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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

—* 
* J 
—Ax 
bös Geschichte der landesüblichen Zinshöhe. z 8 
8 8 
100/0 bestimmt worden sei, daß Friedrich II. ihn in Neapel umsonst auf 1 XZuößigen * 
wollte, daß in Florenz den Juden 1470 auferlegt wurde, nicht über 200/0 ükhnen. 
Von Frankreich glaubt d'Avenel sagen zu können, der Zinsfuß mobilen Kapitaksihe 
durchschnittlich bis 1800 200/0 betragen, Acker und Häuser hätten 10*/0 gegeben, im 
uübrigen seien Schwankungen des Zinsfußes von 11-450/0 zu konstatieren; der fran⸗ 
zösische Zinsfuß sei höher als der deutsche und der italienische gewesen. In England 
war der gesetzliche Zinsfuß bis 1600 100/0, die Lombarden und Juden forderten bis 
zum Doppelten. 
Für Deutschland können wir nach den Untersuchungen von Neumann, Pauli, 
Stobbe und anderen im 18. Jahrhundert am Rhein 9—10 9/0, im Osten meist wesentlich 
mehr, im 14. Jahrhundert teilweise eine erhebliche Ermäßigung, im 185. vielfach schon 
5280/0, im 16. 5—60/0 annehmen. Den Juden erlaubten die rheinischen Städte 
1255 33 — 480/0; ähnliche, ja höhere Sätze für die kleinen Wochendarlehen kommen 
bis 1500 vor. Im Elsaß werden 4 und 50/0 schon von 1400 an nachgewiesen. 
In Frankreich sinkt der Zinsfuß im 16. Jahrhundert; doch steht er noch 6-6/s, 
steigt im 17. wieder auf 6—28 (d'Avenel), um im 18. auf 50/0 zu sinken; 1766 ver⸗ 
bietet der Staat die Reduktion auf 4, ähnlich wie der Rat von Basel schon 1677 
bis 1682 gegen ein Sinken auf 32/2—4 eisert und 50 für göttliches Gebot erklärt 
(Hanauer). In Deutschland blieb er bis 1620 auf 50/0. In England stand er bis 
zJegen 1700 auf 6—8. Roscher führt nach Child an, daß 1660 der Zins in Italien 
und Holland 8, in Frankreich 7, in Schottland 10, in Irland 12, in Spanien 10 -12, 
in der Türkei 200/0 betragen habe. 
Im 18. Jahrhundert galten 309/0ige englische Konsols schon 1737 107 statt 100. 
Auch in Deutschland kommt z. B. in Göttingen 1794 30/0 ausnahmsweise vor. In 
Holland aber sinkt der Zinsfuß ziemlich allgemein auf 21/2070 (d'Aulnis de Bouronik), 
während er dann seit den Revolutionskriegen und bis 1820 allerwärts wieder steigt 
auf 5, ja auf 6—90/0; wenigstens Rußland, Frankreich und sterreich mußten für ihre 
Anlehen 1814 -1820 70 90 zahlen, auch Preußen 5—60; der deutsche Hypothekar⸗ 
zinsfüß stand in dieser Zeit nur am Rhein auf 40/0, sonst allgemein 5, ja 6 und 
mehr Projent. 
Von 1820—1845 fand, von vorübergehenden Erhöhungen z. B. 1830 - 1831 
abgesehen, in ganz Westeuropa ein langsames Sinken des Zinsfußes statt, im ganzen 
etwa von 5 auf 31/20/0 für die besten Staatspapiere und Pfandbriefe; für die ganz 
sicheren Hypotheken steht er auf demselben Betrag in den reichsten Gegenden, während 
er in Süddeutschland auf 4, in Ostdeutschland auf 80/0 blieb. Große Zinsfuß herab— 
setzungen der Siaatsanleihen fanden 188301845 statt. Auch in Hsterreich zahlte die 
Regierung 1845 nicht mehr ganz 40/0 (Cahn). 
WVon 1845—1871 greift wieder eine entgegengesetzte Bewegung Platz; der Zinsfuß 
steigt in dieser Epoche des Eisenbahnbaues, der starken Maschinenanwendung, des volks⸗ 
wirtschaftlichen Aufschwunges im ganzen wieder von 831/2 auf 50/0. Er war bis 1848 
und dann 1831 1858 elwa 40/0, stieg 1834 mit dem Krimkrieg auf 8, sank wieder 
twas bis 1868 — 1864, um dann bis 1871 zu steigen. Im Jahre 1863 zahlten die 
Regierungen nach dem Durchschnittskurs ihrer Anlehen während 20 Monaten: Preußen 
. Belgien 4355 Rußland 6,85, Italien 6/8, Hsterreich 6,8. Die Kapitalausfuhr nach 
Lündern mit höherem Zinsfuß nahm 1860-1871 große Dimensionen an; viele 
kapitalisten gewöhnten sich an 5—76/0ige Papiere. Der Hypothekenzinsfuß stand 
1860 — 1870 in Westdeutschland zwar auf 8—4, in Ostdeutschland aber bis auf 6—7/0. 
Die Gründung zahlreicher Hypethekenbanken knüpfte daran an. 
WVon 1873, noch mehr von 1878 an sinkt der Zinsfuß wieder; etwa um 100 
bis 1884, um weitere 1*/8 bis Mitte der neunziger Jahre. Die Staaten, welche 
rüher 6—70/0 gaben, erhielten jetzt fͤür 4—4*/20/0 Kapital; der Eisenbahnbau und 
die Firxierung des Kapitals in großen Fabriken hatte sich verlangsamt. Seit der zweiten 
Hälfte der achtziger Jahre sind wir in eine neue Ära der Konversionen wie 1880 1845 
ingetreten. Nach Neymark wurden in den Kulturstaaten 1889 —1896 62,4 Milliarden
	        

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