Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

748) Von der Natural- zur Geldlöhnung. Truckverbot. 285 
Immerhin werden sich auch in Zukunft gewisse Formen der Naturallöhnung er— 
halten; sie sind auf dem Lande, in abgelegener Gegend mit geringer Ein- und Ver— 
kaufsgelegenheit für beide Teile das Richtigere, Einfachere, Zeitsparende, Natürliche; sie 
erzeugen gute Beziehungen beider Teile, wenn sie richtig angeordnet sind und aus— 
geführt werden. Für einen großen Teil der ländlichen Arbeiter Europas bedeutete die 
Beseitigung der Naturallohnverfassung eine erhebliche Verschlechterung der Lebens— 
haltung und Ernährung; aus Brot, Fleisch, Milch, Käse und Eier essenden Land⸗ 
arbeitern wurden kartoffelessende Proletarier, aus Arbeitern, die dasselbe Interesse wie 
ihre Herren hatten, wurde eine Klasse mit entgegengesetzten Interessen, die den Arbeit— 
geber bekämpft, oft sogar haßt. Die Auflbsung der mit der Naturallöhnung verbundenen 
Eigenwirtschaft beseitigte gesunde häusliche Sitten, familiären Zusammenhalt, Fleiß 
und technische Kenntnisse, wie ja auch das Aufhören des Spinnens und Webens im 
Arbeiterhaushalt ungünstig auf diesen wirkte. Jedenfalls gingen die Sitten und Vor— 
züge der alten Zeit vorloren; und die neuen, der Geldwirtschaft entsprechenden, konnten 
sich erst langsam bilden. Toynbee erwähnt im Anschluß an das Gesetz der Elisabeth, 
das für jede Arbeiterkate die Zulegung von vier Acres Landes forderte, daß dieser 
Zustand erst 1766—1840 mit den Einhegungen verschwunden sei. Er fügt bei, wenn 
man nur !/⸗ bis 2 Acres jedem Arbeiter gelassen oder gegeben hätte, wäre die ganze 
sociale Entwickelung Englands anders, d. h. gefünder verlaufen. 
Tombee hat damit nicht unrecht; nur sragt sich, wie es möglich gewesen wäre, 
auch den städtischen und gewerblichen Arbeitern eine solche ländliche Eigenwirtschaft 
zu belassen oder zu verschaffen. Das Ungünstige lag nicht darin, daß der Geldlohn 
den Naturallohn nach und nach verdrängte, sondern darin, daß der Geldlohn so vielfach 
kam, ehe die Arbeiter für die Geldwirtschaft, für die richtige Ausgabenverteilung, für 
die Zurücklegung von Reserven reif waren. Wie man in allen Armenverwaltungen 
den Unterstützten um so mehr Naturalien, um so weniger Geld giebt, je tiefer sie stehen, 
weil die Naturalunterstützung nicht so mißbraucht, nicht so falsch verwendet werden 
lann, wie nur für die moralisch hochstehenden Armen Geld besser ist, ja sie sogar zu 
besserer Wirtschaftsführung anleitet, so ist es auch mit dem Natural- und Geldlohn. 
Der Geldlohn mußte, zumal in der Industrie und in den Städten, zur überwiegenden 
Herrschaft kommen. Aber er wird zum Segen erst da, wo die Arbeiter sparen, ein⸗ 
aufen, an Konsumvereinen sich beleiligen gelernt haben. Dazu haben sie teilweise 
Generationen gebraucht. Und in dieser Zwischenzeit sind sie am tiefsten gesunken, haben 
sie die geringste Lebenshaltung gehabt. Erst der moderne, höhere Arbeitertypus erträgt 
den Geldlohn und gebraucht ihn richtig. Für ihn muß er teilweise gesetzlich erzwungen 
werden, nämlich da, wo nicht die alie gJute patriarchalische Form der Naturallohnung, 
sondern ihre Entartung sich eingestellt hat, wo in wucherischer Absicht dem Arbeiter 
statt des angezeigten Geldlohnes Waren, die er nicht brauchen kann, die schlecht und 
teuer sind, als Lohn aufgendtigt werden. 
Eine solche mißbrauchliche Zahlung in Naturalien und Waren entstand schon im 
päteren Mittelalter in den Bergwerksdistrikten, in einzelnen Gewerben, dann in den 
Hausindustrien, hat aber erst im 19. Jahrhundert in den Manusaktur- und Fabrik— 
distrikten ihren Höhepunkt erreicht. Einzelne Handwerker, die ihre Waren nicht absetzen 
onuten, versuchten schon 1400 1600, ihre Gesellen stait mit Geld in allerlei Waren, 
häufig in den von ihnen hergestellten, zu bezahlen; das Zunftrecht verbot es. In den 
Bergwerken, wo der Arbeiter häufig schwer seine Nahrung und andere Bedürfnisse 
kaufen konnte, fingen Schichtmeister und Steiger an, Verkaufsläden, Wirtshäuser und 
Schenken zu errichten und nötigien die Arbeuer zu teurem Einkauf bei ihnen, wenn 
sie gut behandelt werden wollten. Die Bergordnungen schritten vom 16. Jahrhundert 
an streng dagegen ein. In der seit dem 16. Jahrhundert aufblühenden Hausindustrie 
zwang der Verleger dem Weber oder Tuchmacher, dem Schmied oder Holzarbeiter einmal 
den Rohstoff, ost auch Werkzeuge und Hülfsstoffe zu teuer auf, dann kaufte er ihm 
das Produkt nur ab, wenn er dafür Waren aller Art teuer aus seinem Laden nahm, 
suchte ihn in Kreditabhängigkeit von sich zu bringen. Auch diese Mißstände suchten
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.