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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

687)] Das Notenbankwesen der übrigen Staaten. Der Sieg der Centralbanken. 229 
geschäften und allen von den Staaten konzessionierten die Notenausgabe durch eine 
hohe Steuer von 100/0 fast unmöglich. Die neuen National-Banken dürfen heute nur 
eine im Verhältnis zum Aktienkapital bestimmte Notenmenge ausgeben; sie müssen 
50/0 ihrer Roten bar und daneben Unionsbonds (von nicht weniger als 4 des 
Aktienkapitals, mindestens aber 560000 Dollar) beim Staatsschatz deponieren, 
sie dürfen nur 9009/0 dieses Depots als Noten ausgeben, müssen */2 9/0 Steuer vom 
Notenumlauf zahlen, ihre gleichmäßigen Notenformulare von dem „Comptroller“ der 
Währung in Empfang nehmen. Die Folge war, daß der Notenumlauf immer mehr 
abnahm, alle Banken immer mehr das Depositen- und Checkgeschäft ausbildeten. Der 
mäßige Notenumlauf hörte fast auf, dem Kredit zu dienen, er wurde ein Bestandteil der 
im übrigen aus staatlichem Papiergeld u. s. w. bestehenden Papiercirkulation. Große 
Krisen wurden dadurch nicht gehindert; in der Krisis von 1893 hörten 100 National- 
banken, 172 Staatenbanken, 177 private Banken auf zu existieren. Das Unionsschatzamt 
löst alle Nationalbanknoten ein, hat dazu Depots von den Banken, kauft und verkauft 
Bundesschuldscheine, nimmt am Clearingverkehr teil; die Geldreserve des Schatzamts 
beherrscht den Geldmarkt; das Schatzamt ist zu einer Art Unionscentralbank geworden, 
aber doch ohne den Einfluß auf den Diskont wie eine Centralbank, ohne eine Elastieität 
der Mittel, wie sie die europäischen Centralbanken besitzen. Seit 1894 sieht man die 
Unhaltbarkeit des Systems ein, ist aber noch nicht zu einer ausgiebigen Reform ge— 
kommen. Denn die 1900 durch das Währungsgesetz gegebene Erleichterung der Gründung 
von kleinen Nationalbanken mit Notenumlauf hat zwar in einem Jahre nicht weniger 
als 563 Banken in Orten mit unter 6000 Seelen geschaffen, den Notenumlauf sehr 
vermehrt, die Geschäftsthätigkeit künstlich gesteigert, aber die Grundmängel, das Fehlen 
einer großen elastischen Centralnotenbank nicht beseitigt. 
Trotz aller Verschiedenheit zeigen diese kurzen summarischen Nachrichten über die 
Notenbankentwickelung der wichtigsten Kulturländer den oben erwähnten überein— 
stimmenden Grundzug: allerwärts fiegen die großen Centralbanken, gehen die kleinen 
Notenbanken zurück oder verschwinden. Dazu hat viel mitgewirkt: die Unzufriedenheit 
des Publikums mit einer Uberzahl verschiedener kleiner Roten, die schwer zu prüfen 
sind, das geringere Vertrauen, das fast alle kleinen Notenbanken genossen, die leichtere 
und leichtsinnigere Notenausgabe und Kreditgebung der meisten kleineren konkurrierenden 
Banken, ferner die mangelnden kürzeren, seltneren öffentlichen Geschäftsberichte der 
kleinen Banken, endlich der Zug zum Großbetrieb mit all' seinen Ursachen, seiner 
Kostensparung überhaupt. Das Entscheidende war aber doch überall die Gesetzgebung, 
welche mit ihren Schranken den kleinen Banken zu unbequem wurde, die großen Central⸗ 
banken beförderte oder erzwang. Und die Motive für dieselbe lag stets in dem Zu— 
jammenhang der Notencixkulation mit den volkswirischaftlichen und staatlichen Gesamt⸗ 
interefsen, deren Durchführung nur in den Händen einer Centralbank garantiert schien. 
Die Aufrechterhaltung der Landeswährung, der geregelten guten Münzeirkulation, die 
richtige Einwirkung auf die Edelmetallaus- und einfuhr, die Herstellung einer stets 
genügenden Edelmetallreserve für alle anderen Banken, für die Staatsregierung und 
die ganze Volkswirtschaft, all' das kann nur einer großen centralen Noten— und Diskonto⸗ 
bank, gelingen; nur eine solche kann eine Diskontopolitik großen Stils betreiben und 
damit alles kaufmännische Kreditgeben, alle nationale Produktion von dem höheren 
Standpunkte der gesamten Volkswirtschaft und des Staatswohls aus richtig leiten. 
Eine solche Centralbank hört, wie auch ihre Verfassung sei, durch die Natur der Sache 
auf, ausschließlich oder in erster Linie Gewinne machen zu wollen; sie wird ein öffent⸗ 
iches Institut, sie wird das wichtigste Organ der ganzen Volkswirtschaft, das, welches 
allein oder hauptsächlich die akuten Krisen beschwören und verhindern kann. 
Wenn sonach heute für die kapitalreichen und vorgeschrittensten Völker eine 
Centralisation des Noienbankwesens das Richtige, ja etwas Unentbehrliches ist, so war 
s doch nicht falsch, auf Stufen niederer volkswirtschaftlicher Entwickelüung und geringeren 
Reichtums mit einer Decentralisation des Notenwesens und einer gewissen Notenfreiheit 
zu beginnen, da die Entstehung eines Bankwesens überhaupt hierdurch wesentlich ge⸗
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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