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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

286 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [744 
die hausindustriellen Reglements zu beseitigen. Als letztere aber von 1750 — 1850 mehr 
und mehr außer Übung kamen, als die Gewerbefreiheit allerwärts die Warenzahlung 
straflos machte, entstanden im Bergwesen, in der Hausindustrie, in dem Baugewerbe, 
in der größeren Industrie die gleichen Mißbräuche mit erneuter Kraft von 1800 an 
bis zu den neueren Verboten. Und sie sind heute noch in den Ländern mit unaus— 
gebildeter Arbeiterschutzgesetzgebung an der Tagesordnung. Auch wo man die Waren— 
zahlung (Truch) und die analogen Praktiken GKreditierung, teure Lieferung von Roh— 
und Hülfsstoffen, von Werkzeugen) zu hindern suchte, gelang es meist nicht sofort, 
Wandel zu schaffen. 
Das erste englische Truckverbot stammt von 1831, es ist jetzt durch die Gesetze 
von 1887 und 1896 ergänzt; das preußische von 1849 wirkte nicht genügend, ebenso 
wenig das deutsche von 1869; erst die eingehenderen Gesetze von 18538 und 1891 be— 
seitigten die schlimmeren Mißstände. Das Schwierige der Ausführung liegt darin, daß 
man den Arbeitgebern (sei es allen oder nur den gewerblichen) zwar verbietet, den Lohn 
in Waren zu zahlen statt in Bar, den Arbeitern Waren zu kreditieren, daß mäan 
ihnen aber aus praktischen Gründen gestatten muß, den Arbeitern Wohnung, Feuerung, 
Ldandnutzung, regelmäßige Bekbstigung, Arzneien und ärgztliche Hülfe, auch Werkzeuge 
und Stoffe zu angemessenem Preis zu liefern. Die Grenzlinie zwischen dem Verbolenen 
und Erlaubten ist schwer ganz richtig durch den gesetzlichen Wortlaut zu treffen, oft 
noch schwieriger praktisch auszuführen. Die großen und brutalen Bewucherungen der 
Arbeiter in dieser Form sind aber heute doch in England und bei uns verschwunden. 
Das Verbot, den Lohn in Gast- und Schankwirtschaften zu zahlen, hat einen 
ähnlichen Zweck; es soll den Arbeiter verhindern, ihn gleich zu vertrinken, dein Arbeit— 
geber unmöglich machen, durch einen Strohmann Schenken zu besitzen und in ihnen 
den Arbeiter zu falschen Ausgaben zu verlocken. 
208. Die wichtigeren Einzelbestimmungen des Arbeitsvertrages 
außer der Lohnhöhe: Die Bemessungsmethoden des Geldlohnes. 
o) Akkord- und Zeitlohn. Je weniger in früheren Zeiten die menschliche Arbeits- 
kraft differenziert war, je mehr im Haushalt und in kleinen Betrieben jeder angestellte 
Arbeiter verschiedenerlei Thätigkeiten in buntem Wechsel übernehmen mußte, desto 
natürlicher erschien es, alle Lohnarbeit nach der Zeit zu bezahlen. So weit eine 
Arbeits- und Berufsteilung schon Platz gegriffen hatte, bezahlte man die verschiedenen 
Klaffen der Arbeiter in abgestuften Zeitlöhnen, welche der Bedeutung ihrer Thätigkeit 
und dem Grade ihrer technischen Ausbildung entsprachen. Diese Zeitlbhne waren und 
sind teils Jahres⸗, teils Monats-, teils Wochen-, teils Tag- oder Stundenlöhne. Mit 
dem Fortschritt der gesellschaftlichen Differenzierung nahmen die Klaffen der verschieden 
bezahlten Zeitlöhner in den verschiedenen Berufen und Betrieben zu; innerhalb jeder 
Alasse erhielt und erhält aber jeder denselben Lohnsatz, ob er nun etwas mehr oder 
weniger leistet, schwierigere oder leichtere Arbeit verrichtet. Der Arbeiter hat so kein 
besonderes im Lohn begründetes Interesse, sich anzustrengen. Man rechnet auf seine 
durchschnittlichen Eigenschaften, auf die in patriarchalischen Verhältnissen vorhandenen 
Motive der Treue, des anerzogenen Pflichtgefühls. 
Auch heute noch ist die Bezahlung nach der Zeit nicht bloß in der höheren 
Thätigkeit der öffentlichen und Privatbeamten, bei denen ein lebendigeres Pflicht— 
bewußtsein meist vorhanden ist, sondern auch in den eigentlichen Arbeiterkreifen weit 
verbreitet. Der Zeitlohn ist das Hergebrachte, die Arbeiter des älteren gemächlichen 
Typus sind an ihn gewöhnt, ziehen ihn vor. Der Zeitlohn ist am leichtesten zu hand— 
haben; die Berechnung führt am wenigsten zu Streit und Zweifel. Er herrscht heute 
noch in der Landwirtschaft mehr vor als in der Industrie, er ist im Osten Europas 
verbreiteter als im Westen. Mtan fürchtet in den noch ganz am Herkommen klebenden 
Kreisen bei einer Bezahlung nach der Leistung die größere Anstrengung; vielsach ziehen 
den Zeitlohn aber auch die tüchtigen industriellen Arbeiter vor, welche die Mißbräuche 
and Kehrfeiten des Stücklohnes keunen. Wir kommen gleich darauf zurück.
	        

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