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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

154 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. 612 
gebots wirken dann wieder auf den Marktpreis zurück und suchen ihn den Produktionskosten 
wieder zu nähern. Wie das geschehe und inwieweit, müssen wir näher ins Auge fassen. 
Wir werden annehmen können, die wesentlichsten, denkbaren Fälle zu erschöpsen, wenn 
wir folgende vier unterschieden: A) die Produktionskosten bleiben unverändert, 1. die 
Nachfrage hebt oder 2. drükt den Wert vorübergehend oder dauernd; B) die Produktions- 
kosten steigen oder fallen (14522), während die Nachfrage und der Marktwert zunächst 
dieselben bleiben. 
A) 1. Bei gleichen Produktionskosten wird in der Regel ein gleiches Angebot 
geliefert; von der Ausnahme, daß Naturereignisse es bald heben oder senken, sehen wir 
dier ab; dem gleichen Angebot trete nun eine steigende Nachfrage gegenüber. Was 
zeschieht? Die Preise werden anziehen, und damit wird der Gewinn steigen; war er 
bisher sehr klein, so wird der Preisaufschlag ihn auf das Mittelmaß erheben, war 
dieses bereits erreicht, Extragewinne erzengen. Es ist der Eintritt in eine günstige 
Konjunktur für den Geschäftszweig. Die Unternehmer und Händler werden sich fragen, 
ob fie Dauer verspricht, ob demgemäß eine Vermehrung der Produktion, ein Waren— 
bezug von weiterher lohne. Diese Ausdehnung ist nicht immer möglich; zahlreiche 
Produktionsmittel sind, wie wir sahen, ganz beschränkt; der Bezug von entfernten 
Orten kann durch Fracht, Zölle, die Länge der Zeit ausgeschlossen sein; oft ist eine 
vermehrte Produktion erst in Monaten oder Jahren möglich. So können längere Zeit 
oder auf die Dauer die Extragewinne andauern, ohne daß das Angebot sich vermehrt. 
Auch wo keine solche Schwierigkeiten vorliegen, hängt die Ausdehnung der Produktion 
seweilig davon ab, ob die Kapitale flüssig, der Zinsfuß niedrig, die wirtschaftlichen 
Hoffnungen auf die nächsten Zukünfte rosige sind; in Ländern mit geringerem Unter— 
nehmungsgeist, ob die Zahl der fähigen Unternehmer eine zunehmende ist; in Ländern 
mit ältern vielfach trägen Geschäften, ob die Konjunktur kräftig genug ist, die vor— 
nehmen satten Existenzen, die an der Spitze der Geschäfte stehen, in Bewegung zu 
bringen. Häufig waren aber neuerdings in Westeuropa und den Vereinigten Staaten 
diese fämtlichen Bedingungen, wenigstens in Bezug, auf die gewöhnlichen Industrie— 
waren, vollständig erfüllt, war auch Kapital im Überfluß da, so daß fast zu leicht 
und zu rasch, wenn die Nachfrage eine steigende Konjunktur erzeugte, die alten Geschäfte 
ausgedehnt, und neue gegründet wurden; sie waren, wenn die Konjunktur dann rasch 
voruüͤberging, nachher überflüssig, erzeugten ein UÜberangebot, einen Preisdruck, eine 
Krifse, bis die Mehrproduktion wieder verschwand, oder die Nachfrage entsprechend ge— 
wachsen war. Jede zu rasche Ausdehnung der Produktion infolge guter Preise und 
steigender Gewinne hat die ungünstige Folge, daß die zu leichtsinnig gegründeten 
Geschäfte auf schwachen Füßen stehen, bald Schleuderkonkurrenz treiben, geringere Waren 
— 
Elemente in die betreffende Arbeiterklasse eindringen. Augenblicklicher Kapitalüberfluß 
und sehr erleichterter Kredit können diese Gefahr am leichtesten herbeiführen, weniastens 
in den überhaupt ausdehnbaren Geschäftszweigen. 
Im ganzen aber beweist all' das Angeführte, daß, soweit eine Geschäftsausdehnung 
nöglich ist, fie meist über kurz oder lang erfolgt; fie wird dann die Preise wieder 
auf den Betrag der Produktionskosten, die Gewinne auf ihr mittleres Maß herab— 
drücken, wenn nicht unterdessen die Nachfrage nochmal erheblich gestiegen ist. Daß 
dieses Steigen der Nachfrage aber keineswegs jederzeit und für alle wirtschaitlichen 
Güter eintrete, haben wir oben gesehen (8 178). 
Soweit es sich um ein schwer oder nicht vermehrbares Angebot handelt, was, 
wie wir sahen, in umfassender Weise vorkommt, vor allem in der Landwirtschaft, in 
der Bergwerksindustrie, im Angebot städtischer Häuser und Läden, in allen Gebieten 
mit thatfächlichen oder faktischen Monopolen, da erzeugen die dauernden Ertragewinne 
einen höhern Wert der stehenden Kapitale. Neue Erwerber rechnen die Verzinsung 
dieser erhöhten Kapitalwerte dann zu den Produktionskosten, die so nominell steigen, 
während sie thatsächlich die alten blieben. In Ländern alter Kultur spielt hierdurch die 
Verzinsung höherer Boden- und Grubenwerte, teurer Firmen u. s. w. eine große Rolle
	        

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