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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

691)] Das ältere Privatbankgeschäft. Die englischen Depositen-⸗ und Diskontbanken. 233 
alle bemittelten Familien bis in den unteren Mittelstand, ihre Einnahmen einer Bank 
übergeben, durch sie zahlen; die Depositenbanken verstanden durch ihr Filialennetz überall, 
auf dem Lande, in jeder Vorstadt Kunden zu werben. Die Banken zahlen keine oder 
geringe Zinsen für das niedergelegte Geld; die Depositen der oben genannten Banken 
stiegen bis 1879 auf 198 Mill. Pfd. Sterling, bis 1901 auf 541 Mill. Pfd. Sterling 
(vgl. oben S. 193 die Bemerkung über den statistischen Sinn der englischen Depositen). 
Die großen Depositen erlauben den Banken, mit mäßigem eigenen Kapital auszukommen; 
das eingezahlte beträgt durchschnittlich nicht 1 Mill. Pfd. Sterling. Ihre Kassen⸗ 
haltung ist auch mäßig; sie verlassen sich auf die Bank von England. Ihr Haupt— 
passivgeschäft besteht in Wechseldiskontierung, Lombarddarlehen und Kontokorrentkredit 
ohne Deckung auf kürzeste Zeit; Spekulations- und Gründergeschäfte machen sie nicht. 
Es handelt sich um solide, gleichmäßige, für die länger schon bestehenden Banken 
nicht sehr rentable Betriebe; ihre Thätigkeit ist noch dadurch erleichtert, daß sie ihre 
— zu einem großen Teil nicht selbst, sondern durch die Wechselmakler 
esorgen. 
Diese Makler haben früher nur zwischen den Kreditsuchenden und den Banken 
vermittelt; sie sfind dann mehr und mehr selbsthaftend in das Geschäft eingetreten, sind 
damit selbst zu Bankiers geworden. Die größten haben sich zu Aktiengesellschaften aus— 
geweitet, werden jetzt als Diskonthäuser bezeichnet; es gab schon 1880 drei solcher in 
VLondon neben etwa 830 Wechselmaklerfirmen. Sie können billiger als die Depositen- 
banken diskontieren, weil sie sich arbeitsteilig auf specielle Geschäftszweige beschränken, 
in ihnen eine viel größere Personen- und Sachkenntnis haben. Ihre eigenen Mittel 
und ihre eigenen Deposfiten sind nicht groß; sie arbeiten wesentlich mit Kapital, das 
ihnen die Depositenbanken für ganz kurze Zeit anvertrauen, das sie ihren Kunden 
etwas teurer geben als sie es erhalten; da ihre Konkurrenz untereinander sehr groß ist, 
so ist ihre Geschäftsführung meist zu gewagten Krediten genötigt; in der Zeit der 
Krisis, wenn die Depositenbanken ihren Kredit an sie einschränken, wird ihre Stellung 
gefährdet. Die großen Krisen in England begannen stets mit dem Fall von Diskont— 
häusern. Die größten kaufmännischen Bankerotte 1857, 1866 und 1890 betrafen 
Diskonthäuser. Sie haben vor allem auch dadurch gesfündigt, daß sie ihre Kunden 
Wechsel auf sich ziehen ließen, sie acceptierten und so diesen möglich machten, die 
Accepte bei großen Banken günstig zu diskontieren. Baring Brothers hatten vor ihrem 
Zusammenbruch 1890 auf nicht 4 Mill. Pfd. Sterling eigenes Kapital 1720 Mill. 
Pfd. Sterling Accepte auf sich laufen. Seither hat sich dieser Acceptkredit ziemlich 
eingeschränkt. Jaffé glaubt, daß die Wechselmakler und Diskonthäuser künftig durch 
die Wucht der Konkurrenz zum Verschwinden gebracht werden, daß die Depositenbanken 
doch mit der Zeit sie aufsaugen, ihre Geschäfte in dem Maße an sich ziehen werden, 
wie sie sich ausdehnen, durch Filialen überall hin Verbindungen bekommen. 
Ist der Votzug dieses englischen Depositen- und Diskontbanksystems, daß es von 
Spekulations-, Börsen-⸗, Gründer⸗-, Anlehengeschäften mit ihren Gefahren sich fern hält, 
daß es in engster Fühlung mit Warenhandel und Warenproduktion diese genau kennt, 
unterstützt und lenkt, daß es die ganze Bevölkerung zur Sparsamkeit erzieht, alle 
Zahlungen sehr billig durch die Checks, das Umschreiben und die Clearinghäuser abmacht, 
so entbehrt es doch auch der Schattenseiten nicht: es ˖ wird über zu wenig eigenes 
Kapital, zu großen Verlaß auf die Barrefserve der Bank von England, über zu starke 
Ausdehnung des Lombardgeschäftes, bei dem auch unsichere Papiere genommen werden, 
über sieigende Konkurrenz der Banken unter sich, abnehmende Rentabilität und unüber— 
sichtliche kümmerliche öffentliche Ausweise geklagt. 
Die Vorausfetzung der im ganzen soliden Depofitenbanken war, daß für die 
gewagteren Kreditgeschäfte eigene Organe entstanden. Einmal die Kolonialaktienbanken, 
dann die sogenannten fremden Aktienbanken, endlich die financial Companies, Trusts u. s. w. 
Die saämtlichen Geschäfte dieser Art lagen früher in den Händen der ganz großen Privat— 
firmen, der Merchants. Sie hatten das internationale und koboniale Edelmetlalle, 
Wechsel-. Arbitragegeschäft. wie Gründungen und Staatsanleihen in der Hand, hatten
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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