätigen 
Menschen sind, so schädlich sind so große Mengen. Hermann berechnet 1866, daß der 
Deutsche das 3— 7 fache an Kartoffeln wie der Franzose esse. 
Auch die Getreidearten stehen fich an Nährkraft nicht gleich: Gerste, Roggen und 
Weizen verhalten sich wie 60: 75: 100. Und ebenso wenig ist die Zubereitung des 
Betreides gleichgültig. Die Kunst der Mehl- und Mehlspeisebereitung, des Brotbackens 
hat die Getreideernührung wesentlich gehoben und verbessert. Das Brot ist eine weit 
»ekömmlichere Nahrung als der Mehlbrei und die Polenta; es kann am ehesten allein 
gegessen werden und paßt doch zu allen anderen Speisen, wenn auch wahr bleibt, daß der 
Soldat mit 8 Pfund Kommißbrot allein, wie dies anfangs des 19. Jahrhunderts vielfach 
iblich war, körperlich verkommen mußte. Die Brotbereilung hat man in allen Sprachen 
und Religionen als etwas Göttliches gefeiert, das Brot als den Inbegriff aller Speise an⸗ 
zesehen. Und doch hatte man sehr dange ohne Hefe, aus rohem Mehl gebackenes, sehr 
Jartes Brot; erst der Gärungsprozeß hat es leichter und den Verdauungssfäften zu— 
Jänglicher gemacht. Was wir heute Weißbrot nennen, kam in Paris und London von 
1650 an durch bessere Hefe und Gärung auf. Die Weißbrotesser machten in England 
1760 40, 1889 66 Prozent der Bevölkerung aus. Auch heute noch wird in Deutschland 
and Osteuropa mehr das schwere Schwarz- und Roggenbrot gegessen; in Frankreich, dem 
Hauptland des Weizens und der Weißbrotesser, leben noch 6 Mill. Menschen über— 
viegend von Kastanien. 
aꝛ.. In der Epoche von 1600— 1850 nahm man in den meisten mitteleuropäischen 
Ländern einen mittleren jährlichen Getreidekonsum von 260—360 Kilogramm pro Kopf 
der Bevölkerung an, freilich teilweise mit Einrechnung des Brauerei- und Brennbedarfs; 
es war eine zu ausschließliche Mehlbrei- und Broternährung, die dann 1790 —18660 
vdielsach noch durch die Kartoffel verschlechtert wurde; es fehlte die genügende Ergänzung 
durch Leguminosen, Fleisch und Fett; sie wurde für das Landvolk freilich durch Milch 
und Käse, Heringe und Rhnliches, was überwiegend die eigene Wirtschaft gab, erträglich. 
In den preußischen Städten wurden 1888 —1861 etwa 144 -168 Kilogramm Weizen 
ind Roggen auf den Kopbf verzehrt; jeht rechnet man an Getreide für Brot und Mehl-
	        

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