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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

226 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [684 
Sterling Noten cirkulieren hatten, wurde bestimmt, daß sie künftig niemals mehr Noten 
ausgeben sollen, daß neben ihnen keine weitere Notenbank entstehen dürfe, daß ihre etwa 
aufgegebene Notencirkulation zu Dreivierteln der Bank von England zuwachse. Ihre 
Zahl war schon 1894 rechtlich zusammen auf 110, 18899 fattisch auf, 42 (Scharling) 
gesunken, ihre Noten 1897 auf etwa 1,4 Mill., 1900 auf 0,8 Mill. &(8 VNo der englischen 
Rtoten). Im Jahre 1900 war die Notencirkulation der Bank von England 600 Mill. 
Mark, die der deutschen Reichsbank dagegen 1188, der österreich- ungarischen Bank 1154, 
der rufsischen Staatsbank 1168, der Bank von Frankreich 3268 Mill. Mk. Das Gesetz 
ovon 1844 hat seinen Zweck, die Privatnotenbanken zu vernichten und die Notencirkulation 
der Centralbank einzuschränken, erreicht, aber um den Preis einer Hemmung der Ent— 
wickelung der letzteren überhaupt. Sie hat von 1844 -1902 mehr und mehr die 
leitende Stellung auf dem Kredit- und Geldmarkt Englands verloren; sie ist höchstens 
noch ein primus inter pares gegenüber den anderen großen Londoner Banken; ihre 
Depositen stiegen 1844 -1900 (nach Adolf Weber) um 2630/0, die der vier größten 
Londoner Depositenbanken um 12580/0; sie beherrscht den Diskontmarkt nicht mehr; 
sie reicht als Barreservekasse für alle anderen Banken und den Staat nicht mehr recht 
aus; sie hat infolge ihrer mechanischen Geschäftsregulierung nicht diejenige Freiheit der 
streditgewährung, die man von einer Centralbank verlangt. Sie hat nur wenige 
Zweigniederlassungen, während die großen Aktienbanken sie zu Hunderten haben. Es 
giebt in England fast 4000 Bankstellen, wovon 12 auf die Bank von England fallen. 
die Reform ihrer Verfassung ist seit Jahren auf der Tagesordnung, wird aber ernstlich 
wohl erst in Angriff genommen werden, wenn eine große Krisis ihre Schäden offen für 
jedermann dargelegt hat. 
Auf das besonders geregelte schottische und irische Banknotenwesen gehen wir 
nicht ein, bemerken aber, daß auch in diesen Teilen des Königreiches seit 1844 keine 
eue Notenbank und keine Ausdehnung der Notencirkulation gestattet wurde. 
Die Bank von Frankreich hat ihr Notenmonopol 1808 von Napoleon 
erhalten, dem die Konkurrenz einiger anderer Notenbanken schädlich für die richtige 
Auswahl der durch Diskontierung zu begünstigenden Geschäftsleute erschien; er sagte, 
die Bank gehört den, Aktionären und dem Staate, sie hat einen öffentlichen Charakter. 
Da die Bank aus Ängstlichkeit keine zahlreichen Comptoire in der Provinz errichtete, 
kam es langsam 1817—-1848 zu einer Reihe Provinzialnotenbanken; sie gaben in 
der Hausse leichtsinnigen Kredit, versagten in der Baisse vollständig und wurden 
daher Mai 1848 mit der Bank von Frankreich vereinigt. Seitdem existiert im 
Lande selbst nur die eine große centrale Notenbank (die Bank von Algier darf 
150 Mill. Francs Noten ausgeben); sie ist seitdem mehrmals vergrößert worden, sie hat 
etzt 134,8 Mill. Mk. Kapital und den größten Barvorrat der Welt (1900 2626 Mill. 
Wark, die deutsche Reichsbank 853, die Bank von England 680 Mill. Mk.), sowie die 
größte Notencirkulation; die Höhe der ihr erlaubten Notenausgabe ist successiv erhöht 
vorden, 1897 auf 5000 Mill. Francs. Sie hat erst spät und auf wiederholten Druck hin 
sich auf die Provinz ausgedehnt, hatte aber 1897 94 Sukkursalen, 38 Hülfsbureaus und 
105 alle fünf Tage geöffnete Zahlstellen in kleinen Orten, welche 189741915 noch 
wesentlich vermehrt werden müssen. Sie hat jetzt 2331 Beamte, 10883 in der Centrale. 
Die Frauzosen rühmen von ihr, daß sie das mächtigste Kreditinstitut der Welt sei, 
daß sie billiger und gleichmäßiger als jede andere Centralbank und auch kleine Wechsel 
bis zu 5 Francs herab diskontiere, daß fie stets für alle Kunden den gleichen Diskonto— 
satz anwende, daß sie 1890 in der Krisis ohne jede Schwierigkeit der Bank von England 
75 Mill. Francs Gold leihen konnte. Sie ist gewiß ein großartiges, musterhaft 
geleitetes Institut; aber daß sie ohne größere Diskonterhöhungen auskommt, liegt 
einerseits in der großen Stabilität der Volkswirtschaft und des Handels von Frankreich, 
andererseits in der Doppelwährung; sie kann jedem, der ihr Gold abfordert, Silber 
anbieten und dadurch leicht ihren Goldschatz hüten; wer Gold will, muß eben infolge 
der Doppelwährung eine besondere Extraprämie zahlen. Wenn sie auf 2626 Mill. Mk. 
Barvorrat 3265 Mill. Mk. Noten cirkulieren hat, so zeigt das, daß die hohe Noten—
	        

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