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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

248 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. —706 
Dutzende in den italienischen Städten, und im 16. Jahrhundert breiteten sie sich dann 
casch weiter aus. Es waren Pfandleihhäuser, die ihr Kapital erst durch Geschenke, 
Stiftungen, fürstliche und Gemeindezuwendung erhielten, von 1550 an auch gegen Zins 
aufnahmen; sie liehen auf ein oder mehrere Monate den kleinen Leuten gegen Pfand, 
anfänglich umfsonst, später gegen 8 —15 0/0, die sogenannte Entschädigung. Sie standen unter 
der Aufsicht der Bischföfe. Im 17. Jahrhundert verbreiteten sie sich auch im mittleren 
Europa, in Deutschland, Frankreich, Flandern, doch gediehen sie in Deutschland nicht 
dauernd. Im 18. Jahrhundert wird ihre Errichtung wieder allgemein empfohlen. Es 
entstehen auch manche öffentliche, daneben aber auch zahlreiche private Pfandleihgeschäfte, 
die z. B. in Preußen 1787 unter strenge Aufsicht gestellt wurden. In Frankreich hatte 
die Revolution die zahlreichen öffentlichen Leihhäuser beseitigt, Napoleon stellte sie 
wieder her, und man suchte dann mehr und mehr alle privaten Pfandleihgeschäfte zu 
hindern. Ihre Verwaltung erscheint aber im 19. Jahrhundert nicht als eine richtige; 
sie wird allgemein getadelt. England hat neuerdings nur Privatpfandverleiher, und sie 
zelten mit Recht mehr oder weniger als Wucherer. In Deutschland blieb ein gemischtes 
System; in den größeren Gemeinden hat man bis gegen 1860 öffentliche Anstalten, 
hauptsächlich Gemeindeinstitute zu fördern gesucht. Dann erschien es vielfach mit der 
Gewerbefreiheit angezeigt, der Privatthätigkeit freie Bahn zu lassen. Nicht zum Segen 
der unteren Klassen hat sich diese seit 1860 sehr ausgedehnt, wenn auch neuerdings 
gewisse polizeiliche Erschwerungen und Schranken wieder hergestellt wurden. 
Die Sache liegt seit den letzten 30 —40 Jahren so: das Bedürfnis, kleine Dar— 
lehen gegen Faustpfänder unter anständigen Bedingungen zu erhalten, hat seit der 
Errichtung der genossenschaftlichen Kreditkassen in den Handwerker- und ähnlichen 
Kreisen abgenommen; aber es ist doch noch stark in den unteren Schichten vorhanden 
und steigt in jeder Notzeit sehr. Besser als die privaten Pfandleiher und Rückkaufs— 
händler sind alle öffentlichen Institute, die doch jede Heimlichkeit vermeiden, nirgends 
wucherisch die Not ausbeuten. Aber sie leiden daran, daß sie seit Generationen fast 
ohne Reform im alten Geleise fortgeführt werden. Sie müßten nach verschiedenen 
Seiten reformiert werden, den Charakter von Wohlthätigkeitsanstalten abstreifen, den 
von geschäftsmäßigen Kreditanstalten für die untersten Klassen annehmen; sie müßten 
neben dem Pfand die Person prüfen, die Pfänder dann nicht bloß bis zur Hälfte des 
Wertes beleihen, bestrebt sein, ähnlich wie der Vorschußverein, ihre Schuldner zu heben, 
zu erziehen, zu kontrolliexen. 
Sie waren einstens und lange ein Fortschritt, aber nirgends verbreitet genug 
sie sind jetzt seit zwei Generationen nicht mehr auf der Höhe der Zeit, vielmehr eine ver— 
altete Institution, die ebenso oder mehr den Leichtfinn fördert als zu richtigem Kredit— 
gebrauch erzieht. 
b) Die Sparkafsen. Dreihundert Jahre später als die Begründung von 
humanen, gemeinwirtschaftlichen Leihinstituten für die Notdarlehen der kleinen Leute 
setzen die Versuche ein, für sie Kassen zu schaffen, die, ähnlichen Charakters, ihnen die 
Möglichkeit bieten sollen, ihre kleinen Geldersparnisse sicher, verzinslich anzulegen: die 
Sparkafsen. Ihre Anfänge liegen 1763 —-1800, ihre ernstliche Ausgestaltung 1840 
bis 1870, ihr Anwachsen zu einer großen volkswirtschaftlichen und socialen Bedeutung 
von 1870 bis zur Gegenwart. Und großen weiteren Reformen gehen sie entgegen. 
Man könnte fragen, warum die kleinen Leute nicht in Form von Depositen bei 
den Bankiers und kleinen Geldverleihern ihre Ersparnisse einzahlten. Die Antwort ist 
einfach: sie trauten ihnen nicht, sie kannten sie vielfach auch nicht; soweit sie ihr Geld 
bei ihnen einlegten, wurden sie vielfach bewuchert, verloren es in Krisen; der Depositen⸗ 
zinsfuß war zu niedrig und zu wechselnd, um die kleinen Leute zu locken. Die Banken 
konnten meist kleine Einlagen von 15150 Mk. nicht annehmen und verzinfen; auch 
heute opfert jede Sparkasse an ihnen durch die Verwaltungskosten mehr, als sie durch 
das Ausleihen verdient. In der Zeit, als die Sparkassen begründet wurden, fehlten 
in vielen Gegenden auch solche Geldverleiher, hatten die Banken noch nicht ihre zahl— 
reichen Filialen; die jetzt mit den Spaärkassen konkurrierenden Kreditgenossenschaften
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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